Juergen Henne Kunstkritik

Jürgen Henne und die Longlist zum Deutschen Bücherpreis. Heute: „89/90“ von Peter Richter ( Verlag Luchterhand)

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Irgendein papierner Propaganda-Lappen zur Organisierung der X.Weltfestspiele 1973 in Berlin.

Mir wird hochgradig übel. Ich war zweiundzwanzig und hätte gern ein Led Zeppelin-Konzert gehört. Als Alternative wurde der Oktober-Klub mit seinem Musik-Kehricht und dem unsäglichen Hartmut König angeboten.

Diese Veranstaltung diente als Namensgeber eines Deutschen Demokratischen FDJ-Jugendklubs in Dresden, über den Peter Richter in seinem Buch „89/90“ schreibt und dessen Darlegung ich mir reinekeln soll.
Mitnichten.

Das Lebensgefühl einer rebellischen Generation am Ende der DDR

Sie sind der letzte Jahrgang, der noch alles mitmachen darf – damals in Dresden vom Sommer vor der Wende bis zur Wiedervereinigung: die lauen Freibadnächte und die Ausweiskontrollen durch die »Flics« auf der »Rue«, die Konzerte im FDJ-Jugendklub »X. Weltfestspiele« oder in der Kirche vom Plattenbaugebiet, wo ein Hippie, den sie »Kiste« nennen, weil er so dick ist, mit wachsamem Blick Suppe kocht für die Punks und ihre Pfarrerstöchter.

Sie sind die Letzten, die noch »vormilitärischen Unterricht« haben. Und sie sind die Ersten, die das dort Erlernte dann im Herbst 89 erst gegen die Staatsmacht anwenden. Und schließlich gegeneinander. Denn was bleibt dir denn, wenn du zum Fall der Mauer beiträgst, aber am nächsten Tag trotzdem eine Mathe-Arbeit schreiben musst, wenn deine Freundin eine gläubige Kommunistin ist und die Kumpels aus dem Freibad zu Neonazis werden?

Von der Unschuld des letzten Sommers im »Tal der Ahnungslosen« bis zu den Straßenschlachten rund um die deutsche Einheit: Peter Richter beschreibt in seinem autobiografischen Roman das chaotische Ende der DDR aus der Sicht eines damals Sechzehnjährigen – pointiert, authentisch und sprachlich brillant. Coming of Age im Schatten von Weltgeschichte.“

Anpreisung von Peter Richters Buch „89/90“ auf der Homepage des Luchterhand-Verlags.

Der Band wurde in die Longlist zum Deutschen Bücherpreis aufgenommen.

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Ich will keine Storys von Konzerten im FDJ-Klub „X.Weltfestspiele“ lesen oder über Konzerte in der Kirche vom Plattenbaugebiet, auch nicht vom Hippie, den sie „Kiste“ nannten.
Mich widert dieser ganze populistisch-kalkulierte Kram wuchtig an.

Diese banale Sülzerei über eigene „Erlebnisse“ um 89/90 als Sechzehnjähriger sind schwer erträglich.
Richter spricht während eines Interviews von seinem „Bildungsroman.“ Eine Anmaßung, wenn man mit dieser literarischen Gattung Autoren wie Hesse, Goethe, Keller oder Handke verbindet.
Von Wende-Apokalypsen berichtet er und sortiert das damalige Begrüßungsgeld in die Nähe der Apfelübergabe durch Eva an Adam ein, bezeichnet sich selbst forsch als Anarchisten und vergleicht das Ergebnis des Stroms der Ausreisenden mit der Wirkung einer Neutronenbombe.
Das ist alles so beleidigend dürftig.

Richter schreibt über den letzten 1.Mai und das letzte Wehrlager, in dem sie Nahkampf probten, durch die Botanik robbten und schossen. Abläufe, die sie dann 1990 gegen ihre ehemaligen Lehrmeister anwendeten und findet diese Verbindung derartig originell, dass er sie doppelt beschreibt.
Auch vertritt er, wiederum forsch, die Meinung, dass bei den Einheitsfeiern 1990 schon die aktuellen Pegida-Abläufe vorgeformt wurden und alle ohnehin nur Westgeld und Bananen gewählt haben.

Richter dehnt seine gedankliche Dürftigkeit in schmerzhafte Regionen aus, das einfältige Klischee wird zelebriert.

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Humble Pie und Blind Faith, statt Bananen….

Ich weiß nicht, in welchem Bunker Peter Richter die Wendezeit erlebt hat, ich habe mit meinem Begrüßungsgeld das Brücke-Museum in West-Berlin besucht und in der Kantstraße LP’s von Lou Reed, Blind Faith, Cream, Humble Pie….gekauft, mitnichten Bananen, auch kein Kukident, Klo-Papier oder Jever Pilsner.
Und im erweiterten Umfeld meiner zwischenmenschlichen Beziehungen erlebte ich keine andere Wende-Reaktion.

