Juergen Henne Kunstkritik

Jürgen Henne und die heftig bewunderte Serie: „Jürgen und die Begegnung des Tages.“ Anschließend ein Beitrag meiner ähnlich bewunderten Serie: „Wo ist Jürgen“

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Die Begegnung des Tages, nach wahren Erlebnissen.
Name ist erfunden.

Nach den gebräuchlichen Begrüßungsriten fragte mich mein Gastgeber Dirk erwartungsvoll: „Was soll ich Dir für Tee bringen?“ Er wartete nicht auf meine Antwort, verwandelte seine Mundhöhle in eine Kalaschnikow und trommelte tausende Teesorten in meine, nach wenigen Sekunden geschundene Aufnahmekapazität.

Ich erwiderte: „Ich bin nicht so der routinierte Tee-Trinker vor dem Herrn und kenne eigentlich nur Pfefferminztee, Kamillentee, Hagebuttentee.“
Dirks Zunge formte sich zu einem Teeblatt und sein Gesicht erstarrte.
Ich flüsterte darauf ängstlich: „Natürlich kenne ich auch noch Fencheltee.“

Der Körper von Dirk knetete sich jetzt zu dem Design einer Teekanne.

„Ich denke, Du beschäftigst Dich mit Kunst“, fragte er spitz.
Ich wollte die Situation entspannen und mit der Mitteilung den Scherz wagen, dass ich eigentlich immer nur Kunsthonig meinte, ersetzte dieses Wagnis aber mit einem freundlichen: „Ja, eigentlich ja, immer einmal, auch oft, eigentlich immer oft, ja,ja.“
Dirk beschrieb mir dann seinen Bekanntenkreis, deren Mitglieder der Kunst aufgeschlossen gegenüberstehen und ausschließlich Tee trinken, ausschließlich.
Er verstehe nicht, ohne Tee den Alltag bewältigen zu können.
Und Kunst ohne Tee gehe schon gar nicht.

Ich wollte ihn jetzt günstig stimmen und goss mir zwei Tassen Tee in den Hals. Pfui Teibel. Da kann ich auch gleich Nasenbär-Urin trinken, sagte es Dirk aber nicht.
Wir unterhielten uns über Kunst. Er über Maffay, Triegel…
Ich erwähnte Chaim Soutine, den er nicht kannte.

Diese Teebrühe hatte mich etwas wütend gemacht und ich erkühnte mich zu dem Angriff, dass die Mitglieder meines Bekanntenkreises, welche der Kunst gleichfalls aufgeschlossen gegenüberstehen, Chaim Soutine in ihr Genuss-Repertoire aufgenommen haben.
„Ich kann doch nicht jeden kennen“, bellte Dirk zurück.

Fazit von zwei Stunden

Der Tee schmeckte wie Frettchen-Hüfte und Dirk ist ein Blödmann.
Ich werde weiterhin Tee-Lauge vermeiden und mein Verhältnis zu Dirk überprüfen.
Denn in meinem Alter bevorzuge ich eine strenge Auswahl meiner Kontaktpersonen.

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Wo ist Jürgen? (Teil 1)
Schwierigkeitsgrad IV

Leichtsinniger Tipp
Das Porträt (unten) verweist nicht auf meinen geografischen Standort.

AUflösung erfolgt im nächsten Beitrag

Schwierigkeitsgrade

I sehr schwer, fast unlösbar
II schwer
III mittel, lösbar
IV leicht
V für Idioten


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September 25, 2015 Posted by | Leipzig | Hinterlasse einen Kommentar

Jürgen Henne, ein Beitrag der beliebten Serie: „Journalistische Kostbarkeiten des Alltags „, Teil I und Heinz Rühmann, Theo Lingen in der „Feuerzangenbowle.“ Und außerdem ein Beitrag der beliebten Serie: „Journalistische Kostbarkeiten des Alltags“, Teil II und Jubel sagende Zahlen

Journalistische Kostbarkeit, Teil 1

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Theo Lingen oder Heinz Rühmann, rechts unten

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Theo Lingen oder Heinz Rühmann, rechts mittig

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Theo Lingen oder Heinz Rühmann, links oben

LVZ, 17.September 2015.

Ausschnitt der Bebilderung eines Textes über das gefilmte Thema Schule-Schüler-Lehrer.
Nach der Premiere von „Fuck you Göhte II“ bot sich diese „Untersuchung“ natürlich an.

