Juergen Henne Kunstkritik

Jürgen Henne und Licht auf dem Mekong, leises Licht und lautes Licht, mein Scheißleben, Gichtknetung, eine Nase ohne Haare, eine Mudhöhle ohne Plomben, Jürgen und Verlaine, Pontormo und Parmagiano, Dilletantismus ohne Notwendigkeit, ein immer Uns-selbst-Überraschen, Mechanismen der Scham und Ry Cooder in Louisiana

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Licht auf dem Mekong

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Licht in Finnland

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Licht im Fernglas

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Licht bei Franz Kline

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Licht bei Debussy

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Licht bei Brian Ferry

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Licht im Wald

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Licht auf Hodscha Nasreddin in Buchara

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Licht bei Lou Reed an der Elbe

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Licht bei Horst Janssen

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Licht im schönsten Saal Leipzigs

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Licht in Schöngrabern

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Licht bei Wozzeck

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Licht im Gedicht

licht

leises licht, lautes licht,
grün-,blau-,grauschmeckendes licht…

licht leuchtet, und es ist, als ob jemand sagte:
da ist etwas. umhergehen nämlich,

den himmel sehen, die wiese sehen, häuser
sehen. die straße sehen.licht leuchtet,

und jemand sagt, daß jemandem dies wiederfährt.
gedankenförmiges licht, ein abstrakter raum,

klingend, sagte dies. leuchtend. sich zuhörend
in seinem erfindungsreichtum, seinem übermut

als ob ein himmel wäre, eine wiese, sehen,
als ob umhergehen wäre. jemandes, meins,

als ob licht wäre, als ob es leuchtete**************

Vor einigen Jahren nervten mich einzelne Teile einer Austellung mit Bildern Hans Hartungs im Leipziger Bildermuseum.
Mein Blog fungierte als Ventil, diese Unzufriedenheit sprachlich zu fixieren, ein normaler Vorgang.

Also nur etwas Ausstellungskritik !

Ein Leser dieses Textes bemühte sich, daraus ein tiefschürfendes Bild meines Lebens und meines Charakters zu formen.

„Sie sind doch nur eine arme Wurst, die ihren Neid auf das Leben anderer herausschreit“, formulierte er markig.
Ich würde mich auch nicht scheuen, richtig dümmliche, auch stilistisch schwache Texte einzusetzen, schrieb er sinngemäß und fragte mich dann, ob mich meine Freundin verlassen hat und ob ich überhaupt jemals eine Freundin hatte……..

Zur Erinnerung: Ich wagte die Einschätzung einer Austellung mit Bildern Hans Hartungs, dessen Kunst ich außerordentlich schätze. Diese Übersicht hatte aber ihre Mängel, über die man sprechen könnte.

Aber ich bin scheinbar eine arme Wurst mit der Tendenz zu neidvollen Exzessen, natürlich ohne Freundin und überhaupt mit einem Scheißleben.

Nur weil ich eine Ausstellung mit Arbeiten eines Künstlers in Maßen anfechtete, den ich sehr schätze.

Ich schrieb dann, dass er sich den Text einer armen Wurst natürlich nicht zumuten müsse, bat um Entschuldigung und spornte ihn an, sich ein Forum zu suchen, welches nicht von armen Würstchen, aber von richtig saftigen Rindviechern gefüllt wird.
Seither ruht unserer Dialog.

Und nun schreibe ich, dass mir bisher nur vereinzelt Gedichte mit derartig verheerender Qualität begegnet sind wie „licht“ von XX (oben).

Anders als bei Hartung kenne ich den Verfasser nicht und kann ihn deshalb auch nicht schätzen.
Doch hat mich dieses Gedicht malträtiert.
Natürlich kann jeder ein Gedicht schreiben, ein Gericht zubereiten, sein Gesicht grimassieren, sein Gewicht kontrollieren oder an seiner Gicht kneten.

Doch der Verfasser dieses Gedichts (oben) erhielt u.a. einen Lyrikpreis in Meran und das Alfred-Döblin-Stipendium der Akademie der Künste.
Und da wird es ernst. Ich schaue jetzt auch nicht neidvoll auf das Leben anderer, die Anzahl meiner Freundinnen war zufriedenstellend und meine Freundin hat mich auch nicht verlassen (seit 33 Jahren).

Doch ich lese: „den himmel sehen, die wiese sehen, häuser sehen. die Straße sehen. licht leuchtet,…..

