Juergen Henne Kunstkritik

Ellsworth Kelly und Jürgen Henne

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Der traurige Jürgen

Tschüss, mein lieber Ellsworth, Du hast mir viel Freude bereitet !

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Dezember 28, 2015 Posted by | Leipzig | Hinterlasse einen Kommentar

Jürgen Henne, verbotenes Land, gelobtes Land und Frank Zappa zum 75.

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Blickt Jürgen über das verbotene Land oder über das gelobte Land?

Am heutigen Morgen auf Deutschlandradio Kultur:

„Gegeben wurde auch Andrzej Wajdas legendärer Film „Das verbotene Land“.

Ich weiß nichts über das Anliegen dieser Veranstaltung und bin gleichfalls nicht über die geografische Region informiert.
Ich hörte nur diesen Satz und drückte den Radioknopf zur Lautlosigkeit.

Denn ich weiß zumindest, dass Wajda seinen Film den Titel „Das gelobte Land“ verliehen hat.
Und man wird mich nicht überzeugen können, einen derartigen Mumpitz während vorweihnachtlicher Frühstunden zu hören.
Wenn auf den Einsatz einer pompös-nervenden Ablutschung wie „legendär“ der falsche Filmtitel folgt, da wälzt sich mein Frühstücksei wieder nach oben.

Also tastete mein pflaumenmusbesudelter Mittelfinger nach dem Knöpfchen…klatsch. Stille.
Ein Film namens „Das verbotene Land“, den ich noch nicht gesehen habe, wurde während der 20er Jahren in Österreich produziert. Tibet ist das Thema.

Nun ja, „Das verbotene Land“ und „Das gelobte Land“ klingen doch recht ähnlich, zumindest ähnlicher als „Das gelobte Land“ und „Die Feuerzangenbowle“.
Und wem kümmert die Differenz bei den Entstehungszeiten („Das gelobte Land“, 1974).
Wird schon keiner merken.

Gedenkminute für Frank Zappa, vor fünfundsiebzig Jahren wurde er geboren und ich höre heute…..

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…diese Scheibe, die ich zu ekligen DDR-Zeiten für einhundertundzwanzig eklige DDR-Mark erwarb, wonach ich mich von Petersilie und Knäckebrot ernähren musste.

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Mein Januarwunsch 2016…..

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…oder so

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…..oder so
Jeder Zustand wäre erträglicher als diese aktuelle fünfzehngradige, obstbaumblühende Zumutung.

Alle Fotos, Bischofsgrün 2012

-Musik des Tages

„Desolation row“, Bob Dylan („Highway 61 Revisited“)


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Dezember 21, 2015 Posted by | Leipzig | Hinterlasse einen Kommentar

Jürgen Henne, Lehmann-Grube, Lüpertz, Zurbarán, Feinmalerei, Grobmalerei, HH (Hitlers Hoden), HH (Hennes Hoden) und Cy Twombly, der Unvergessliche)

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Francisco Zurbarán und Gottfried Schalcken, scheinbar vergessene Meister, die scheinbar wiederentdeckt werden. LVZ vor einigen Tagen.

Herr Ulrich Traub, das ist Unfug.
Bei Zurbarán von einem „vergessenen Maler“ zu schreiben, der „wiederentdeckt“ wird, ist tatsächlich Unfug.
Der Status einer Vernachlässigung von Schalcken innerhalb der Kunstgeschichte ist sicherlich unbestreitbar.
Und innerhalb des Terzetts barocker Malkultur in Spanien des 17. Jahrhunderts muss Zurbarán bescheinigt werden, neben Velázquez und Murillo eine geringere Popularität erlangt zu haben.
Doch eine Wiederentdeckung war mitnichten notwendig.

Nur einhundert Kilometer entfernt von meiner Heimatstadt kann ich mich in Dresden vor ein Bild Zurbaráns setzen, auch in London, Paris, Poznan, in Madrid, Toledo und Seville ohnehin.

Im durchaus qualitätsvollen, fünfbändigen Kunstlexikon des Seemann-Verlags (DDR) erhielt Zurbarán mehr papierne Quadratzentimeter als Murillo.

Auch in anderen Lexika und Kunstgeschichten meines Bestandes ähnelt sich die Wertigkeit von Zurbarán und Murillo beträchtlich.
Die Gemäldegalerie Berlin preist Zurbaráns „Don Alonso Verdugo de Albornoz“, sein einziges signiertes Porträt, als außerordentlich bedeutsamen Beitrag zu deren spanischer Sammlung (Ein anderer Zurbaran verbrannte 1945)

Gleichfalls wird Zurbarán z.B. im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek keineswegs ignoriert, u.a. durch eine Lektüre mit einem Vorwort von Cees Nooteboom.