Richter „analysiert“ den Fachkräftemangel durch den Bevölkerungsverlust, die Existenz von Punks und Skinheads und ist der Meinung, dass neben dem Mauerfall auch noch Physikarbeiten in DDR-Schulen geschrieben wurden.
Er sprach von der Existenz eines Alltags neben den Aktivitäten der Montagsdemonstrationen.
Das war mir damals nicht aufgefallen.
Ich empfand mich selbst beim Alltag der Stuhlgangpressungen an vorderster Front unserer Bürgerrechtsbewegung.

Das war eine kurze Zusammenfassung eines Geprächs mit Peter Richter über das Anliegen seines Buches „89/90“ auf dem „Blauen Sofa“ während der diesjährigen Buchmesse.

Peter Richter ist ein Meister der Anspruchslosigkeit

Wieder ein Buch über den alltäglichen, tausendfach abgenudelten DDR-Quark, ohne jegliche literarische Geltung, ohne Verallgemeinerungen und Verfremdungen, welche die Bereitschaft nach Erkenntniserweiterung beträchtlich aktivieren könnten.
Ich möchte Literatur lesen und keine platt-realistischen Dokumentationen über einen FDJ-Klub, über eine sozialistische Hippie-Kiste als Koch und über Straßenschlachten rund um die deutsche Einheit.

Ich will feinsinnige Metaphern bewundern, Sprachbilder, die meinen Geist strapazieren, eine intelligente Verknüpfung fiktiver und realer Abläufe, die mich noch mehr beanspruchen, einfach nur Literatur will ich lesen.
Und wenn ich von einem erwachsenen Menschen mit derartigem Tinnef behelligt werde wie: „Der August haucht seine letzten Tage aus“, verändert sich meine Gesichtsfarbe, faltet sich meine Vorhaut und ich denke an die Schweriner Poetenseminare der DDR-FDJ.
Dieses Bild ist, schon rein jahreszeitlich betrachtet, ziemlich bekloppt (Es geht um den August 1989).

Denn „Hauch“ und „hauchen“ ist mit Nuancen der Melancholie, mit Romantik, Abschied, auch etwas Pessimismus besetzt.
Und der Monat August, die Zeit der Hitze, des Urlaubs, der Ernte, der Grill-Schwaden, der Kopulationen auf Sommerwiesen, haucht mitnichten. Es wird rangeklotzt, in allen Bereichen. Der August dampft und schwadet.
Natürlich wird auf der Sommerwiese im August mitunter ein „Je t’aime“ gehaucht, doch danach wird gleichfalls rangeklotzt.
Einen hauchenden Oktober oder November könnte ich mir dagegen gut vorstellen.
Doch soll Peter Richter herumhauchen, wo er mag.

Vielleicht meint er aber auch August Bebel oder August, den Starken, ihre letzten Tage aushauchend. Oder Auguste Rodin. Sicher ist dabei das „e“ nicht korrekt. Chronologische Zusammenhänge sollten gleichfalls überprüft werden. Doch bei solcherart Literatur wäre das ohnehin nicht auffällig.

Ähnliche Sorgen hatte ich bei Erich Loests Prosa. Seinem beharrlich durchgezogenen Leben gehört natürlich meine Hochachtung. Doch von einem Dichter oder Schriftsteller namens Loest kann ich nicht sprechen.
Sicher von einem verdienstvollen Chronisten, Dokumentaristen und Völkerrechtler. Aber Dichter geht gar nicht.

Mich überrascht ohnehin die fast tägliche und leichtfüßig organisierte Einordnung aktueller Autoren in die deutsche Literaturgeschichte.
Tellkamp wird dabei ganz locker Thomas Mann zur Seite gestellt. Und Ingo Schulze, ich hoffe, meine Erinnerungen sind korrekt, bringt scheinbar ähnliche Fähigkeiten zur Geltung, die Fontane in die Unvergleichlichkeit manövrierten.
Da lachen nicht nur die Hühner, da wiehert auch die Henne (Jürgen).

Und weshalb beklebt man Herta Müller 2015 mit dem Hölderlin-Preis der Universität und der Universitätsstadt Tübingen, ein internationaler Nachwuchs-Förderpreis.

Ich stelle dabei die außerordentliche Qualität ihrer Arbeiten keinesfalls in Frage. Die Verleihung des Nobelpreises war angemessen.
Doch H. Müller ist Jahrgang 1956, ein merkwürdiges Nachwuchsverständnis.
Der Komponist und Pianist György Kurtág erhielt die Auszeichnung im Alter von fünfundsiebzig Jahren.

