Juergen Henne Kunstkritik

Jürgen Henne, Manfred Martin, d.Ä., Rainer Eppelmann, eine Ausstellung in Panitzsch und die täglichen Abläufe bei einer Leipziger Zeitung

Mein Artikel in der Leipziger Volkszeitung zu einer Ausstellung von Manfred Martin d.Ä., 19. März 1997. Natürlich mit penetranten Änderungen zum Original durch die Redaktion und mit deren hilflosen Versuchen, journalistisch-sprachliche Fähigkeiten nachzuweisen.
Sehr seltsam, dass gerade Zeitgenossen dieser üppigen Hybris unterliegen, welche überfordert sind, die Schlagerlyrik Marianne Rosenbergs von der Sprache Trakls oder Georg Heyms zu unterscheiden. (Etwas vergrößert ist der Text sicherlich lesbar)

Der abgebildete Holzschnitt wurde 1950 begonnen und 1992 nochmals bearbeitet.

Ein zweiter Text vom 16. März 2000 zum 70. Geburtstag Manfred Martins aktiviert auch heute noch meine cholerische Erbmasse, denn ich erkannte ihn als veröffentlichen Zeitungsbeitrag nicht wieder. Gisela Hoyer, damals Kulturchefin dieses Blättchens, begründete die einfältige Abholzung meiner brillant verknüpften Gedankenkette mit einem heiteren: „Das verstehen unsere Leser nicht“. Diese Anmaßung, die eigene Armseligkeit auf die gesamte Leserschaft zu erweitern, erscheint mir beträchtlich. Meine drei weiteren Beiträge über Manfred Martin erreichten gar nicht erst die Druckerei, trotz der gewohnten Souveränität.
Um diese Redaktion zu überfordern, bedurfte es nur minimaler Ansprüche, wobei die gegenwärtige Entwicklung keine wesentliche Alternative anbietet.

Also zwei Artikel über Manfred Martin innerhalb von zwei Jahrzehnten. Michael Triegel oder Fischer-Art, deren Bilder sich als zeigenössische Folterinstrumente mit zuverlässigem Wirkungspotential etabliert haben, erhalten diese Aufmerksamkeitsquote pro Woche.

Heute wird in Panitzsch, b. Leipzig eine kleine Ausstellung mit Arbeiten Martins eröffnet. Es spricht Rainer Eppelmann, der als Pfarrer schon während der 80er Jahre Bilder von Manfred Martin in der Berliner Samariterkirche ausstellte.
Und jetzt beginnt diese Leipziger Volks-Gazette zu reagieren. Sie höhnt: „Manfred Martin ist doch nicht vergessen“, dass er zu „den zu Unrecht vergessenen Künstlern Leipzigs gehört“…..(Na, was denn nun, Ihr Pfeifen!)….. und bedauert dessen Stellung als ständiger Geheimtipp (LVZ, 30/31. Januar). Doch selbst dieser Artikel, im Grunde in die Rubrik „Was sonst noch passierte“ eingeordnet, kann mit der Inkompetenz, Schludrigkeit und Lustlosigkeit des Verfassers nur erzürnen.

Wegen eines kleinen gesundheitlichen Zwischenfalls muss ich diese Eröffnung meiden. Doch hoffentlich wird Eppelmann darüber informiert, dass auch die „Leipziger Volkszeitung“ ein gerüttelt Maß dazu beigetragen hat, dass Manfred Martin vor und nach der Wende ein Künstler an der Peripherie der Leipziger Kulturszene geblieben ist.

Wobei derartige Abläufe täglicher Standart dieses Blattes sind. Ich denke dabei mit Missmut an den kontinuierlich betriebenen Rauswurf der Galerie Beck aus Leipzig und an die Beendigung von „Klangrausch“ (s.a. Text v.1.Juli 2009 i.diesem Blog)
Panitzsch ist nun nicht gerade das Zentrum des mitteldeutschen Galeriewesens und die Ausstellung wird wenig Beachtung erhalten. Vielleicht entschließt sich ein Galerist in Leipzig zu einem angemessenen Überblick, zum 80. Geburtstag von Manfred Martin am 16. März.