Und bei Gesprächen, nicht nur in kompetenter Umgebung, ist Zurbarán durchaus keine Randerscheinung der europäischen Kunstgeschichte.

Mich ärgert doch wiederholt diese Oberflächlichkeit, die fehlende Sorgfalt und Prägnanz bei sprachlichen Beschreibungen und Urteilen.
Und wenn derartige Nuancen zwischen „in die Kunstgeschichte nicht so gewichtig eingeordnet wie Velázquez….“ und „Zurbarán als vergessener Maler, der wiederentdeckt wird…“ignoriert werden, mutiert auch der Kunstjournalismus zu einer unanständigen Beliebigkeit.
Gerade die deutsche Sprache verfügt doch über ein reiches Repertoire für die Beschreibung von Zwischentönen.

Und wenn Herr Traub über Schalcken schreibt: „Dass der Leidener Feinmaler lange Zeit in Vergessenheit geraten war, lag an dem veränderten Kunstgeschmack, der seit dem 19.Jahrhundert den gröberen Stil à la Rembrandt und Vermeer nicht einfach zu vermitteln war“, neige ich zunächst zu einer kleinen Verunsicherung.

Aus kunstwissenschaftlicher Sicht irritiert mich der Begriff einer „Feinmalerei“.
Und Vermeer sowie Rembrandt mit einem „gröberen Stil“ agieren dann als Grobmaler.
Feinmaler und Grobmaler.

Diese einfältigen Kategorisierungen sind mir fremd.

Bei Grobkorn-Reis und Feinkorn-Reis würden die Adjektive sicher nicht als qualitativer Maßstab gelten.
Doch bei menschlichen Wesen und deren Handlungen teilen „grob“ und „fein“ durchaus zivilisierte Standarts, die als positiv und negativ empfunden werden.
Man könnte z.B. von einem etwas expressiveren Farbauftrag schreiben.

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Und das sollte ein guter Journalist beachten, denn sonst könnte er auch von der feinen und groben Konsistenz der Verdauungshügel von Waschbären in einer Schreber-Hauschild-Postille der Kleingartenanlage „Zum fauligen Rettich“ berichten.

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Zugabe 1

Gestern wurde die Beethoven-Plastik von Markus Lüpertz vor dem Leipziger Bildermuseum enthüllt.

Das Urteil des ehemaligen Oberbürgermeisters Hinrich Lehmann-Grube reduziert sich zunächst auf ein markantes „schlecht“, einfach nur „schlecht“. Erscheint mir etwas dürftig
Danach wird präzisiert (Zitat, LVZ): „… aber ich sehe nicht den geringsten Zusammenhang mit dem Beethoven, den ich kenne, und der darüber stehenden Figur“

Aber Herr Lehmann-Grube, ihre Zusammenhänge interessieren keine Sau. Sie glauben, wenn Sie keine Zusammenhänge erkennen, ist die Kunst einfach nur „schlecht“. Der Mangel an grundsätzlichen Kenntnissen über die Beziehungen von Künstler, Kunst und Rezeption ist beachtlich. Absolut ohne Zusammenhang.
Lüpertz wird schon seine Zusammenhänge mit Beethoven verarbeitet haben, vielleicht sähe auch Schwarzenegger Zusammenhänge mit seiner Beethovensicht oder Mike Krüger oder Helene Fischer oder Jürgen Henne.
Steht aber bei Lehmann-Grube nicht zur Debatte. Er findet keine Zusammenhänge bei dieser Bildhauerei mit der eigenen Beethoven-Vorstellung. Also ist das Ergebnis „schlecht“.
Lehmann-Grube, Sie sind ein Ignoranz-Gigant.
Vergelt’s Gott, daß Lüpertz nicht Lehmann-Grube nach seinen Zusammenhängen mit Beethoven gefragt hat.
Das wäre ohne jeglichen Zusammenhang.

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Zugabe 2

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Vorzüglicher, zwei-strängiger Hodenstand ohne Rohr.
Abguss-Sammlung, Lindenau-Museum Altenburg/Thür.

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Vorzüglicher, zweisträngiger Hodenstand mit Rohr
Abguss-Sammlung, Lindenau-Museum Altenburg/Thür.

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Die Hodenaufnahmen machte ich während einer großartigen Ausstellung Cy Twomblys 2008 im Lindenau-Museum Altenburg/Thür (Bild).