Ach so !
Außerdem lese ich: „leises licht, lautes licht…..“

Ach so !

Mit der Rezitation von derartigem Sprachquark haben doch schon die Urzeitwäldler ihre Mammuts eingeschläfert.

„….als ob licht wäre, als ob es leuchtete“

Ach so !

Mir fallen die Haare aus der Nase.

Und dann wird mit bodenloser Grobheit der endlose Begriff „erfindungsreichtum“ in die Zeile gekracht.

Das ist die sprachästhetische Verdammnis, man sollte diese beiden Zeilen immer wieder langsam sprechen. Da faulen die Plomben in der Mundhöhle.
Gewitzte Interpreten sprechen dann von absichtlichen Brüchen.

Ähnlich bei der bildenden Kunst. Bei irgendwelchen Gurkenbildern spricht der Kritiker dann von bewusst gestalteter Unfertigkeit, von bewusstem Perspektiven-Horror. Also von absichtlich und sorgfältig zelebrierten Dilletantismus.
Ich besitze das Vermögen, dem Gesamtbild geschuldete „Missklänge“, schmerzhafte Gewichtsverlagerungen und Bildaufteilungen, schiefe Perspektiven, schräge Farbzusammenhänge und eine missratene Anatomie zu erkennen. Also den vorsätzlichen Gebrauch dieser Mittel, zur Steigerung der Bildqualität.
Ich denke da spontan an El Greco, Pontormo und besonders an Parmigianinos „Madonna mit dem Kind“, alle aus dem Regiment der Manieristen.
An Parmigianinos Bild stimmt im Grunde nichts. Doch dieses Nichts ist so wundervoll,
Und ich registriere aber auch ähnliche Mangelerscheinungen einfach nur als Bilanz von Unvermögen und künstlerischer Untauglichkeit, mitnichten als absichtsvolle Notwendigkeit.

Das Gedicht (oben) ist dann eben nicht bewusst missraten, es ist tatsächlich sprachlicher, „philosophisch“ aufgebrezelter Mumpitz.(oben).

Ein Kritiker schreibt dann über den Autor:

„XX dichtet als Philosoph. Das Erstaunen darüber, dass überhaupt etwas ist und nicht vielmehr nichts, lässt das ihm Kleine so rätselhaft erscheinen wie das Große, die Sprache so unergründlich wie die Welt der Dinge.“

Mein Gott, dass ist ein Brocken.
Es geht aber noch weiter:

„Er betrachtet das Dichten, wie das Leben selbst, als ein intimes Forschungsprojekt: Beides ergründet das Wunder des Daseins, ergründet, was wir sind: ein immer neues Uns-selbst-Überraschen, ein immer frisches Raum-Geben für die Wörter und Erscheinungen.“

„Wunder des Daseins, ergründet, was wir sind, neues Uns selbst-Überraschen“

Diese Beiträge sind ja regelrecht heimtückisch schlecht und meine Poesie erreicht ohnehin gegenüber den Versen von XX (oben) die Dimensionen eines Verlaines.

Doch würde ich sie niemals einem Verlag anbieten. Denn ich bin noch für Mechanismen zugänglich, die in der Kategorie Scham zusammengefasst werden können.
Also einfach die Sicherheit, dass man höheren Anspüchen nicht genügt.
XX hat sich von dieser Scham befreit

Jeder kann ja dichten, bis sich die Kniescheibe spaltet.
Doch müssen für diesen Humbug (oben) Preisgelder verramscht werden ?
Ich wünsche deshalb den Preis-Juroren, dass ihnen bald ein Licht aufgehe, doch keine derartige Sparflamme wie in den Gedichten von XX (oben).

Musik am Wochenende:

Wieder einmal die Versionen von CCR:

I` Heard It Trough the Grapevine
I put a Spell on You
Susie Q

Und danach eine Packung Tony Joe White.

Zum Abschluss böte sich Cajun-Musik an, der Kreis wäre dann geschlossen.