Ich fühle mich überfordert, besonders im Angesicht zahlreicher Dichter jüngerer Jahrgänge , die als Nachwuchs ohne öffentliche Beachtung ziemlich chancenlos verdorren.
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Schnäppchen der Woche

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Diese CD bot mir Amazon für 22.96 statt 22.99 EURO an.
Eine noble Geste.

Zugabe

Vor einhundertfünfundzwanzig Jahren wurde Man Ray geboren. In einem späten Radio-Gespräch sagte er: „Ich glaube, ich bin zu einer Legende geworden…“

Gefällt mir recht gut,

In der deutschen Krautrock-Szene der 70er Jahre formierte sich eine Truppe mit Namen „Bohrmaschinen Bornholm“

Gefällt mir gleichfalls recht gut.

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August 27, 2015 Posted by | Geschichte, Leipzig, Literatur, Neben Leipzig | Hinterlasse einen Kommentar

Jürgen Henne und Mario del Monaco

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Heute vor einhundert Jahren kreischte sich Mario del Monaco aus dem Schoß seiner Mutter.
Und ich vermute, dass ich zwischen zwei Brusttränkungen nicht bei seiner, doch bei meiner Mutter schon sehr früh dessen Stimme auf irgendeinem Sender der Mittelwelle hörte.

In pubertärem Alter erwarb ich dann diese Schallplatte (M.del M., vermutlich als Otello, links), eine der ersten Scheiben meiner Sammlung, die ich über alle Wohnungswechsel behütete.

Darauf brüllt, jammert, schmelzt Mario das gesamte Repertoire des tenoralen Faches herunter.
Natürlich Verdi mit Troubadour (natürlich „Lodern zum Himmel“), Maskenball, Macht des Schicksals.
Ohne Puccini läuft selbstredend gar nichts. Mit Madame Butterfly, Mädchen aus dem goldenen Westen, Turandot, Tosca („Wie sich die Bilder gleichen,“ „Und es blitzen die Sterne“)
Wobei ich immer die Bilder-Session bevorzugte.
Dazwischen Bizet (Blumenarie aus Carmen), Meyerbeer (Die Afrikanerin), Umberto Giordano (Andrea Chenier) und Leoncavallo (Bajazzo).
Also das ganze traditionelle Programm, um weinend unter den Teppich zu kriechen.

Lyrische Tenor-Partien kammen bei del Monaco fast nie in die Pfanne und auf die Bühne, da konnte man nicht so wundervoll dramatisch lärmen.

Zeitgenössische Kommentare sprachen vom bestaussehendsten und lautesten Sänger.
Ein anderer Kritiker lobte das „Goldene Gebrülle“.

Sein Debüt gab er als Linkerton (Madame Butterfly) in Mailand.
Vergelt`s Gott, schlug er, trotz einiger Filme, nicht den Absturz in die Trivialität eines Lanza oder Kiepura ein.

Favorisierte Gesangspartnerin wurde Renata Tebaldi, nicht immer ein bekömmlicher Charakter.
Die Öffentlichkeit betrachtete dann mit humoristischen Zuschnitt die Duette auch schon mal als Duelle.

Musik des Tages

Opernarien mit Mario del Monaco


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Juli 27, 2015 Posted by | Geschichte, Leipzig, Musik | 1 Kommentar

Jürgen Henne in Irland, Teil II ……….. Teil I am 23. Juni.

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Amiens, Frankreich, Picardie, Zwischenstation auf den Weg nach Irland.

Jeder hat ja in allen Lebens-Arealen seine bevorzugten Abläufe, Dinge, Geschmäcker, Gerüche, die möglichst ein stabiles Wohlsein unterstützen sollen.
So löffle ich lieber Erbsensuppe als Haferflocken, höre lieber Lou Reed als James Last oder Pere Ubu eher als Smokie, sehe lieber Twombly als Triegel und Rothko als Fischer-Art, fülle meine Vase eher mit Korbblütlern als mit Orchideen und liebe Filme von Kaurismäki, weniger „Tatorte“ aus Bad Salzufflen und Meppen.
Und ich spende eher für die denkmalpflegerische Bearbeitung der hochgotischen Kathedrale Notre Dame in Amiens (s.o.) als für das Leipziger Völkerschlachtdenkmal.

