Juergen Henne Kunstkritik

Jürgen Henne in Hellerau

Bemerkenswerte Kunst im Festpielhaus in der Gartenstadt Dresdens  

Kunst muss „schön“ sein.  Die Welt ist ein Tal des Elends, deshalb muss Kunst positiv sein, entpannend, optimistisch, nicht schmerzhaft, das „Gute“soll sie darstellen, denn Elend gibt es genug. Das Gute im Menschen, Glück, schmerzfreie Harmonie muss Kunst vermitteln, denn Konflikte gibt es ohnehin täglich……u.s.w.  

Auszug aus dem gängigen Anforderungskatalog für Kunst.

 Die Besucher der Tanzperformance von Ulf Langheinrich und der Tänzerin Toshiko Oiwa am Buß-u.Bettag im Festspielhaus Hellerau erwarteten sicherlich nicht, dass heitere Operetten-Evergreens  sie durch den Abend  und schmerzfreie Harmonie in die Seligkeit manövrieren. Etwas getriebene Fiebrigkeit war eingeplant und wurde erhofft. Für deartige Veranstaltungen in Hellerau wäre das der Normalzustand.
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November 23, 2007 Posted by | Kunst, Neben Leipzig | Hinterlasse einen Kommentar

Kunst im Festspielhaus Dresden/Hellerau

Bis 24. November leuchtet das Festspielhaus Hellerau noch mit dem Internationalen Medienkunstfestival Dresden. Am vergangenem Samstag flimmerten und zitterten zellenartige Strukturen über Videowände, verzerrten sich, veränderten ihre Kraftlinien, trieben aggressiv auseinander und fielen weich zusammen. Gesteuert durch Körperannäherungen und Körperberührungen bei einer interaktiven Performance-Installation aus den Niederlanden.  
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November 20, 2007 Posted by | Kunst, Neben Leipzig | Hinterlasse einen Kommentar

Jürgen Henne in Venedig——Teil III

Das  Guggenheim-Museum (vom Wasser aus gesehen)

 

Das Hotel mit den knarrenden Türen, das unbrauchbare, behäbig tröpfelnde Bidet, ein Bett mit dramatischem Kitschpotential und der Tresor, dem man nur misstrauisch die Zahnbürste anvertrauen würde. Unten in den Gassen die Ladenanlieferer mit Schubkarren,  die in fahlen Morgenstunden mit hell-glockendem Heldentenor ein Medley von Opernkrachern Verdis gegen die Wände hallen lassen oder, nicht mehr so glockenhell, doch ebenso markant, den Zustand der italienischen Fußballliga beklagen.

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November 20, 2007 Posted by | Kunst, Neben Leipzig, Verstreutes | Hinterlasse einen Kommentar

Jürgen Henne in Venedig——-Teil II


Jürgen Henne verneigt sich vor Verrocchios Reiterstandbild des Bartolomeo Colleoni

 

Auf halber Strecke das Guggenheim-Museum. Wir sitzen auf dem weißen Sofa, umrahmt von fünf Bildern Jackson Pollocks. Es gibt trübere Episoden im Leben. Und nicht irgendwelche Pollocks, die er trostlos zusammengetröpfelt hat. Es sind vortreffliche Schöpfungen

Mir ist ohnehin nicht erinnerlich, in quantitativ durchaus überschaubaren Räumen ein Sortiment von Kunst des vergangenem Jahrhunderts in einer deartig erlesenen Güte gesehen zu haben.

Selbst Bilder von Magritte,Tanguy und de Chirico, einst die Helden meiner pubertären Kunst-Rezeption, deren Arbeiten ich heute aber nur noch bei heftiger Trunkenheit ertragen kann, habe ich , ihres erhöhten Anspuchs wegen, freudig zur Kenntnis genommen.
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November 15, 2007 Posted by | Kunst, Neben Leipzig, Verstreutes | 1 Kommentar

Jürgen Henne in Venedig——-Teil I

Jürgen Henne und Modigliani in Venedig

Jürgen Henne mit gezügelter Aktivität  – 

Hotel in Venedig  –  nach der Ankunft

 

Am Morgen 6 Uhr im Flugzeug – die Angst schrumpft mich auf die Statur des garstigen Unholds, der Donald Sutherland zwischen den Brücken meines städtischen Reisezieles mit einem befriedigend geschärften Schneidewerkzeug den Hals beschädigte.

In Venedig. Sehnsuchtsvolle Blicke auf Touristen, die ihren Stadtplan wie eine Siegesflagge schwenken, ihr Hotel schon gefunden haben und dankbar vor der Rezeption abknien.
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November 13, 2007 Posted by | Kunst, Neben Leipzig, Verstreutes | Hinterlasse einen Kommentar