Hitler hatte nur einen Hoden.
Ich bin stolzer Besitzer von dreieinhalb Klöden. Komme ich jetzt auch auf die Titelseite der Bildzeitung?

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Zugabe 3

Stefan Raabs Rückzug aus der deutschen Fernsehunterhaltung wird vehement diskutiert.
Ich kann keine Beurteilung anbieten, denn nicht eine einzige Minute seiner Sendungen war mir vergönnt.
Bin ich deshalb nun klüger oder dussliger geworden?



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Dezember 20, 2015 Posted by | Leipzig | Hinterlasse einen Kommentar

Jürgen Henne, Eric Burdon, Blues Incorporated, das Grab von Sibelius, der germanische Hades, ein Vorwort von Lindenberg und Vierfünftel Rolling Stones

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Autobiographie Eric Burdons, der man selbst bei unbeschwerter Gutlaunigkeit nur eine mittelmäßige Qualität bescheinigen kann. Vorwort von Udo Lindenberg
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Für Jürgen von Eric Burdon
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Man will doch mitnichten immer nur nörgeln.

Wir hören auf einem sogenannten Kultursender, wenn es sich dynamisch in den Tagesablauf einfügt, das musikalische Sonntagsrätsel, 10.30 Uhr. Natürlich sonntags, wie der Sendungstitel es schon andeutet.
Ohne gedruckte und digitale Nachschlagewerke versuchen wir, vielleicht schon im Prozess beginnender Debilität, uns die Hochwertigkeit unserer Bildung zu bestätigen.
Es gelingt natürlich ständig.

Vor wenigen Tagen wurde nach einer „Folk-Band“ der 60er Jahre gefragt, wonach „San Francisco Night“ durch den Raum tönte.
Ich war irritiert.
Denn als „Folk-Sänger“ hatte ich Eric Burdon (Animals,New Animals,War), der vor über fünfzig Jahren meine musikalischen Neigungen doch beträchtlich steuerte, nie wahrgenommen
Burdon gilt neben Joe Cocker als größte weiße Bluesstimme, wobei beide Universen trennen.
Und Van Morrison wird ohnehin weitgehend ignoriert. Eine Frechheit.
Denn Cocker hatte sich nach bemerkenswerten Anfangsjahren doch eher im Schlagerfach eingerichtet.

Eric Burdon agierte zumindest als Gast bei Alexis Korners „Blues Incorporated“, die sich zum Füllhorn formte, aus dem nach Belieben Musiker über Tonstudios und Konzerthallen ausgeschüttet wurden, welche über Generationen die Musik zahlreicher Genres beeinflussten.
Alle Mitglieder des Cream-Trios, Vierfünftel Rolling Stones, Cyrill Davies, Graham Bond, John McLaughlin, Dick Heckstall-Smith, Long John Baldry…..werkelten in irgendeiner Form bei bei „Blues Incoorporated“.

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Leipzig 2013, Konzert mit Eric Burdon, rechts
Unvergesslich.

Sicherlich entspricht Blues einem Teil afroamerikanischer Folklore, doch wird er im europäischen Verständnis und in seinem Einfluss z.B. auf die Rockmusik nicht als Folkmusik kategorisiert. Denn auch die Bedeutung des Blues auf Jazz oder Rock`n Roll ist natürlich beträchtlich.
Gleichfalls sind inhaltliche Bezüge von Folk und Blues erheblich, deren Wirkung auch Eric Burdon nutzt.
Doch die Animals ausschließlich als Folk-Musiker zu beurteilen, erscheint mir etwas wenig.

Und auch die Coverversionen der Animals von „Hous of the Rising Sun“ (Traditionel) oder „Ring of Fire“ können nicht zu einer Einordnung in die Folk-Musik berechtigen.

Genau wie man Vanilla Fudge durch ihre Version von „You Keep Me Hanging`On“ (Supremes) nicht zum Motown oder Thin Lizzy mit der Interpretation von „Whiskey In The Jar“ nicht zur zur Folk-Szene, eher zum gemäßigten Hard Rock zählen sollte.

Und wenn mir jetzt spontan Titel Eric Burdons einfallen, wie: „Inside-Looking Out“, „See See Rider“, „Boom Boom“, „Tobacco Road“, „When I Was Young“, „Baby Let Me Take You Home“, „Spill The Wine“, „It`s My Life“ „Dont Bring Me Town…“ sehe ich die Blues-Akkorde von den Wänden tropfen.