Heute, 31. Januar, 16.Uhr, Ausstellungseröffnung Manfred Martin d.Ä.
Kunstverein Panitzsch e. V., Hauptstraße 10.
Einführung: Rainer Eppelmann
Musik: Reiko Brockelt, Universitätsbigband Leipzig
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Ölbilder und Holzschnitte von Manfred Martin

Frühes Porträt
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Vereinigung, 1993

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Harlekin I, 1989

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Harlekin II, 1989

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Frühes Porträt

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Gekreuzigter I, 1989

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Januar 31, 2010 Posted by | Kunst, Neben Leipzig, Presse, Verstreutes | Hinterlasse einen Kommentar

Jürgen Henne, gestern in Chemnitz , Rosa Schapire und Karl Schmidt-Rottluff

Die Hallenser Kunstsammlungen in der Moritzburg wurden mit der herausragenden Kollektion Hermann Gerlinger bereichert. Chemnitz erhielt die Sammlung Gunzenhauser und einen Edelkoffer mit dreihundert gedruckten, gezeichneten und aquarellierten Blättern Feiningers. Kleineren Orten wie Apolda, Jena, Altenburg gelingen vortreffliche Ausstellungen. (ua. O.Mueller, Moholy-Nagy, Feininger, Kirkeby, Lüpertz, Macke, Amiet). Alles Ereignisse im erweiterten Leipziger Umfeld.

Und dann gibt es noch das Bildermuseum in Leipzig mit der Ausstellung „60/40/20 Kunst in Leipzig seit 1949“ (mit einem saumäßigen Katalog, s.a. Text v. 15.11.2009) und einer Retrospektive der Kunst Tübkes im vergangenem Jahr. Unglaublich aufregend. Und als Höhepunkt des vergangenen Jahrzehnts gilt sicher immer noch die Übersicht mit Fundstücken aus der etwas infantilen Sammlung von Gunter Sachs. Ich denke, Hans-Werner Schmidt, Direktor des Museums, wird nicht so recht ernst genommen.

Karl Schmidt-Rottluff, Bildnis Dr. Rosa Schapire, 1919

Bis 21. Februar in Chemnitz, Auswahl aus der Sammlung Rosa
Schapire

Rosa Schapire, als polnische Jüdin 1874 in Galizien geboren, 1893 Übersiedlung nach Hamburg, 1901-1904 Studium der Kunstgeschichte Bern, Heidelberg, Leipzig.
1906 (!) Sie kritisiert positiv eine Ausstellung Emil Noldes. 1907 passives Mitglied der Dresdner „Brücke“, Beginn einer lebenslangen Freundschaft mit Schmidt-Rottluff.
Innerhalb der Ausstellung „Entartete Kunst“ (1937) hing auch ein Porträt Rosa Schapires von Schmidt-Rottluff.
1939 Ausreisegenehmigung nach England. Ihr gelingt es, einen großen Teil ihrer Sammlung Schmidt-Rottluff auf die Insel mitzunehmen.
Sie stirbt 1954 in der Londoner Tate Gallery, kein schlechter Ort für eine finale Verbleichung.
Die Bilder wurden nach ihrem Tod auf zahlreiche Museen verteilt. In Chemnitz gibt es Expressionismus u.a. aus London, Kopenhagen, Berlin, Stuttgart, Oldenburg.

Aby Warburg beschrieb Rosa Schapire als „eigenartig grün….dieses Rosenknöpfchen auf Tintenfüßchen.“ Und vor allem hatte sie ein solides Verständnis für hochwertige Kunst. Holzschnitte, Zeichnungen und Ölbilder Schmitt-Rottluffs präsentieren sich in dieser Ausstellung in einer Qualität, die das gesamte Spektrum und den hohem Anspruch expressionistischer Ästhetik fugenlos abspiegelt.
Hier gibt es keine Füllmasse, die bejubelt werden muss, nur weil ein großer Künstlername neben dem Bild angeheftet ist. Hier kann man sich erfreuen, ohne vom schlechten Gewissen malträtiert zu werden.
Daneben wird expressionistischer Schmuck gezeigt, Postkarten, Eigentumsverzeichnisse für ihre Emigration und ein Bild von Walter Gramatte, gleichfalls von erlesener Qualität (unten)

Ingrid Mössinger, Chefin der Chemnitzer Kunstsammlungen, hat die Entwicklung dieser Stadt zu einem kulturellen Edelzentrum in ihrem gnadenlos offenen Visier. Ich lernte sie erstmalig vor einigen Jahren in Leipzig kennen, als wir gemeinsam in der Jury einer Kunstausstellung agierten. Meine anfänglichen Bedenken sind inzwischen derartig radikal verkümmert, wodurch ich eine gesamte Tagesproduktion eines Hut-Herstellers käuflich erwerben möchte, um vor ihr einen Kopfschmuck nach dem anderen zu ziehen. Wie sie die Chemnitzer Kunstszene bearbeitet, ist bemerkenswert.
Und natürlich fällt dann mein Blick sofort wieder auf meine Heimatstadt.