Man sieht Szenenaufnahmen mit Michelle Pfeiffer, Cameron Diaz, selbstverständlich Robin Williams und Heinz Rühmann in der „Feuerzangenbowle“.
Erläutert zumindest die Bildunterschrift.

Ich wurde etwas stutzig. Diese Nase, der Hinterkopf, der alberne Haarschnitt. Eine Ähnlichkeit zu Theo Lingen sollte man akzeptieren. Doch Heinz Rühmann? Und das Outfit des Schülers.
Peter Weiss drehte den Film 1944, im gleichen Jahr wurde „Kolberg“ beendet.

Theo Lingen und Heinz Rühmann ähneln sich etwa wie Arnold Schwarzenegger und Dustin Hoffman. Oder Sissy Spacek und Marianne Sägebrecht.
Ich vermutete eine Verwechslung.

Denn Theo Lingen hatte ja tatsächlich bei einer Neuverfilmung dieses Spoerl-Stoffes um 1970 mitgenäselt.
Also hatte man einfach nur die beiden Versionen verwechselt. Doch Lingen und Rühmann zu vertauschen, das muss man mögen.
Kann aber passieren, wenn ein schlichtes Gemüt sich diesen Dingen widmet.

Doch meine Stutzigkeit verringerte sich mitnichten.
Denn als filmhistorisch außerordentlich interessierter Senior ist mir die Teilnahme von diesem unsäglichen Hansi Kraus als Schüler in der 1970er Version der „Feuerzangenbowle nicht“ erinnerlich.
Doch neben Theo Lingen nervt auf dem Bild eindeutig der unsägliche Hansi Kraus, der um 1970 durch einige unsägliche „Lümmel“-Filme nervte.

Ich notiere jetzt den Extrakt dieser kleinen Beobachtung.

—Die Bildunterrschrift verweist auf die Feuerzangenbowle mit Heinz Rühmann (1944). Falsch, denn Theo Lingen ist abgebildet.
—Das Bild gibt eine Szene der Neuverfilmung mit Theo Lingen wider (um 1970). Falsch, dem unsäglichen Hansi Kraus wurde eine Rolle in der Feuerzangenbowle niemals angeboten.
—Das Bild dokumentiert weder eine Szene der „alten“ noch der „neuen“ „Feuerzangenbowle“. Richtig. Sie haben gewonnen und der zuständige Redakteur für dieses filmhistorische Späßchen wird zum Dödel des Tages gewählt.
—Also wurde eine „Lümmel“-Gurke ausgewählt, mit Theo Lingen und Hansi Kraus, um 1970. Richtig. Sie haben gewonnen und der zuständige…..

Ich stelle mich ja der Einsicht, dass man Theo Lingen nicht unbedingt kennen muss. Bei Rühmann hätte ich aber etwas Sorgen.
Doch könnte bei einem Redakteur die Einsicht gefordert werden, nach der eigenen Wahrnehmung frappierender Wissenslücken die entsprechenden Nachschlagewerke zu nutzen.
Es wäre keine Schande und ein Deppen-Dasein würde man vermeiden.

Ich weiß natürlich um die brisanten Probleme des Zeitungswesens, ich war viele Jahre dabei.

Oft werden nur noch Kultur-Pfeifen eingesetzt, billig, gefügig und dumm.
Doch was nützt eine Zeitung, bei der ständig in der aktuellen Ausgabe ein Blatt beigefügt werden müsste, um die am Tag zuvor geschriebenen Peinlichkeiten zu korrigieren.

Es wird natürlich nichts korrigiert, schade um die journalistischen Quadratzentimeter zur Berichtigung. Die Zeilen gehören Thomas Barth, Helen Fischer und Sonja Zietlow.

Also dann vielleicht in Bälde bei einer ähnlichen Bearbeitung z.B. des Western-Genres unter dem Bild von Gary Cooper in „12 Uhr Mittags“ eine Verwechslung mit Karl Dall.
Oder es gelingt bei einer möglichen Weiterführung der Hannibal-Lecter-Story unter einem Szenen-Foto Jodie Fosters der Hinweis auf Cindy aus Marzahn

Das wäre so richtig lustig.

