Juergen Henne Kunstkritik

Jürgen Henne, dümmliche Fragen in Klagenfurt und vor Sprungschanzen, Form und Inhalt in Klagenfurt, Diskrepanzen zwischen Gohlis und Klagenfurt, Papageien in Klagenfurt und ein Streichquartett von Lutoslawski

Standort der Lesungen zum Ingeborg-Bachmann-Preis in Klagenfurt (Kärnten) mit einem lässig entspannten Touristen aus Leipzig/Gohlis (Deutschland), Mai 2017

Während einer Mittagspause innerhalb des gestern beendeten Lese-Contests um den Ingeborg-Bachmann-Preis in Klagenfurt fragte eine auffällig unbegabte Mitarbeiterin einen Musiker, der vor einigen Jahren selbst an dieser Veranstaltung teilnahm, Romane schreibt, aber auch eigene Lieder vorträgt, ob es Unterschiede beim Schreiben von Liedtexten und Romanen gibt.
Ich habe die Anwort nicht abgewartet und meinen Bildschirm mit einem resoluten Knopfdruck verdunkelt.
Ich glaubte auch, die Dröhnung gehört zu haben, als sich Ingeborg Bachmann im Grab umdrehte.
Da hätte man ja auch Michelangelo fragen können, ob in den Arbeitsstrukturen bei der Fertigung locker gezeichneter Skizzen und der flächenfüllenden Bemalung einer sixtinischen Kapelle Unterschiede auftreten können.
Ich vermute, der Mann aus Caprese hätte dem Fragesteller seinen Hochrenaissance-Pinsel in die Nase gedrückt.

Überhaupt peinigt mich diese Hysterie der Sender, vor und zwischen und nach den eigentlichen Ereignissen irgendwelches Endlos-Gelaber von höchster Entbehrlichkeit anbieten zu müssen.
Soeben in Klagenfurt und aktuell in Russland.
Besonders prägnant und belästigend empfinde ich diese Abläufe z.B bei Skisprung-Übertragungen, in denen mindestens jeder deutsche Teilnehmer vor das Mikrofon gepeitscht wird.
Und dann folgt z.B. eine derartige Frage: „Freuen Sie sich, dass Sie nach dem 102-Meter-Sprung im ersten Durchgang jetzt 134 Meter gesprungen sind.“
Vielleicht sagt mal einer: „Mitnichten freue ich mich, ich wollte 819m springen, du Knalltüte.“

Über die Qualität der Lesungen, über Autoren und Jury in Klagenfurt werde ich mich nicht äußern.
Ich muss in mich gehen, mich sorfältig überprüfen, denn ich stand weitgehend diametral den dominierenden Jury-Urteilen gegenüber.

Die Gründe haben sich mir aber schon erschlossen.
Obwohl Hubert Winkels in seiner Abschlussrede die Meinung vertrat, dass die Jury des Jahrgangs 2018 sich besonders auf das sprachliche Vermögen der Autoren konzentrierte und die inhaltliche Linien weitgehend vernachlässigte, habe ich an diesen drei Tagen genau das Gegenteil erfahren.

Da wurde über die familiären Zusammenhänge von Mutter 1-4 debattiert, über inhaltliche „Räuberpistolen“ und die Möglichkeit, ob der Solinger Anschlag von Ende Mai 1993 nachgezeichnet wurde. Man lobte oder kritisierte inhaltliche Sprünge und verständigte sich über fehlende Angaben zu Berufen der Akteure und nörgelte, das man ohnehin zu wenig über die Personen erfahren hätte.
Über den Einsatz sprachlicher Mittel, meinetwegen auch nur über die Schönheit der Sprache, über Metaphern und überraschende, auch groteske, lyrisch, surreale Bilder, also einfach nur über die Frage, wie ein Inhalt sprachlich gemeistert wurde, legte sich überwiegend eine desinteressierte Behäbigkeit.