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Amiens, mittleres Hauptportal

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Lismore, Castle, Irland, Waterford, irische Südküste

An gleicher Stelle stand im 12.Jahrh. ein Kloster, danach zahlreiche Veränderungen und Neubauten.
Aktuell sichtbare Architektur aus der ersten Hälfte des 19.Jahrh., mit dominierenden Historismusformen der Gotik. Mit bemerkenswerter Gartenanlage.
Geburtsort von Robert Boyle, Elite-Physiker des 17. Jahrh. Forschte über Gasdruck und ähnlich unverständlichem Zeug.
Außerdem zeitweiliger Wohnort von Adele Astair, Schwester von Fred.
Genau die Information, die keine Sau braucht, mich in ihrer Entbehrlichkeit dennoch beglückt.

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Lismore, Castle, Westflügel als Galerie für Wechselausstellungen mit zeitgenössischer Kunst.

Abbildung: Robert Indiana, „Mississippi“

Robert Indiana ist der Gestalter von „LOVE“ (1966), eine Ansichtskarte als Auftragswerk vom „Museum of Modern Art“ in New York.
Durch die dilettantische Klärung von Rechtsfragen verlor Indiana die Eigentumsrechte, wodurch die Arbeit global genutzt werden konnte. Als innerstädtische Plastik, auf Suppendosen, an Tankstellen, als Cartoon, als Signalmittel gegen den Vietnamkrieg…. Indiana beklagte sich einmal, dass zwar jeder sein „LOVE“ kenne, doch niemand sein Gesicht. Nach meiner Information lebt er noch und müsste inzwischen alterstechnisch sich der Neunzig nähern.
Ich hatte schon die unbeschreibliche Freude durch das „Museum of Modern Art“ zu flanieren und eben auch „LOVE“ wahrzunehmen.
Weitere Aussteller in Lismore waren u.a. Victor Vasarely. Josef Albers, Karel Appel, Roy Lichtenstein…. Ich denke, damit kann man für 1-2 Stunden vorzüglich leben.

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Ardfert, Kathedrale, romanisches Portal, 13.Jahrh.

Auf diesem Gelände soll Brendan (Brendan, der Seefahrer), ein Heiliger Irlands, im 6.Jahrhundert ein Kloster gegründet haben Der Edel-Heilige Irlands ist aber St.Patrick.
Nach der Legende begann er in der ersten Hälfte des 6.Jahrh. eine Atlantik-Reise, mit vermutlich 60 Pilgern, nach einem „Gelobten Land“, von Heiligen bewohnt.
Erst nach sieben Jahren kehrte er zurück.
Die Möglichkeit, dass er den Boden Amerikas betreten hatte, wurde nie ausgeschlossen.
Schiffstechnisch war eine derartige Ozean-Bewältigung schon möglich.
Armer Kolumbus.

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Heiliger Brendan

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Ardfert, romanisches Fenster mit bemerkenswerter Ornamentik, 13. Jahrhundert

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Muckross House (1843), viktorianische Villa und ein Beispiel, dass Historismus im 19.Jahrhundert durchaus ansehnlich sein kann.
Zeitgleich mit dem Londoner Parlamentsgebäude („Gothic Revival“) ab 1840 erbaut.
Mittelpunkt des Killarney Nationalparks im Südwesten Irlands..

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Ringfort Leacanabuaile

Innerhalb des „Rings of Kerry“, unweit von Cahirciveen im südöstlichen Irland. Erbaut 9.Jahrh.

Unterirdische Räume, Souterin-Zugang, Treppen, Kammern und ein Bullaun sind noch erhalten.
Durchmesser ca. 22m, Höhe der Mauern ca. 1,5m.
Im Zusammenhang mit Ringforts müssten auch die Anlagen der Kategorien „Rath“ „Henge“ und „Dun“ beachtet und erläutert werden.
Ist mir aber etwas zu beschwerlich.
Auf der sanften Erhebung am oberen Bildrand links thront ein weiteres Ringfort, Cahergall, doch mit erheblich anderer Struktur.

Über die Funktion deartiger Anlagen wird trefflich gestritten.
Anlagen der Verteidigung, für kultische Zwecke….?

Ringforts gibt es aus der Bronzezeit, Eisenzeit und werden noch bis zum Beginn des späten Mittelalters nachgewiesen (13.Jahrh.)

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Irische Verkehrszeichen

Sie erinnern mich stetig an Abstraktionen klassisch-volkstümlicher Märchen-Illustrationen des 19.Jahrh./Anfang 20.Jahrh.
Hänsel und Gretel, Brüderchen und Schwesterchen…..

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Gallarus Oratory, Halbinsel Dingle, unweit von Kilmalkedar, Irland.

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Schiffskirche, Ahrenshoop, Darß, unweit von Ribnitz-Damgarten, Deutschland.

Nach einer ersten Grobeinschätzung könnten die beiden Kirchen durch ihre äußere Gestalt in eine Schublade eingeordnet werden.