Journalistische Kostbarkeit, Teil 2

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Wenn ein Text den Leser mit der sprachlichen Einleitung „Die Zahlen sagen Jubel“ verführen will, widerstehe ich problemlos dieser Verführung.
Nach sechzig Jahren eigener und intensiver Lese-u.Schreibarbeit muss ich mir eine derartige Schrottigkeit bei Inhalten und Sprachästhetik aus fremder Feder nicht mehr zumuten.
Da lese ich lieber meinen eigenen Müll.

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September 19, 2015 Posted by | Leipzig | Hinterlasse einen Kommentar

Jürgen Henne, eine Möwe in Bansin und die Belebung der Bilder durch Vögel

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Usedom, September 2015

Mein Gott, was bin ich doch für ein begnadeter Fotograf !

Die Möwe ermuntert mich zu einer ungesteuert erdachten Fingerübung, ohne gedruckte Lexika und Wikipedia.

Der Vogel in der Kunst – Eine spontane Blödsinnigkeit

Eine chaotische, gnadenlos anspruchslose und überflüssige Aufzählung. Einfach nur eine Senioren-Beschwichtigung und die Feststellung, bzw. Hoffnung, dass mein Cerebrum als Erinnerungs-Gelee noch nicht als Sülze verarbeitet werden sollte.

Innerhalb der prähistorischen Kunst sind mir keine Vogeldarstellungen gegenwärtig.
Altamira und Lascaux, ich stand schon fasziniert vor beiden Höhleneingängen, bieten Bisons, Wisente, Pferde, Rehe, Antilopenartige, doch keine Vögel.
Mit den damaligen Jagdmaterial sicher schwer zu erlegen und nahrungsmitteltechnisch etwas zu dürftig, um eine Herde menschlicher Frühformen zu sättigen. Deshalb unergiebig für gemalte Vorbereitungsriten.
Eine nebulöse Erinnerung könnte bei mir vielleicht in Altamira enden, mit Abbildungen weniger, sicher flugunfähiger Vögel.

Voluminöse Vierbeiner wurden natürlich bevorzugt.

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Lascaux

Um 15000 v.Chr. oder älter. Die Forschung ist sich uneinig.
Ohne Vögel

Diese vollendete Abstraktion berauscht mich.

Als Picasso erstmalig in der Höhle von Lascaux stand, soll er gesagt haben: „Wir haben nichts dazugelernt“
Es wundert nicht, dass gerade Picasso diese Höhlenkunst feierte. Denn auch bei ihm genügte z.B. ein gekrümmter Strich und das Rudiment eines Stieres zeigte sich unverkennbar.

Ich erinnere mich aber z.B. an die altägyptischen Wandmalereien mit Nilgänsen und an Giottos Franziskus-Gespräche mit Vögeln, in Asissi.

Natürlich Picassos Taube. Überhaupt wird dieses Flattervieh ausgesprochen häufig als ikonografisches Mittel genutzt. Im Zeichen der Trinität (El Greco im Prado/Madrid), als Arche-Passagier, den Noah über das Wasser jagt (Paolo Uccello, ich vermute in Florenz, Santa Maria Novella ? Ich spüre etwas Unsicherheit) oder als Attribut von Thomas v. Aquin.
Auch bei Michael Pachers spätgotischem Kirchenväteraltar gurren weiße Tauben durch die engen Kirchenväterkisten (München, Alte Pinakothek).

Körperlich üppigere Dimensionen erreicht der Adler.
Zu allen Zeiten der Kunstgeschichte hockt er dem Evangelisten Johannes zur Seite (bei tausenden Altären zu beobachten). Prometheus, dem Feuerspender, knabbert er unablässig an einem unverzichtbaren Organ (Gustave Moreau, Paris, Gustave-Moreau-Museum), Halbgott Ganymed kreischt pinkelnd in den grobschlächtigen Adlerklauen (Rembrandt, Dresden, Kunstsammlungen) und innerhalb der Heraldik ist der Raubvogel ohnehin Stammgast.
In griechischen und römischen Kulturen thronte der Adler als Attribut oberster Götter, desgleichen in Sumer oder bei den Hethitern.
Um 1100, etwa in salischer Zeit, wurde er zum Symbol des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.

Dem Pinguin gelang das nie, sehr „niedlich“ aber vielleicht auch etwas albern, weniger herrisch wie der Adler. Außerdem schlurfte es zu weit im Süden.