Der Grund einer Beurteilungs-Diskrepanz zwischen der Klagenfurter Jury und dem Leipzig/Gohliser Jürgen war ständig hörbar.
Denn es gab sie nicht, diese sprachlichen Mittel.
Und wenige, meißt unerträgliche Versuche wie „Sie bekam ihre Tage wie ein Vulkan auf einen fernen Planeten“ übergingen die Juroren.
So wurde z.B. auch ein stiller Verweis von Hildegard Keller auf grammatikalische Mängel innerhalb eines Textes ebenso still von der Rest-Jury ignoriert.

Juror Klaus Kastberger begeisterte das „Bild“ von den Pferden, deren Augen ausgestochen wurden, weil sie nur blind als Arbeitstier in das Bergwerk gehen.
Doch wird hier kein literarisches Bild angeboten, diese Abläufe waren Realität.

Ich erinnere mich dabei an die Formalismusdebatte gerade in Leipzig am Beginn der 50er Jahre, bei der mit einer stupiden, ideologisch festgezurrten Gnadenlosigkeit das Primat des Inhalts gefeiert wurde.
Der klassenkämpferische Schweißtropfen auf des Bergmanns Stirn musste funkeln.
Die Qualität der Ausführung war nebensächlich, nur realistisch musste alles sein und abstraktem Expressionismus, Tachismus, lyrischer Abstraktion, konkreter Kunst…des „Westens“ prophzeite man als menschenverachtendes Teufelsgebräu den baldigen Untergang.

Ein Vergleich der Klagefurter Lesungen mit derartigen Exzessen wäre natürlich hochgradig albern.
Doch bei unverkrampften Grübeleien über die Polarität meiner und der Juroren Urteil über die schriftstelleriche Fähigkeit von vierzehn Autoren in Klagenfurt dachte ich an diese Ereignisse.
Und an die Mechanismen dieser Preisvergabe, an Unabhängigkeit und Kompetenz der Jury.

Klagenfurt, Stadtzentrum, Mai 2017

Klagenfurt, Dom, Mai 2017

Meldung des Tages

Einige Löwen haben vermutlich drei menschliche Nashorntöter als Nahrungsmittel gewählt.
Weiterhin guten Appetit, ihr schönen und wichtigen Tiere.
Und allen, die Körpermaterial dieser gleichfals schönen und wichtigen Horntiere dazu nutzen wollen, um die schleimige Attraktivität ihrer Schritt-Sülze zu erhöhen, soll ihre Nudel nach Einnahme dieser Substanz im Klobecken zwischen ihre Notdurft fallen und heruntergespült werden.
So wahr mir Gott helfe.

Musik des Tages

Witold Lutoslawski, Streichquartett, scheinbar sein einziges.
Überragend.



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Juli 9, 2018 Posted by | Leipzig | Hinterlasse einen Kommentar

Jürgen Henne, Michael Fischer-Art als gnadenloser Provokateur am Tower zu Altenburg und meine Erinnerung des Tages

Leipziger Volkszeitung vor einigen Tagen

Michael Fischer-Art malträtiert den Tower des Altenburger Flughafens (Thüringen).
Kann er doch.
Doch für mich ein triftiger Grund, dieses Terrain niemals als Abflugsfläche in Erwägung zu ziehen.
Und hoffentlich fallen die Piloten nicht kreischend von ihren Schemeln oder verändern verwirrt die Flugrichtung im Angesicht dieser gemalten, lurchigen Dürftigkeit, dieser karpfenmäuligen Bilder-Sülze.
Aber wie gesagt, kann er doch.

Bemerkenswert erscheint mir aber die Strategie des Geschäftsführers, der wissend und kompromisslos sein Credo abdröhnt:

„Wer interessieren will, muss provozieren“.

Jetzt falle ich vom Schemel.