Vielleicht Musik aus dem Film „Die letzten Amerikaner“ von 1981

Außerdem fiedelt sich da auch noch Ry Cooder durch die Sümpfe Louisianas

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Februar 22, 2014 Posted by | Leipzig, Literatur, Neben Leipzig, Verstreutes | Hinterlasse einen Kommentar

Jürgen Henne, das Etikett vom Schmelzkäse, geifernde Kufenerhitzer, Täve in der PDS, mit Nautilus bei Gespensterfischen, Freunde aller Bäume, Präteritum bei Brombeeren, Fick-Zelte auf dem Mount Everest, ein toter Elefant und ein leider noch lebender Umweltfunktionär, Filzläuse bei Olympia und eine Buckelpiste auf der Werte-Skala

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Ich bin ja nun Mitglied jener Generation, die schon in den fünfziger bis sechziger Jahren mit lodernden Haaren die Olympischen Spiele aufnahmen.
Familie Henne gönnte sich schon früh eine Fernsehmaschine, mit der Bildschirmausdehnung des Etiketts auf einem Schmelzkäse.
Dabei sind mir z.B. die römischen Spiele 1960 noch bis in Details durchaus erinnerlich (Armin Hary als Olympiasieger 100m-Lauf)
Ich sah auch schon Harry Glass und Helmut Recknagel bei Winterspielen, Arme natürlich nach vorn gestreckt, erinnere mich an den Kufen-Erhitzungs-Betrug in Grenoble 1968 und die geifernden Reaktionen der DDR-Politiker.

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Rechts oben, Helmut Recknagel
Recht unten, Harry Glass

Unsere Stube war stets ordentlich gefüllt mit Klassenkameraden und Freunden der Umgebung, die noch auf den elterlichen Fernseher warten mussten.
Eine regelrechte Belagerung frühjugendlicher Sportsfreunde formierte sich aber zur „Internationalen Friedensfahrt“, die alljährlich zwischen Berlin, Warschau und Prag kurvte (oder andere Reihenfolge).

Unsere Gäste hingen dann fast an den Decken, dünsteten Essiggeruch der beginnenden Pubertät durch ihren Riechdrüsen aus und kreischten „Täve, Täve, Täve.“
Die Brüllerei galt dann Gustav Adolf Schur, ein großartiger Radfahrer, doch von wundervoll schlichtem Gemüt, drückt sich heute bei irgendwelchen PDS-Veranstaltungen herum, mit dreiundachtzig Jahren.

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Unser Täve (links) mit Bernhard Eckstein, demzufolge rechts.

Wenn man sich allmählich der Kiste nähert, muss man Prioritäten setzen.
Sport im Fernseher habe ich nicht in die Liste bevorzugter Tätigkeiten aufgenommen, natürlich auch nicht generell ausgegrenzt.
Und einer sportlichen Hybris-Revue, wie sie gegenwärtig abläuft, könnte man ohnehin nur mit heftiger Gegenwehr entgehen.
Es sei denn, man schnappt sich die Nautilus, gleitet in ozeanische Tiefen und frühstückt mit Gespensterfischen in einer Wassertiefe von zweitausend Metern.

Auch dieses phonstarke Geröhre um den Umwelt-Sadismus und dessen Folgen für Mensch und Natur in Sotschi kann ich nur schwer ertragen.
Natürlich sind die Kosten von mindestens 40 Milliarden eine Verhöhnung von allem, was mir heilig ist.
Doch sind die hysterischen Statements zur Darstellung der eigenen Naturliebe nicht selten eine Farce.

In unmittelbarer Nähe zu unserer Behausung wurden zwei prachtvolle Bäume abgesäbelt, eine Blätter-Orgie harmonierte scheinbar nicht mit dem neu errichteten Anwesen, nach der Vernichtung der anderen Pflanze wurde gemunkelt, dass durch benachbarte Hausbesitzer eine bewusste Beschädigung des Baumes angetrieben wurde, um den Umweltamt die Entscheidung zu erleichtern.
Ritsch-Ratsch, auf dem Boden lag das Holzding, wir hielten uns gerade außerhalb Europas auf.
Jetzt sitzen diese „Freunde aller Bäume“ sicher vor ihrem 2m x 2m-Fernseher, um in einer schicken Runde mit anderen „Naturfreunden“ ihre Missbillung über die Zerstörung des Kaukasus auszutauschen.

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Gleichfalls in ziemlich unmittelbarer Nähe rankten sich am Fluss wilde Brombeersträuche von edelstem Fruchtstand, die für jeden Wandersmann eine Handvoll Obst bereithielten und außerdem ein optisches Sondererlebnis lieferten.
Leider muss das Präteritum tatsächlich benutzt werden, denn die Vitaminspender wurden zerstört, während einer Radikalpflückung.
Zertreten, zerissen, zerborsten, zerdrückt, mit Leitern und anderen Gerätschaften gnadenlos eingeebnet.