Doch sollten zwei grundsätzliche Tatsachen beachtet werden.
Die zeitliche Differenz zwischen der Erbauung…..

…in Irland: vor ca. 1200 Jahren…
…und Deutschland: vor ziemlich korrekt 65 Jahren

…..und die Wahl des Baumaterials.

Das macht schon etwas aus!
Ohne jegliche Restaurierung und ohne Mörtel hat der irische Bau die erste Hälfte von Zweitausendfünfzehn bewältigt. Wahrscheinlich hat der Innenraum bis heute keinen Regentropfen gesehen. Bei diesem Insel- Klima eine Sonderleistung.
Nur mit unbehauenen Steinen, trocken und akkurat geschichtet. Acht x Fünf x Fünf Meter.
Die Bude in Ahrenshoop musste vor einigen Jahren restauratorisch behandelt werden.

Auch bei Gallarus Oratory kann die eindeutige Funktion nicht eindeitig geklärt werden.
Als Kirchenraum für eine Gemeinde sind die Abmessungen sicher zu dürftig.

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Irischer Sonnenuntergang mit fünf oder sechs Bäumen
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Irland, Cliff of Moher
Links unten lagert als weißer Span ein anständig großes Schiff.

Sicherlich das Touristenzentrum Irlands. Ich denke, ich bin Zeitgenossen aller Kontinente begegnet und habe mich grenzenlos wohlgefühlt.
Im Jahr bis zu 2 000 000 Besucher.
Am höchsten Punkt 214 Meter.
Nichts gegen den Königsstuhl auf der Ostsee-Insel Rügen. Hübsch anzusehen.
Aber gegen die irische Ozeanbegrenzung doch recht übersichtlich.

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Ennis, Denkmal, das Muhammed Ali vor einigen Jahren am Ort seiner irischen Wurzeln einweihte.
Um 1860 übersiedelte Abe Grady nach Kentucky und heiratete eine freigelassene Sklavin.
Deren Enkelin Odessa Lee Grady Clay beschenkte 1942 die Welt mit Cassius Clay.
Die Gradys leben noch heute auf den gleichen Quadratmetern.

Dazu die auffälig begehrte Serie: „Wo ist der Jürgen?“
Heute: Wo ist der Jürgen in Ennis?

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Poulnabrone Dolmen im Burren, um 3500 v.d.Z.
Der Burren ist eine Karstlandschaft, über die Offiziere Cromwells urteilten: „Zu wenig Bäume, um einen aufzuhängen, zu wenig Wasser, um einen zu ersäufen, zu wenig Erde, um einen zu verscharren.“
Doch immerhin haben sich hier etwa sechzig Arten von Pilzgeflecht angesiedelt.

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Küchen-Dekoration in einem irischen Ferienhaus, nahe der Westküste, mit Motiven des „Book of Kells„, eine mittelalterliche Handschrift, die im Leben Irlands ständig gegenwärtig ist, nicht nur in Touristenbuden.

Geschrieben um 780 von Mönchen auf der Insel Iona vor der schottischen Westküste.
Inhalt ist die Vulgata, eine lateinische Bibelbearbeitung des Hieronymus (4.Jahrh.)
Die vier Evangelien (Matthäus, Johannes, Lukas, Markus) wurden mit einer überbordenden Dekoration auf das Pergament verteilt.
Unterschiede der einzelnen kalligrafischen Muster deuten auf mindestens vier Teilnehmer, die ihr Material u.a. vom Hindukusch erhielten.
Allein über zweitausend Initiale überziehen die Seiten.
Seit Mitte des 17.Jahrhundert lagert es in Dublin.

Weitere Glanzpunkte insularer Buchkunst wären „Book of Lindisfarne“ (London) und „Book of Durrow“ (Dublin).

Allerdings hat auch Mitteleuropa eine ähnliche Kolossal-Kunst des Mittelalters zu bieten.

Mit meiner bewundernswerten und gefürchteten Spontanität denke ich da an den „Dagulf-Psalter“, natürlich an das „“Godescalc-Evangelistar“, die „Ada-Handschrift “ alle drei aus der Hofschule Karls des Großen in Aachen und an das Evangeliar Heinrichs des Löwen (etwa vierhundert Jahre später).

Außerdem ist Irland die Insel des Kreisverkehrs, der öffentlichen und funktionierenden Toiletten und der sieben Millionen Varianten der Farbe Grün in der Landschaft, der großen Hummeln und kleinen Wild- Kaninchen, der Trainingshosen im Stadbild und schwergewichtiger Menschen, des Ginsters und Rhododendrons, der Wurstlosigkeit und Quarklosigkeit bei der täglichen Nahrungsaufnahme, aber der Fleisch-Euphorie und der Hingabe zu Butter und Milch, des Moores, der Hochkreuze und des Geruchs der Kühe nach dem Regen, der tiefen Wolken und des teuren Alkohols.