Fischer-Art, der große Provokateur, mit dessen Kunst, nach des Geschäftsführers kantiger Überzeugung, sich gediegen provozieren lässt, der das Land gnadenlos mit seinen Bildern überzogen hat und die Bewohner eben dieses Landes durch die wulstig, leicht entzündeten Darsteller seiner Wimmelbilder zu kollektiven Gähn-Orgien animiert.

Nur der Journalist scheint nicht zu gähnen und kommentiert unbeirrbar und mit resoluter Grund-Tendenz: „Und das ist-rein optisch-gelungen“.

Ich schlage folgende Erziehungsmaßnahme vor.
Der Journalist wird auf einen Stuhl festgezurrt und muss acht Stunden den Tower anstarren. Eine einmalige, etwa zehnminütige Pause sollte gestattet werden.

Erinnerung des Tages

Ich erinnere mich, dass am Beginn der 80er Jahre in einer westdeutschen Programmzeitschrift Tarkowskis Film „Stalker“ nach einem Buch der Brüder Strugazki („Picknick am Wegesrand“) als „Sowjetischer Kriminalfilm“ angekündigt wurde.
Gesendet wurde er nach Mitternacht.
Sowjetische Kriminalfilme hatten ohnehin keine überragende Anziehungskraft.
Und dann „Stalker“ als sowjetischer Kriminalfilm, nach Mitternacht.
Die Zuschauerzahl wird sich in überschaubaren Regionen geordnet haben.

Ich habe den Streifen erstmalig am Beginn der 80er Jahre im „Casino“ gesehen, ein sogenanntes Filmkunsttheater, einmalig im sozialistischen Leipzig.
Darin gab es dann auch z.B. den „Andalusischen Hund“ von Bunuel/Dali, Bunuels „Goldenes Zeitalter“, Gabor Bódys „Narziss und Psyche“ und selbst Tarzan mit Weissmüller und Disneys „Schneewittchen“ innerhalb der vorweihnachtlichen Tage.

Ich erinnere mich auch, dass der Film gegen 10 Uhr begann, ich völlig verstört nach fast drei Stunden in das Leipziger Sommerlicht geworfen wurde und ich mich nach einem Bottich Rotwein fragte, wem ich eigentlich erlaubt hatte, mich deratig zu verwirren, zu bestürzen, selbst zu verängstigen.
Es war der russische Filmemacher Andrei Tarkowski.
Danach wuchtete ich mein cineastisches Interesse auf eine ungleich höhere Ebene als bisher.
Und Tarkowskis Filme belegen einen Elite-Platz in meinem DVD-Regal.
Soweit meine Erinnerung des Tages.


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Juni 21, 2018 Posted by | Leipzig | Hinterlasse einen Kommentar

Jürgen Henne und die Aufs und Abs, die Mehrs und Wenigers im Leipziger Journalismus

LVZ, 30.Mai 2018, Seite 28, Auschnitt mit Text (rechts)

Detail des Auschnitts, Text

„…..In der Liebe zwischen Boris Becker und Ehefrau Lilly gab es viele Aufs und Abs….“

Abgesehen davon, dass mich diese Abwicklung ähnlich geringfügig interessiert wie die Schnürsenkel-Herstellung in Lappland, irritiert mich natürlich die sprachliche Bewältigung.

Es gab „Aufs und Abs“

Bei jedem Zeitgenossen, auch bei sprachlich eher unterdurchschnittlich begabten Vertretern des Homo sapiens, auch außerhalb journalistischer Tätigkeitsbereiche, selbst im Umkreis der vor drei Millionen Jahren skelettierten Lucy und innerhalb der prähistorischen Werkstatt in Willendorf würde und hätte sich bei dieser sprachlichen Konstruktion des Entsetzens sicher eine kollektive Seuche des Netzhaut-Mumps ausgebreitet.
Aber es gibt Leipziger Journalisten, die ficht das nicht an.
Sie knallen auf die Tasten, was ein einfältiges Gemüt eben so hergibt.

Das „Ab“ und die „Abs“, also Singular und Plural.
Und natürlich verspüre ich die Verlockung, eine Deklination durchzuführen.