Auch der Schwan bleibt nicht unbeachtet. Besonders Zeus, das alte Ferkel, wird bei der Annäherung an Leda mit dessen Erscheinung gekennzeichnet. Von dem französischen Rokoko-Maler Francois Boucher gibt es dazu einige feine Beschreibungen.
Im Moskauer Puschkin-Museum hängt ein Stillleben mit totem Schwan des flämischen Malers Frans Snyders, doch eher eine Seltenheit. Snyders malte oft im Atelier von Rubens, wodurch die Urheberschaft einzelner Bilder nicht eindeutug zu klären ist.
Außerdem agierte er auch als Zuträger des Tittenmalers und vollendete dessen Arbeiten mit einem Stillleben oder einer Jagdszene.
Bei Jagd-Küchen-Wald-u.Mahlzeitstillleben dominiert doch eher das vierbeinige Wildbret, gelegentlich auch Fasane, Rebhühner, Wildenten und Hühnerartige. Außerdem reichlich Fisch.

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Zeisig

In der Gemäldegalerie Berlin hängt Dürers Bild „Madonna mit dem Zeisig“
Kleinkind Jesus lümmelt dabei auf Marias Schoß, während auf seinem Wulstarm ein Zeisig ihm seinen Auftrag, seine Bedeutung und Passion einflötet.
Der Zeisig ernährt sich u.a. von Disteln, also ein direkter Hinweis auf die abschließende Leidensgeschichte.

Eine ähnliche Mission erfüllt der Stieglitz, auch als Distelfink bezeichnet.
Der Niederländer Carel Fabritius hat einen wundervollen Distelfink gemalt.
Fabritius kam bei einer Detonation in Delft ums Leben. Doch zuvor malte er noch diese köstliche „Torwache“ (Kunstmuseum Schwerin).

Ein Tummelplatz für alles Federvieh dieser Welt sind Paradies-u.Paradiesgartendarstellungen.
Auf der zinnenartigen Mauer des „Frankfurter Paradiesgärtleins“ (Frankfurt/M, Städel) vom Beginn des 15.Jahrh. hüpfen, zwitschern und grölen die vielfarbigsten Paradiesvögel.
Während ein drachenähnlicher Unhold als Symbol des Unglaubens und der Bösartigkeit auf dem Paradiesrasen bereits verbleicht ist (rechts unten) und daneben ein Affe, gleichfalls von dämonischem Zuschnitt, auch keine gute Figur abgibt.
So einfach kann christliche Ikonographie sein.

Und irgendwie ist jedes Tier einmal dran, einschließlich der Vögel, mit unterschiedlichster Wertigkeit.
So kann ein Pelikan durchaus als Christussymbol agieren, eine Henne als Symbol der Beharrlichkeit. Ich vermute, weil sie so dümmlich und ausdauernd in irgenwelchen Haufen scharrt.
Mir fielen jetzt noch spontan die Amsel als Symbol der Versuchung, die ungläubige Eule, der geizige Rabe und die eitle Elster ein.

Auch als Wasserspeier an Kirchen, besonders seit romanischen Zeiten, wurden vogelähnliche Wesen mit meißt unsympathischer Grundstruktur eingesetzt.
Ihre vorrangige Aufgabe bestand ja darin, Dämonen vom Gotteshaus abzuwehren. Das äußere Erscheinungsbild eines Quasimodo erschien deshalb natürlich wirkungsvoller als ein gemeiseltes Porträt von Marilyn Monreo.

Kapitelle und Archivolten wurden gehäuft mit vogeligen Motiven gefüllt (Hamersleben, Laon, Amy)

Auch bei Illustrationen zur Fabel, dieser schulmeisterlich belehrenden Wundertüte voll edler Moral und Sittlichkeit, verkünden fliegende Wesen mit menschlichen Umgangsformen das eherne Ziel vom Triumph des Guten und Klugen.
Äsops Einsatz von Adler und Storch oder La Fontaines „Taube und Ameise“ oder „Rabe und Fuchs“ wären dazu gewichtige Beispiele.
Paul Klees „Zwitschermaschine“ oder die geflügelten Zweibeiner in den Frottagen und Collagen bei Max Ernst zeugen u.a. von der Nutzung dieser Wirbeltierklasse für symbolische Verallgemeinerungen im 20.Jahrhundert

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„Der Fischersohn“ – Grusinisches Märchen

Aus „Die Wunderblume“.
Mein kindliches Lieblingsbuch in der Sparte Märchen.