Und im katholischen, „erzkonservativen“ Irland, wie es so oft beschrieben wird, spielt die Kirche eine auffällig untergeordnete Rolle innerhalb der sichtbaren Öffentlichkeit, z.B. ohne optische Behelligungen an Weggabelungen wie in manch deutscher Landschaft.
Auch keine Bibel-Nötigung in Hotels und anderen touristischen Übernachtungsmöglichkeiten.

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Juli 18, 2015 Posted by | Geschichte, Kunst, Leipzig, Neben Leipzig, Reisen | Hinterlasse einen Kommentar

Der Leipziger Jürgen Henne und 1000 Jahre Leipzig in einer Leipziger Zeitung

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„Da staunst du…..was diese Stadt zu bieten hat“ (Zitat)

Überschrift zur abgebildeten Seite in Leipzigs einziger Tageszeitung (11./12. Juli 2015)

Zum 1000-jährigen Jubiläum Leipzigs erinnert das Blatt an „Bewundernswertes, Einzigartiges und Liebenswertes“ (Zitat)

Gegenüber der schier unzumutbaren Gestaltungsqualität dieses Bilderhaufens war ich vor über fünfzig Jahren ein wahrer John Heartfield.
Denn ich agierte in unserer Thälmann-Pioniergruppe als Wandzeitungsgestalter und musste z.B. Themen wie: „Unsere Deutsche Demokratische Republik – Meine Heimat“ bearbeiten.
Oder „Ein Pioniernachmittag bei unseren sowjetischen Patensoldaten.“

Aber nicht diese formale Demütigung für alle Leser beeindruckt mich, das ist Alltag.

Mich irritiert eher die Auswahl an „bewundernswerten, einzigartigen und liebenswerten“ Personen, Traditionen, Dingen und Abläufen.

Ist das oben rechts nicht Philipp Lahm, eine enge Verbindung zu Leipzig ist mir nicht erinnerlich. Aber vielleicht hat er einmal auf dem Hauptbahnhof Softeis geschlabbert.

Dann holpert noch unästhetisch eine Art Straßenbahn durch das Bild. Eine Seilbahn kann es ja wohl nicht sein. Leipzigs Berge schafft jeder fette Dackel.
Elektrisierte Straßenbahnetze wurden z.B. schon in Frankfurt, Gera Halle, Plauen, Hamburg, Dortmund, Chemnitz, Dresden, Erfurt, Gotha….. installiert, bevor Leipzig aus der Hüfte kam.
Also auch kein Originalitätsknaller.

Ich sehe dann noch Lottokugeln, keine Ahnung, weshalb.
Und irgenwelche goldenen Töpfe, deren Inhalt ich nicht erkennen kann, ich bin doch kein Mikroskop.

Außerdem gibt es noch einige asiatische Akzente, die lieblos zwischen die anderen Fetzen gekracht wurden. Ein Hinweis auf das Grassimuseum hoffentlich, das verstehe ich, das ist angemessen. Trotzdem bleiben es beknackte Aufnahmen.

Unten links verharrt ein Mann, der scheinbar an irgendwelchen Mammut-Bäumen nach oben schaut. Oder die Kakteen-Stacheln zählt. Toll, ein feiner Einfall.
Die Hässlichkeit des Messe-Männchens nervt mich ohnehin schon seit Jahrzehten, hat aber aussdehnungsmäßig einen höheren Stellenwert als Balkenhols Richard Wagner.
Etwas Messe muss natürlich sein, doch weshalb dieser Knallkopf?

Und das Buch. Ich sehe nichts Gedrucktes. Für die Buchstadt Leipzig etwas wenig. Gut, links oben lese ich „Fahrradweg“. Und einige Zahlen auf Lotto-Dreckdingern. Bleibt dennoch etwas wenig.

Und die Musik. Neben Wagner flötet noch etwas der Thomanerchor, der auf der Collage aber derartig bedrängt wird, dass die Matrosensänger bei der Johannis-Passion ersticken würden.
Und wer steht als Gigant neben den Thomanern, natürlich Frank Schöbel, der größte Sohn Leipzigs.

Kein Bach, kein Mendelssohn, kein R.Schumann, keine C.Schumann, kein Mahler, kein Grieg, kein Gewandhaus mit Nikisch, Furtwängler, Walter, Konwitschny, Neumann, Masur……nicht einmal Karl Liebknecht, Leibniz….