Die Alpen werden abgebügelt, auf dem Mount Everest wird sicher bald ein superbes Freizeit-Idyll entstehen, mit Tennis-u.Golfplätzen, aber auch mit Ballermann-Versionen, fußbodenbeheizten Fickzelten und Kondom-Automaten. Die Erzeugnisse aus Regenwald-Gewächsen werden in der gesamten Welt verscherbelt und eine große Nummer des sächsischen Umweltministeriums lässt sich mit einem selbst erlegten Elefanten ablichten.

Holt mir schnell den Übelkübel,
sonst wird mir ohne Kübel übel

Das ist nicht nur ein Problem der Russen und von Putin in Sotschi. Die Bemerkung: „So sind sie nun einmal, die Russen“, ödet mich an.
Es geht auch nicht um Dilma Rousseff und die Fußball-WM in Brasilien oder um Katar und Fußballspiele bei 80 Grad.

Das Dilemma ist die absurde Bedeutungsüberdehnung eines Hammerwurfs, einer Bewältigung der Buckelpiste, der Schießeinlagen auf Schneebrettern, also die groteske Politisierung und Ausnutzung einer Nebensache.
Reduziert auf die Formel: Sportfragen sind Machtfragen, wie lächerlich.
Sport wird auf der Werteskala für die Bedeutung eines Landes, für wirtschaftliche und kulturelle Kraft goldig umrandet, was für ein Tinnef.
Auch die DDR beherrschte die Sportwelt und war doch nur eine Region des Unflats, die den Leistungssport exzessiv unterstütze, während die Anlagen des Massensports weitgehend verkeimten.

Und meine besonderen Favoriten sind diese Tagediebe, die Sportfunktionäre, welche sich wie Herden von Filzläusen im Schritt der Sportlerinnen und Sportler einnisten und sich von deren Genitalschweiß ernähren.

Ich plädiere für die ständige Austragung der Olympischen Spiele in einer einzigen Stadt bis zum kommenden Urknall, vielleicht Athen und Chamonix, die Kosten tragen alle teilnehmenden Staaten.
Doch das interessiert natürlich wieder keine Sau.

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Februar 11, 2014 Posted by | Geschichte, Leipzig, Medien, Neben Leipzig, Verstreutes | Hinterlasse einen Kommentar

Juergen Henne und „Spiel mir am Glied im Boot“

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Leipziger Volkszeitung am Wochenende, Kinoprogramm

„Die Pute von Panem“, statt „Tribute von Panem“

Na ja, nicht ganz unlustig. Schlamperei oder ein kleiner Ulk?
Wer weiß das schon?
Angetrieben durch meine gefürchtete Spontanität habe ich natürlich sofort einige andere Ulks zu bieten.

„Der Spatz der Sierra Madre“, vielleicht auch „Manche mögen Schweiß“,
„Spiel mir am Glied im Boot“ oder „Wenn die Gondeln Schauer plagen“……

Immerhin

Filmtipp
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„Le passè – Das Vergessen“

Musiktipp
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Einmal pro Woche: „River Deep Mountain High“, Ike & Tina Turner

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Februar 10, 2014 Posted by | Film, Leipzig, Musik | Hinterlasse einen Kommentar

Philip Seymour Hoffman und Jürgen Henne

Unbenannt

Philip Seymour Hoffman 1967-2014

Die künftige Filmgeschichte wird ohne Philip Seymour Hoffman geschrieben, schwer vorzustellen.

Jetzt kannst Du Dich gemeinsam mit Capote in den Diacetylmorphin-Himmel schleudern, Blödmann.
Hier wärst Du wichtiger gewesen.

Februar 3, 2014 Posted by | Film, Leipzig | Hinterlasse einen Kommentar

Jürgen Henne, Creams „Kopflastigkeit“, Creams „nervige“ Songs, ein Schwur, nicht auf die Bibel, doch auf die Musik von Clapton, Baker und Bruce, Ohio-Express und Middle of the Road, Cream und Dschungelcamp und eine Vierer-Packung von Chicago

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Musik der „Cream“ auf einem archaischem Tonträger der DDR-Bude „Amiga“ (1984) mit einer befriedigendem Song-Auswahl.