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Karl Schmidt-Rottluff, Frau mit Handtasche, 1915 (Ausschnitt)

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Walter Gramatte, Porträt Rosa Schapire, 1920 (Ausschnitt)

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Januar 25, 2010 Posted by | Kunst, Neben Leipzig | Hinterlasse einen Kommentar

Jürgen Henne, Musik um 1969 und Captain Beefheart

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Eine CD – meine Wiederentdeckung im Januar

Marvin Gaye aus Washington schickte 1969 „I Heard It Trough the Grapevine“ um die Erde, ein meisterhafter Song, den vorher schon Gladys Knigth intonierte und der später CCR zu einem treibenden, Transpiration anregenden Nebenhit verhalf.
Im gleichen Jahr kreischten sich Sly & the Family Stone wundervoll über die Meridiane, die Temptation spielten sich zuverlässig in Hochform und Flock ihr bestes Album ein, Velvet Underground mit Lou Reed gönnte sich „Velvet Underground“, ohne John Cale aber immerhin mit „Walk On The Wild Side“ und die göttlichen Blood, Sweat & Tears erklommen zurecht die höchsten Ruhmesgipfel.
Alles frohe Botschaften aus dem Morgenland, um 1969. Bei Blood, Sweat & Tears heute nicht mehr so recht nachvollziehbar. Denn die öffentliche Ignoranz ist seit Jahrzehnten gegenüber dieser Musik derartig aggressiv, als hätte diese Formation nie existiert.
Und auch Chicago entschloss sich zu einer beachtlichen Musik ( „25 Or 6 to 4“), bevor sie in deren Niederungen verkümmerte („If You Leave Me Now“)

Aus England tönte 1969 Led Zeppelin und brachte mich mit „Whole Lotta Love“ an den Rand eines euphorischen Fenstersturzes. David Bowie begann mit „Space Oddity“ den Reigen seiner beachtlichen Musikkultur, Colosseum boten 1969 ihre erste Scheibe an, noch ohne Chris Farlowe, Jethro Tull beglückte mich mit „Sweet Dream“ und Soft Machine produzierten ihr hochwertiges „Volume Two“.
Blind Faith mit Eric Clapton (Yardbirds,Cream), Steve Winwood (Traffic, Spencer Davis Croup – „Keep on Running“ und „Gimme Some Lovin‘ “ ) veblüfften durch die Schönheit ihrer etwas schrägen Musik und Humble Pie rasteten aus und gelten bis heute als herausragende Live-Gruppe – Mit Peter Frampton, früher bei Herd, Greg Ridley, früher bei Spooky Tooth und den göttlichen Steve Marriott von den Small Faces, der 1991 im Umkreis seiner unausgelöschten Zigarette verbrannte. Bei Chris Farlowes Konzerten gehört Marriotts „All Or Nothing“ zu einem stabilen Programmpunkt. Ich bin nicht gerade der zuverlässige Konzert – „Mitgröler“, doch wenn Marriott, Farlowe und Henne zusammentreffen, darf gegrölt werden.

Auch in Deutschland gab es 1969 Musik, Ostdeutschland erwähne ich nicht, dann falle ich sofort ins Koma. Aber auch aus bundesrepublikanischen Radios und Schallplattenspielern klangen leckere Noten. Es dominierten Karel Gott…schauder…..James Last….Entsetzen…..Roy Black……Grauen……Heintje……Plumps, ich liege mit schauderndem Entsetzen auf dem Boden.
Ausnahmslos Nr.1 in der deutschen LP-Hit-Parade.