Nein, Frank Schöbel muss es sein. Er wurde immer Frankie-Boy genannt. An meinen Wänden hingen aber die Bilder von Jagger-Boy, Zappa-Boy, Hendrix-Boy, Marriott-Boy, Burdon-Boy, mitnichten Frankie-Boy.

Oder ich übersehe etwas.
Doch lange kann man diese Seite nicht anschauen, da bekommt man ja Augen-Scharlach.

Oder vielleicht doch Gewandhaus. Denn im Bild unten lächeln heiter ein Bassist und eine Blechbläserin (oder Holzbläserin?), sehr volkstümlich. Wirkt eher wie eine Schrebergarten-Hochzeit.
Doch, wer weiß das schon.
Den viereckigen Randtext habe ich nicht gelesen, meine Motivation näherte sich dem Mittelpunkt der Erde.

Außerdem blieben Ulbricht, Paul Fröhlich und Walter Kresse unberücksichtigt, das finde ich gemein.

Frankie-Boy Schöbel im kulturellen Zentrum von Leipzigs 1000-Jahr-Feier.
Das muss man mögen.

Musik der Woche

Mit einem Querschnitt von „Hüsker Dü“, „Bauhaus“, „Cabaret Voltaire“ und den „New York Dolls“ kommt man gut über die Woche.
Und danach vielleicht etwas Debussy


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Juli 14, 2015 Posted by | Geschichte, Kunst, Leipzig, Presse | Hinterlasse einen Kommentar

Jürgen Henne und die Heimkehr zu meinen sächsischen Wurzeln, nach einem mehrwöchigen Landgang auf der irischen Insel. Teil I.

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Irland, die Insel einer überragenden Literatur

Mir ist spontan kein Land mit einer derartigen Dichte von hochwertiger Literatur erinnerlich, relativiert zur Bevölkerungsdichte. Dabei blieb bei dieser Ansichtskarten-Auswahl der Nobelpreisträger Seamus Heaney (1995) unberücksichtigt.
Vier Nobelpreisträger für Literatur seit neunzig Jahren bei einer Einwohnerzahl zwischen 2einhalb und 5einhalb Millionen Iren. Davor gab es z.B. noch Wilde und Swift und Beckett und Joyce sind ohnehin unschlagbar.
Als ich zu frühen Pubertätszeiten, also vor einhundert Jahren, Wildes „Rose und Nachtigall“ las, musste ich heftig weinen.

Ich tauschte am Beginn der 70er Jahre „Die Blechtrommel“ (wurde in der DDR nicht aufgelegt), die ich wenige Tage zuvor gegen ein anderes Buch (?) eingetauscht hatte, für die Dramen Becketts (wurde in der DDR nicht aufgelegt).
Ich tauschte auch Bücher von Rolf-Dieter Brinkmann (wurde in der DDR nicht aufgelegt) und Hubert Fichte (wurde in der DDR nicht aufgelegt) gegen die Romane Kafkas (wurde in der DDR nur arg begrenzt aufgelegt), die ich mir dann wieder hurtig neu besorgen musste.
Eigentlich tauschte man nur noch.

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Meine ersten lesbaren Informationen im Hafen von Rosslare, kurz vor dem Landgang. Eine feine und sensibel gewählte Begrüßung. Foto aus unserem Kabinenfenster.

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Irland, die Insel der Kathedralen…..
Rock of Cashel. Chor um 1240, Vierungsturm Mitte 14.Jahrh., „Cormacs Chapel“ (auf dem Bild eingerüstet), der sicher bedeutendste romanische Beitrag in Irland, blieb uns verschlossen. Wegen denkmalpflegerischen Arbeiten. Ich reagierte traurig, doch mit Verständnis.

Ich erinnerte mich dabei an meine hochgradige Verärgerung im Benediktinerkloster Alpirsbach 1990, in dem viele Teile gesperrt waren. Bei mir dominierte immer noch das Entsetzen, dass die Grenze vielleicht doch wieder vermauert würde. Also alles sehen und studieren, was auf dem Weg liegt, steht und hängt. Und darüber hinaus.
Für den Kreuzgang der Abtei im südfranzösischen Moissac hatte ich meine Familie 1991 zu einem Umweg von 300 Kilometern gezwungen.
Erbarmungslos.
Dann probte in dem Viereck eine schlechte Jazz-Truppe. Scheißstimmung
Heute ist man doch etwas gesetzter geworden.