Kasus…………Singular…………Plural

Nominativ——–das Ab—————–die Abs
Genitiv————des Abs—————der Abs
Dativ————–dem Ab—————-den Absen
Akkusativ——–das Ab—————–die Abs

Vielleicht ergibt der Nominativ des Plurals von „das Ab“ auch „die Abse“ oder eher noch „die Abe“.

Denn es heißt ja auch im Plural bei Stachelschwein durchaus nicht Stachelschweins, mitnichten Stachelschweinse sondern Stachelschweine.
Dadurch würde es im Verlauf der Deklination natürlich Veränderungen geben.
Ich könnte einen Leipziger Journalisten fragen.

Und ich erinnere mich auch an Hermann Josef Abs, der innerhalb der 60er und 70er Jahre irgendwelche Geschäfte bei der deutschen Bank führte.

Da könnten sich ja „In der Liebe zwischen Boris Becker und Ehefrau Lilly gab es viele Aufs und Abs“ (oder Abse oder Abe) noch einige frivole Geheimschatullen öffnen.

Auch die Deklination von „das Auf“——„die Aufs“ verspricht eine sprachtheoretische Spannung von ungeheuerer Intensität, der ich mich jetzt aber nicht aussetzen möchte.
Gedacht sei aber z.B. nur an den Dativ im Plural, man müsste sich womöglich für „den Aufsen“ entscheiden.

Als Variante für diese wichtige Begebenheit könnte ich mir auch vorstellen:

„In der Liebe zwischen Boris Becker und Ehefrau Lilly gab es viele Mehrs und Wenigers.“

„Das Mehr“——-„die Mehrs“
„Das Weniger“—- „die Wenigers“, vielleicht auch nur „die Weniger“.

Die Fragen an Leipziger Journalisten häufen sich.


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Juni 6, 2018 Posted by | Leipzig | Hinterlasse einen Kommentar

Jürgen Henne und vier Wochen zwischen Marken, Latium, Molise und adriatischem Meer

Abruzzischer Blick auf das adriatische Meer
Die unauffällige Senke (mittig) ermöglicht die Sicht.

Abruzzen heißt diese italienische Region, hat mit 1,3 Millionen etwas weniger Bewohner als München, umschließt etwa zwei Drittel der Flächengröße Schleswig-Holsteins und kann innerhalb ihrer Grenzen als größte Städte L`Aquila, Pescara, Teramo, Chieti anführen.
Für Euphoriker altrömischer Dichtung dürfte aber Sulmona sich als wesentlichstes Ziel dieses Landstriches anbieten, Ovids Geburtsort.

Es lag sicher nicht nur an unseren alljährlichen, vorsaisonalen oder nachsaisonalen Urlaubsbedürfnissen, dass wir uns fast ausschließlich an abruzzischen Zeitgenossen erfreuen konnten.
Ohne resteuropäische Tourismus-Behelligungen.
Ergiebige Urlaubermengen wird man sicher nur während der Sommermonate an der abruzzischen Adriaküste wahrnehmen können.

Innerhalb von fast dreißig Tagen registrierten wir vielleicht vier niederländische Autokennzeichen, zwei britische, drei französische, vier albanische, zwei russische, zwei ukrainische, zwei polnische, drei deutsche,….
Wir schwelgten in der italienischen Sprache, die wir beherrschen wie ein Frettchen den norwegischen Sound.
Und hörten nur deutsch von unseren italienischen Gastgebern, wenn sie uns mit abruzzischem Dialekt einen „Guten Morgen“, einen „Guten Abend“ wünschten.
Wir reagierten mit einem gnadenlosen und wacker vorgetragenen „buon giorno“ und „buona sera.“
Und mit einigen englischen und französischen Kenntnisse kann man z.B. auch tiefschürfend die Wetterlage besprechen.
Denn uns schien, dass jede Familie in unserer kleinen dörflichen Ansiedlung, unweit von Lanciano, mit einem Weinberg gesegnet war und dadurch meteorologische Entwicklungen eine zentrale Stellung innerhalb täglicher Konversationen erhielten.