Captain Beefheart

Und dann gab es 1969 natürlich noch Captain Beefhaert und seine Scheibe “ Trout Mask Replica“ (Foto oben), produziert von Schulfreund Frank Zappa. Bei dem Versuch, dieser Musik eine zeitgemäß-verständliche Signatur zu vergeben, würde jede Schublade bersten, jeder Einordnungsversuch in Hoffnungslosigkeit verdämmern. Thomas Mießgang schrieb vor einigen Jahren in der „Zeit“, diese Musik sei “ ein organischer Klang-Wildwuchs, ein in sich geschlossenes Paralleluniversum, das sich zum Rest der Pop-Musik verhält wie „Finnegans Wake“ zum Reader’s Digest.“
Don Van Vliet (bürg. Name) zelebrierte röchelnd, gurgelnd eine wilde Flucht vor kommerziellen Ansprüchen, vor geordneter Verkäuflichkeit und mischt Delta-Blues, Free-Jazz, Rock’n Roll und elektroakustische Elemente zu einem unvergleichlichen Avantgarde-Gewühle. Ein dadaistischer Lyrik-Terror vereint sich dabei mit rhythmische Brüchen, die dem gefälligkeitsgewohnten Edel-Ohr den Schmalz bis zum Gehirn treibt.
Der Einfluss seiner Musik auf die Kulturen des Punk und New Wave sollte nicht unterschätzt werden. Pere Ubu mit ihren herausragenden Scheiben „Dub Housing“, „Modern Dance“ und „New Picnic Time“ würden z.B. diesen Hinweis sicher unterstützen
Meine musiktheoretischen Kenntnisse verharren auf dem Stadium eines Faustkeilträgers. Doch meine fanatische Liebe zur Musik, meine uneingeschränkte Zuneigung zu zeitgenössischer Kunst und eine Toleranz ohne vereiste Vorurteile ermöglichen mir eine grenzenlose Aufnahmebereitschaft, welche für diese Scheibe vorausgesetzt werden sollte.
Die 28 Songs zu „Trout Mask Replica“ soll der „Captain“ in zehn Tagen geschrieben haben. Seit 1986 vernachlässigte er die Musik und malt, soll einträglicher sein.
Und ich werde jetzt eine CD einlegen. Sie beginnt mit „Trout….“

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Januar 20, 2010 Posted by | Musik | 1 Kommentar

Jürgen Henne, Liefers, LVZ, Pausenmilch, Ampelmännchen, Samuel Beckett, Solschenizyn und Schnaps und Bockwürste zum 1.Mai

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Auf Seite 1 der heutigen Ausgabe von Leipzigs Tageszeitung für Leser mit markanter Anspruch-Askese wird auf einen Text auf Seite 9 verwiesen: „Ost-Lob. Für Jan Josef Liefers war nicht alles schlecht“.
Nun sind weder Liefers noch LVZ meine bevorzugten Garanten für eine kontinuierliche Weiterbildung.

Wenn ich aber nach zwanzig Jahren diese Sülze lese und höre, treibt es mir den halbverdauten Frühstückszwieback zurück in die Mundhöhle. Für Liefers war nicht alles schlecht, in der DDR. Und in der DDR war grundsätzlich nicht alles schlecht. Könnte man wenigstens sprachlich ein paar Varianten wagen? Aber, nein…….“In der DDR war nicht alles schlecht“……Jeder törichte Journalist muss diesem genormten Mumpitz nachöden.

Und inhaltlich kommt dann Pausenmilch in der DDR-Schule, das Ampelmännchen, Spreewaldgurken und die warme Gemeinsamkeit der Menschen untereinander auf den Huldigungs-Thron, weitgehend eine Notlösung in der Rubrik: Tausche drei Kästen Wernesgrüner gegen eine LP von Frank Zappa
Ein Land ohne die minimalsten Ansätze von Demokratie, ohne Freiheit kann nicht gut, sondern nur schlecht sein, um diesen schlichtem Vokabular zu folgen.

Während meines Studiums in Dresden wagte ich in einem Seminar die Frage nach Pfarrer Oskar Brüsewitz, der sich 1976 in Zeitz verbrannte. Die Antwort unserer Lehrkraft für „Wissenschaftlichen Kommunismus“: „Herr Henne, ich habe mein Diplom, sie wollen es doch auch, setzen Sie sich!“. Ich setzte mich.
Während des gleichen Studiums, in einem Seminar über gesellschaftsfeindliche Literatur, u.a. von Solschenizyn, brachte ich mein Unverständnis zum Ausdruck, dass wir uns darüber nicht äußern können, weil die Texte Solschenizyns in der DDR nicht zugänglich sind und erhielt die Antwort: „Ich schlage Ihnen vor, uns zu glauben.“ Ich setzte mich.