Dazu auch der erste Teil der beänstigend begehrten, doch eher unregelmäßig bearbeiteten Serie: „Wo ist der Jürgen ?
Heute: Wo ist der Jürgen in Irland?“, Teil 1 (Bild oben)

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Irland, die Insel der Abbeys….
Jerpoint Abbey, Zisterzienserkloster, dreischiffig, gegründet 1158. Turm, 15 Jahrh. über der Vierung, Normalfall in der zisterziensischen Architektur.
In einer Kirche, wenige Meter abseits von Jerpoint Abbey, soll der heilige Nikolaus von Myra begraben sein ( das ist der vom Nikolaustag, mit den Bonbons in den Schuhen).
Ritter von Jerpoint überführten seine Leiche nach den Kreuzzügen aus Myra, Lykien/Türkei, nach Irland.
Aber auch italienische Kaufleute sollen am Ende des 11.Jahrh. den Sarkophag in Myra aufgehebelt, sich den bleichen Nikolaus geschnappt und im süditalienische Bari wieder ausgepackt und begraben haben.
Doch wer weiß das schon?

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In der „Holy Cross Abbey“, nahe der südirischen Bischofsstadt Thurles, gleichfalls ein ehemaliges Zisterzienserkloster wird angeblich (?) ein Splitter des Kreuzes Christi aubewahrt.
Ich besuchte während der vergangenen Jahrzehnte eine erkleckliche Reihe von religiösen Einrichtungen mit ähnlicher Triumph-Werbung.
Demnach hätte das Holzteil größentechnisch locker für die gesamte Familie King Kong gereicht.

Auch ein Teil der Vorhaut-Reliquie des Heiligen wird an zahlreichen Orten verehrt. Christi Eichel könnte man dann gleichwertig neben das Leipziger Völkerschlachtdenkmal stellen.

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Irland, die Insel der Schafe

Eigentlich wollte ich ein Lämmer-Quartett fotografieren, was aber ein dummes Schaf nicht akzeptieren wollte und sich hurtig entfernte. Ich brüllte hysterisch: „Bleib stehen, du dummes Schaf“, doch sprang es in der gewohnt albernen Jungschaf-Hüpferei ins hohe Gras.
Mir schien, ein unterdrücktes Heiterkeitsgurgeln in der Herde vernommen zu haben.
Deshalb nur ein Terzett.

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Irland, die Insel der Sheela-na-Gigs

Killinaby, unweit von Lisdoonvarna, am Fuße des Burren.

Plastisches Detail an einer Kirchenruine, ich vermute, Ende des 15.Jahrh./Beginn 16.Jahrh.
Darstellung einer Sheela-na-Gig.
Eine weibliche Figur, die mit ihren Händen die Vulva spreizt. Ein feines Angebot.
Vermutlich eine keltische Göttin, welche die Fruchtbarkeit verkörpert und deren Bedeutung, trotz der irischen Christianisierung, weitergeführt wurde.
Nicht ganz selten in Irland und England.
Etwas Phantasie muss sein. Doch das sollte zumindest dem maskulinen Bevölkerungsteil schon gelingen.
Ich vermute, dass diese Darbietung sich bei den heutigen Maßstäben keinesfalls für eine gefällige und stabile Erektion anbietet. Diese Vulva ist ja auch von einem halben Jahrtausend gezeichnet. Und wer will das schon mit einer Erektion belohnen.

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Irland, die Insel der mittelalterlischen Bildhauerei

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Grabmal des des Bischofs O`Dulony, erste Hälfte des 15. Jahrhunderts. Die sogenannten „Weepers“. Die „Weinenden“.

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Irland, die Insel der skrurrilen Bäume…..

Dazu der zweite Teil der immer noch beängstigend begehrten, doch eher unregelmäßig bearbeiteten Serie: „Wo ist der Jürgen?“ Heute: „Wo ist der Jürgen in Irland?“, Teil 2.

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….und der Autographenbäume, eher weniger nah…

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…..nah

Blutbuche im „Coole Park“, unweit von Gort im mittleren Westen Irlands, Lebensort von Isabella Augusta Gregory, irische Dramatikerin, heute weitgehend vergessen. Aber ständige Gastgeberin für Mitglieder der globalen Literaturelite, die ihr Autogramm in den Baum einsäbelten, u.a. Shaw, Yeats und O`Casey.

Bei Nummer 2 hat George Bernard das Messer geprüft.
Schwierig nachzuvollziehen, doch wenn man vor dem Baum steht, erschließen sich die Schriftzüge.
Rechts neben der 2 das G, darunter B, recht gut zu erkennen, darunter das S, weniger gut zu erkennen.

Teil 2 folgt

Musik des Tages

Arvo Pärt: „Arbos“ für 8 Blechbläser und Schlagzeug
„These Words“ für Streichorchester und Schlagzeug
„Fratres“ für Kammerensemble

Dmitri Schostakowitsch: Sämtliche Streichquartette (15)

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Juni 23, 2015 Posted by | Geschichte, Kunst, Leipzig, Neben Leipzig, Reisen | Hinterlasse einen Kommentar