Und wir verfolgten auch freudig, wiederum täglich, die etwas panische Dröhnung kleiner Traktoren, mit denen jeder abruzzische Haushalt ausgestattet ist und der mindestens einmal innerhalb vierundzwanzig Stunden angeworfen wird, um dann nach einigen Metern Entfernungsbewältigung den eigenen Weinberg zu liebkosen.
Eine schöne Zeit.

Doch mitunter erwies sich diese abruzzische Unerfahrenheit gegenüber Touristen auch als Ärgernis.
Auf meine Frage als anachronistischer Postkartenverschicker nach Briefmarken für den Versand in Territorien außerhalb italienischer Horizonte wird auch schon einmal mit einem traurigen „No“ geantwortet.
Auch ersehnte Besuche von überregional bedeutsamer Architektur konnten wegen verschlossener Portale nicht gefeiert werden.
Und vor Ort kein Hinweis, keine Öffnungszeiten, keine Telefonnummern, nichts.

So mussten wir z.B. aus Loreto Aprutino, Santa Maria in Piano mit einem „Jüngsten Gericht“ des 15.Jahrh., aus Moscufo, Santa Maria del Lago, gleichfalls mit „Jüngstem Gericht“, aber des 13.Jahrh. und aus Pianella, Santa Maria Maggiore, wiederum mit „Jüngstem Gericht“, (um 1230) genervt, mit italienisch modellierten Schimpfwörtern auf den Lippen das Weite suchen.

Aber natürlich überwiegt, mit außerordentlichem Vorsprung zur Nervung, der Eindruck einer noch unbekannten, doch für uns unvergesslichen Kulturlandschaft.

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Fossacesia, San Giovanni in Venere

San Giovanni in Venere
Langhaus nach Ost, ab 1220.
Vorgängerbauten z.B.ein Tempel der Venus Conciliatrix, deshalb „Venere“ als Zugabe.

San Giovanni in Venere, Apsis
Mit horizontalem Rautenkranz, auffällig gegliederten Lisenen.

San Giovanni in Venere, Kreuzgang mit Kruzifix (70er Jahre)

San Giovanni in Venere, Westportal, u.a.mit Marias Verkündigung, Szenen aus dem Leben Johannes des Täufers, Daniel in der Löwengrube (rechts unten)….


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Manopello Stazione, Santa Maria d`Arabona

Santa Maria d`Arabona
„Madonna mit Kind“, Fresko hinter dem Altar, zweite Hälfte des 14 Jahrh.
Jesus mit Hündchen im Schoß, sicher ein vokstümlicher Hinweis auf das „Menschsein“ des Knaben.

Santa Maria d`Arabona

Blick nach West mit nördlichem Querhaus.
Gotisches Tabernakel (rechts)
Osterleuchter, nach 1300 (links)

Santa Maria d`Arabona

Osterleuchter, Detail


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Atri, Santa Maria Assunta
Infolge umfänglicher Bauarbeiten nicht zugänglich.

Santa Maria Assunta

Westfassade, dahinter der Campanile, begonnen Mitte des 13.Jahrh.
Zuvor romanischer Bau (Mitte 12.Jahrh.)
Campanile: 55m.
Die Fassadengliederung mit vertikalen Lisenen und horizontalem Gesims widerspiegelt die innere, dreischiffige Raumstruktur, eine sichtbar reduzierte Breite des Mittelschiffs im Verhältnis zu den Maßen der Seitenschiffe, ziemlich unüblich.
Mit Blendarkadenfries als oberer Fassadenabschluss.

Santa Maria Assunta
Hauptportal

Hauptportal
Detail.

Hauptportal.
Mit Eidechse.

Hauptportal
Mit Taube.