Das war die DDR, wichtiger als Pausenmilch, Spreewaldgurken und dusslige Ampelmännchen.

Solschenizyn

Und das ich erst in das vierzigste Lebensjahr eintreten musste, um die französischen, englischen und spanischen Kathedralen, um Angkor, die mexikanischen Pyramiden, New York, den Tafelberg Kapstadts und den Ontario-See mit feuchten Augen zu erleben, Beckett, Genet und Bukowski in jedem Buchladen kaufen und vor den Originalen Pollocks, Rothkos, Bacons und de Koonings abknien kann, werde ich diesem Blödland DDR bis zu meinem Sargeinstieg nicht verzeihen.

Beckett

Und wenn die edle Struktur der DDR mit den Erlebnissen der ersten Liebe und dem entsprechenden Geknutsche, mit der ersten Gitarre, dem ersten Fahrrad und der ersten Musik-LP bewiesen wird, also mit völlig systemunabhängigen Abläufen, könnte ich mich zu einer hysterischen Brüllorgie entschließen. Denn das ist einfach nur hochgradig beknackt.

Ich habe dieses Land gehasst. Ein Land, welches kostenlosen Schnaps und Bockwürste ankündigte, um das Volk zum 1. Mai auf die Straßen zu treiben, in dem jeder Besuch der Wahlkabine mit einem Kreuz dokumentiert wurde und man Menschen „züchtete“, die in die SED eintraten und heute vollmundig verkünden, dass ihnen damals die Veränderung von „innen“ am Herz gelegen hätte, kann nur an der Peripherie der Geschichte abgeladen werden, zwischen Lächerlickeit und Ekeltonne.

Ich bin glücklich, meine zweite Lebenshälfte in Deutschland und in der Welt absolvieren zu können, nicht in der kommunistischen Kloake DDR.
Ich denke, dass weder das Pubertätsgeröhre von Liefers noch Leipziger Dusselblätter eine Veränderung bewältigen können.

Natürlich nehme ich grenzwertige Abläufe in unserem Land, politische, wirtschaftliche und kulturelle Entgleisungen durchaus wachsam zur Kenntnis. Und natürlich ist auch hier nicht alles gut, um diese Infantil-Sprache wiederum aufzunehmen.

Januar 14, 2010 Posted by | Kunst, Leipzig, Literatur, Neben Leipzig, Presse, Verstreutes | Hinterlasse einen Kommentar

Jürgen Henne im Winter, Thomas Wassberg, Avercamp und die fröstelnd-barmenden Tumulte um ein paar Zentimeter Schnee

Jürgen Henne, auch als „Thomas Wassberg von Gohlis“ bekannt, bei der Vorbereitung zum Wasa-Lauf, Januar 2010, unweit von Leipzig.

Ich liebe diesen Schnee, diese herbe Ästhetik ohne Schweißflecke an den Baumrinden. Ich könnte mich von Baum zu Baum suhlen.
Und jetzt wird wieder gebarmt. Deutschland jammert sich in die Frost-Starre. Hamsterkäufe werden erwogen, um diese Last erträglicher zu gestalten. Alle Medienheinis quasseln sich zum Schneemann und stecken sich eine Möhre in ihre blaugekühlten Leidensgesichter.
Mein Gott, es ist Winter und es schneit und es gibt Frost.
Noch vor wenigen Jahren habe ich im Dezember bei sanftem Schneefall und mit ruhigen Schwimmzügen das Ostseewasser durchmessen.
Die tägliche Hitze in meinem Körper genügt mir.
Außerdem liebe ich die Winterbilder von Avercamp, van der Neer oder Ruisdael, Holland, 17.Jahrhundert.
Und jetzt gehe ich zu Frau Holle, greife ihr in den Schritt und hoffe, dass sie dadurch ihre Aktivität noch etwas steigert.

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Januar 9, 2010 Posted by | Leipzig, Verstreutes | 1 Kommentar