Darunter ein Hinweis der größten Leipziger Tageszeitung (LVZ) auf eine mitteldeutsche Fernsehsendung mit der affigen Überschrift „Band-Konzert“ (30. Januar, 23.05).
Das „Band-Konzert“ wurde von „Cream“ abgewickelt.

Um mögliche Seligkeit und freudige Unruhe vor diesem Flimmerbeitrag intelligent zu kanalisieren, ich vermute den Film-u.Fernsehstrategen NoWe als Verfasser, wird eine Salve betörender Musikkenntnis abgedröhnt.

NoWe ist scheinbar erschüttert über die „Kopflastigkeit“ dieser Musik, beklagt bei Cream den Einfluss von Jazz und Blues, wodurch der Rock scheinbar etwas „ruiniert“ wurde, lamentiert mit dem Aufruf u.a. gegen „Sunshine of your love“ und „White room“ über „nervige“ Songs der Gruppe und näselt entzückt über die vorgebliche Überschaubarkeit der Fans von „kopflastiger“ Musik.

Mich hat die Tonkunst von Cream stets flankiert, nun seit fast fünfzig Jahren und ich schwöre bei Clapton, Baker und Bruce, dass es so bleiben wird.

Weil man dem Autoren dieses Fernsehvorankündigungbeitrags nun tatsächlich keine Kopflastigkeit vorwerfen kann, vermindert sich mein Bedürfnis, ihn über Feinheiten der Musikgeschichte und das musikalische Umfeld der 60er Jahre, einschließlich über Creams Bedeutung zu unterrichten.
Er versteht es ohnehin nicht.

Ich denke, dass er es sich in der damaligen Zeit bei „Yummy Yummy Yummy“ (Ohio-Express), „Balla Balla“ (Rainbows), „Wooly Bully“ (Sam the Sham and the Pharaos) und „Sugar Sugar“ (Archies) heimelig eingerichtet hatte, vielleicht später abgeschmeckt mit etwas „Chirpy Chirpy Cheep Cheep“ (Middle of the road) und „Paloma Blanca“ der George Baker Selection.
Heute wird er sicherlich bei Bryan Adams und Bon Jovi selig hecheln, mehr Musik geht scheinbar nicht.

Mich fröstelt bei dieser Aufzählung.

Cream hat durch die Einbindung von Jazz und Blues die Musik erweitert, mitnichten ruiniert. Ach, lassen wir das.

Cream hat, schon mit der Wahl ihrer Formation, gewichtige Akzentverschiebungen bewirkt und beginnende Ödnis innerhalb des Mainstream-Rocks verhindert. Ach, was soll’s.
Nicht der Einfluß von Blues und Jazz „ruiniert“ die Rockmusik, eher hindern derartige Simpelbeiträge die Komplexität zeitgenössischer Populärmusik.

Rechts neben dieser musikhistorischen Sonderleistung wird neutral über diesen Dschungel-Quark berichtet, in doppelter Ausdehnung, na klasse!

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Die größte Zeitung Leipzigs hat am Tag zuvor an vorrangiger Stelle auf der Titelseite unsere großen Künstler,die Leipzig „die Ehre erweisen“ (eine dämliche Wortgruppe), als Herdenfoto angepriesen.
Das wird dem größte Kämpfer wider der Kopflastigkeit ein gerüttelt Maß Arbeit bescheren.

Ich habe doch keine Einwände gegen Cindy, Hansi, Neni, Davidi, Howie und Fischi, auch nicht gegen Bryani und Jovi.
Doch vermisse ich in Leipzig hochgradig ein musikalisches Äquivalent, welches ich bevorzuge.

Friedrichs wundervollen Hinweis nach der Seligkeit für alle, entsprechend der privaten Facon, kann ich deshalb nicht umsetzen, zumindest nicht in Leipzig.

Und ich werde jetzt einen Rundling von Cream in meine CD-Hütte einlegen und die Phonmenge derart in die Höhe treiben, dass am anderen Ende Leipzigs unser kleiner Musiksachverständiger in den Gardinen hängt.

Außerdem empfehle ich die 4-CD-Packung des Konzertmitschnitts von Chicago in der Carnegie Hall, 1971 in New York.
Das wäre dann Jazz-Rock, lieber Herr Musiksachverständiger.

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Februar 2, 2014 Posted by | Film, Leipzig, Medien, Presse | Hinterlasse einen Kommentar