Sicher sind das Fehleinschätzungen, mit denen sich die Erde dennoch weiterdreht.
Doch die alltägliche Normalität derartiger Oberflächlichkeiten und Ungenauigkeiten irritiert mich zunehmend.
Es wird ein Halbwissen abgelabert, während die Nachpüfung bei Unsicherheiten überflüssig scheint, merkt ohnehin niemand.

Falsche Informationen werden in den folgenden Sendungen nur noch gelegentlich korrigiert und Wikipedia entwickelt sich ohnehin allmählich zur wichtigsten Wissensquelle, die natürlich keine vertiefenden Zusammenhänge bieten kann (Ich möchte auf Wikipedia natürlich nicht verzichten, doch nur als Einstieg, sonst bleibt es eben Halbwissen).

Zum fast beendeten Sibelius-Jahr wurde vor einigen Wochen, gleichfalls auf einem Kultursender, als Ort seiner Grabstätte die norwegische Stadt Bergen angegeben.
Das würde ich gern bezweifeln, denn ich stand tatsächlich vor dem Komponistengrab in Bergen, allerdings vor Edvard Griegs Ruhestädte.
Sibelius wurde bei seinem langjährigen Wohnhaus in Ainola begraben (Finnland).
Skandinavien ist natürlich korrekt, doch sollte man sich in diesem Fall um etwas geografische Sorgfalt bemühen.
Denn Sibelius ist Finne und Grieg Norweger, so einfach kann das sein. Und wenn man zu blöd ist, sollte eine Wissenserweiterung angestrebt werden, vor der Sendung.

Was natürlich keineswegs heißen soll, dass jede Berühmheit in ihrem Geburtsland beigesetzt wurde.
Händel: Halle/S. – London, Stefan Zweig: Wien – Petropolis(Bras.) Fritz Lang: Wien – Hollywood…

Zugabe…Zugabe…Zugabe…Zugabe…Zugabe…Zugabe

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Völkerschlachtdenkmal, Leipzigs hässlichster Steinhaufen

Hier läuft der Auftritt von Neil Young im Juli ab.
Nach intensiven Überlegungen ist es mir nicht gelungen, eine beklopptere Umgebung für die Musik Neil Youngs zu orten.
Ich sah Ihn vor ein paar Jahren auf Dresdens Elbwiesen. Er wird sicherlich keine Vergleiche mit dem „Ol` man river“ gezogen haben, doch zumindest ein besserer Ort als diese Monumental-Gurke

Völkerschlachtdenkmal_Leipzig_Wächter_in_der_Krypta

Völkerschlachtdenkmal, Innenraum, Detail
So stelle ich mir die germanische Version des Hades mit Charons Gesellen vor.

Architekt dieser Godzilla-Hütte war Bruno Schmitz, der gleichfalls das Kyffhäuserdenkmal mit dem schnarchenden Barbarossa und das Kaiser-Wilhelm-Denkmal/Porta Westfalica zusammenhämmerte.
Ich stand schon vor jeder dieser ästhetischen Rücksichtslosigkeiten.
Soviel unvorteilhafte Architektur muss man erst einmal schaffen, das gelingt nicht jedem.

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Dezember 13, 2015 Posted by | Leipzig | Hinterlasse einen Kommentar

Jürgen Henne und Walther von der Vogelhenne

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Jürgen sucht vereinsamt nach Sinn und Zweck menschlicher Dichtkunst (Ostsee)

Für einen Lyrikband wurden bei einem Gedichtewettbewerb aus „mehreren tausend eingereichten Beiträgen“ (Zitat) u.a. auch diese Zeilen ausgewählt.

Stille Nacht

Die Wolken wachsen die Wände empor.
Die Türen schließen leise.
Du sagst: Der Wind bringt Regen übers Feld
Hol ein Deine Gaben. Hol ein Deine Schuld.
Die Eulen fliegen leise.
Du sagst: Der Wind bringt Regen übers Feld
Die Gaben wachsen den Himmel empor.
Die Schuld redet leise.
Du sagst: Der Wind bringt Regen übers Feld
Die Menschen im Ort reden leise.

Ich enthalte mich eines Kommentars, bitte aber darum, mich zukünftig, im Angesicht dieses „Gedichts“, mit Rainer Maria Henne anzusprechen.

Vielleicht auch Georg Philipp Friedrich von Hardenhenne oder Joseph von Eichenhenne.

Oder Wilhelm Heinrich Wackenhenne, möglich wäre auch Walther von der Vogelhenne.



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Dezember 8, 2015 Posted by | Leipzig | Hinterlasse einen Kommentar