Verlag Kultur und Fortschritt, Berlin 1957
Illustration:Gerhard Gossmann

Der Vogel als Opfer und als furchtloser Akteur

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„Werlioka“ – Russisches Märchen

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„Der Edelsteinberg“ – Turkmenisches Märchen

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„Der Fuchs und der Adler“ – Ewenisches Märchen

Und da blieben natürlich noch die vogelartigen Ungeheuer Rok, Greif, Phoenix, Harpien, Basilisk, Sirenen….natürlich weniger in der christlichen Ikonographie ansässig, eher aus persischen und griechischen Mythen und so weiter und so anstrengend……

Es gäbe noch viel zu schreiben. Doch ich ermüde.
Und jetzt bereite ich mir einen Reiseintopf, mit Hühnerfleisch


Zugabe

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Leipzig, Verkaufseinrichtung, 10.September…..würg.

Vorfreude, schönste Freude, Freude im Advent……



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September 14, 2015 Posted by | Leipzig | Hinterlasse einen Kommentar

Jürgen Henne, eine Möwe auf Holz über Salzwasser, Feininger und ein Trinitäts-Ableger auf Usedom, September 2015

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Möwe auf Holz über Salzwasser
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Möwe auf Holz über Salzwasser
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Möwe auf Holz über Salzwasser
Sie gestattete mir diese Nähe, sicherlich ein weibliches Tier.
Ich hätte mit ihr auch „Mensch ärgere Dich nicht“ spielen können. Oder Mikado. Vielleicht wäre uns auch ein Puzzle mit dem Abbild einer Möwe gelungen.
Aber vielleicht roch ich auch nur penetrant nach Fisch, nach fischigem Rentnerschweiß sozusagen

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In New York könnte man sich ja eine derartige Beschilderung vorstellen. Vielleicht auch in Halle oder Dresden. Für Neppermin, ein Nest auf Usedom mit dreihundertundfünfzig Ostsee-Seelen, ist das aber recht überraschend.

Doch hatte ich verdrängt, dass Lyonel bei zahlreichen Sommer-Aufenthalten mit dem Rad über die Insel kurvte und Dorfkirchen abbildete.
Außerdem gab er gelegentliche Gastspiele in der Nähe von Kolobrzeg (früher Kolberg).

Veit Harlan drehte neunzehnhundertdreiundvierzig/vierundvierzig einen gleichnamigen Film über die Stadtverteidigung gegen napoleonische Horden.
Mit Heinrich George als Nettelbeck.
Der Film ist künstlerisch überragend, ansonsten zum Kotzen.

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St.Johannes-Evangelist-Kirche in Liepe/Usedom

„Auferstehung Christi“, Malerei/Ostwand, Ende 14.Jahrh.

Eine durchaus bemerkenswerte Beschreibung dieses Ablaufs.
Gottvater hilft bei der „Kistenflucht“. Eigentlich nicht üblich.

Ich vermute eine Orientierung an der Trinitätsdarstellung durch das ikonografische Mittel des Gnadenstuhls.
Also „Vater, Sohn und heiliger Geist“
Mitunter hält Gottvater dabei Kollegen Jesus pietà-artig auf dem Schoß. Oder er trägt vor seinem Körper das Kruzifix.
Und über deren Köpfen nervt in der Regel eine Taube.

Spontan erinnere ich mich dabei an Arbeiten Dürers, Riemenschneiders (Altar im unterfränkischen Münnerstadt) und natürlich an Masaccio in der Kirche Santa Maria Novella, Florenz.
Allerdings ist mir entfallen, in welcher Ecke des toskanischen Bildes die notwendige Taube herumflattert.

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„Kreuzigung Christi“, Ende 14.Jahrh.

Natürlich ist die Malerei ungelenk und von eher bescheidener Güte.
Doch liebe ich diese provinzielle Kunst.

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Tischtuch in Bansin

Ein Meisterwerk serieller Fotokunst
Fotograf: Jürgen Henne

Musik des Tages
Luc Ferrari, „Les Arythmiques“

Bild des Tages
Fragonard, „Die Schaukel“

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September 8, 2015 Posted by | Leipzig | Hinterlasse einen Kommentar