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Sulmona
Denkmal Ovid, 43 v.Chr. in Sulmona geboren.
Eine säuische Beleuchtung bei Dauerregen.
Sulmona wird umgeben von den Gebirgszügen des Monte Morrone. Höhe immerhin über 2000m.
211 v.Chr. streifte Hannibal die Stadt auf seinem Weg nach Rom, vielleicht nur eine Legende.
Die Bewohner der Stadt kloppten sich im 9.Jahrh. mit den Sarazenen, um 950 mit den Ungarn und mit den päpstlichen Heerscharen (13.Jahrh.), droschen sich auf der Seite Johannas d.II von Neapel und unterstützten Alfons v.Aragon, überlebten Pest und immer wieder Erdbeben.
Eine Stadt mit Charakter.

Sulmona, romanisches Portal ohne Auto
Bemerkenswerte Tiefe des Gewändes.
Konstruktion mit zweiseitig sechs Säulen, fünf Pilastern und Fresko in der Lünette.

Romanisches Portal mit Auto.

Sulmona
Santissima Annunziata, barocke Fassade, links.
Palazzo della SS. Annunziata, daneben, ab 1415, bis 1520, unwesentliche und entbehrliche Erweiterungen im 18. und 19.Jahrh.

Auf den Pilastern stehen u.a. Statuen der spätantiken Kirchenlehrer Augustinus, Hieronymus und Gregor der Große sowie die Figur des Bonaventura, mittelalterlicher Philosoph und Theologe.
Der Grund, weshalb Ambrosius als vierter Kirchenlehrer ignoriert wurde, erschließt sich mir nicht.
Aber vielleicht gab es während der Zeit der Aufstellung dieser Statuen wieder einmal Gezänk innerhalb der Kirche, z.B. zwischen Sulmona und Mailand. (Vollständiger Name des vierten Kirchenlehrers: Ambrosius von Mailand.

Palazzo della SS.Annunziata

Portal, Beginn des 15.Jahrh.,

……und so weiter und so ansehnlich

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….und so weiter und so ansehnlich.

Denn in abruzzischen Landen gibt es auch noch…

…..unweit von Torre de`Passeri die Kirche San Clemente a Casauria

…..und Serramonacesca mit San Liberatore a Maiella

…..umgeben von einem wundervoll floralen Wildwuchs

…..und L`Aquila, „Basilica minor“ Santa Maria Collemaggio

…..mit der Grabstätte des Papstes Coelestin V. (13.Jahrh.)

…..und L`Aquila, Fußweg zur Basilika

…..und L`Aquila, immer noch beim Neuaufbau nach dem Erdbeben 2009

…..und Vasto mit dem Rest einer Kirche, die 1956 infolge eines Erdrutsches in der Tiefe versank.
Am Geländer vorn beginn die Tiefe.

Ausklang

Auf dem Weg in meine sächsische Heimat.
In der Nähe Anconas (Marken).
Ich denke tiefschürfend über den Sinn des Lebens nach, über die späten Kausalitäten der frühen Erfüllung, über die gezähmten Niederungen vergleichbarer Annäherungen im Kontext feudaler Erschütterungen.



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Juni 1, 2018 Posted by | Leipzig | Hinterlasse einen Kommentar

Jürgen Henne und die alltäglichen Prioritäten

Leipziger Volkszeitung, 23.Mai, Titelseite.

Wie erwartet und gewohnt risikobereit kämpften sich Leipzigs Journalisten mit intellektueller Bereitschaft durch die nationalen und internationalen Tagesereignisse, setzten furchtlos und unbeirrbar ihre Prioritäten und belegten verantwortungsbewusst die Titelseite der einzigen Leipziger Tageszeitung mit der bebilderten Information über die Vermeidung des Abstiegs einer Thüringischen Fußballmannschaft in die 3.Liga.

Das muss man mögen.


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Mai 24, 2018 Posted by | Leipzig | Hinterlasse einen Kommentar