Juergen Henne Kunstkritik

Jürgen Henne, ein Beitrag der beliebten Serie: „Journalistische Kostbarkeiten des Alltags „, Teil I und Heinz Rühmann, Theo Lingen in der „Feuerzangenbowle.“ Und außerdem ein Beitrag der beliebten Serie: „Journalistische Kostbarkeiten des Alltags“, Teil II und Jubel sagende Zahlen

Journalistische Kostbarkeit, Teil 1

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Theo Lingen oder Heinz Rühmann, rechts unten

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Theo Lingen oder Heinz Rühmann, rechts mittig

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Theo Lingen oder Heinz Rühmann, links oben

LVZ, 17.September 2015.

Ausschnitt der Bebilderung eines Textes über das gefilmte Thema Schule-Schüler-Lehrer.
Nach der Premiere von „Fuck you Göhte II“ bot sich diese „Untersuchung“ natürlich an.

Man sieht Szenenaufnahmen mit Michelle Pfeiffer, Cameron Diaz, selbstverständlich Robin Williams und Heinz Rühmann in der „Feuerzangenbowle“.
Erläutert zumindest die Bildunterschrift.

Ich wurde etwas stutzig. Diese Nase, der Hinterkopf, der alberne Haarschnitt. Eine Ähnlichkeit zu Theo Lingen sollte man akzeptieren. Doch Heinz Rühmann? Und das Outfit des Schülers.
Peter Weiss drehte den Film 1944, im gleichen Jahr wurde „Kolberg“ beendet.

Theo Lingen und Heinz Rühmann ähneln sich etwa wie Arnold Schwarzenegger und Dustin Hoffman. Oder Sissy Spacek und Marianne Sägebrecht.
Ich vermutete eine Verwechslung.

Denn Theo Lingen hatte ja tatsächlich bei einer Neuverfilmung dieses Spoerl-Stoffes um 1970 mitgenäselt.
Also hatte man einfach nur die beiden Versionen verwechselt. Doch Lingen und Rühmann zu vertauschen, das muss man mögen.
Kann aber passieren, wenn ein schlichtes Gemüt sich diesen Dingen widmet.

Doch meine Stutzigkeit verringerte sich mitnichten.
Denn als filmhistorisch außerordentlich interessierter Senior ist mir die Teilnahme von diesem unsäglichen Hansi Kraus als Schüler in der 1970er Version der „Feuerzangenbowle nicht“ erinnerlich.
Doch neben Theo Lingen nervt auf dem Bild eindeutig der unsägliche Hansi Kraus, der um 1970 durch einige unsägliche „Lümmel“-Filme nervte.

Ich notiere jetzt den Extrakt dieser kleinen Beobachtung.

—Die Bildunterrschrift verweist auf die Feuerzangenbowle mit Heinz Rühmann (1944). Falsch, denn Theo Lingen ist abgebildet.
—Das Bild gibt eine Szene der Neuverfilmung mit Theo Lingen wider (um 1970). Falsch, dem unsäglichen Hansi Kraus wurde eine Rolle in der Feuerzangenbowle niemals angeboten.
—Das Bild dokumentiert weder eine Szene der „alten“ noch der „neuen“ „Feuerzangenbowle“. Richtig. Sie haben gewonnen und der zuständige Redakteur für dieses filmhistorische Späßchen wird zum Dödel des Tages gewählt.
—Also wurde eine „Lümmel“-Gurke ausgewählt, mit Theo Lingen und Hansi Kraus, um 1970. Richtig. Sie haben gewonnen und der zuständige…..

Ich stelle mich ja der Einsicht, dass man Theo Lingen nicht unbedingt kennen muss. Bei Rühmann hätte ich aber etwas Sorgen.
Doch könnte bei einem Redakteur die Einsicht gefordert werden, nach der eigenen Wahrnehmung frappierender Wissenslücken die entsprechenden Nachschlagewerke zu nutzen.
Es wäre keine Schande und ein Deppen-Dasein würde man vermeiden.

Ich weiß natürlich um die brisanten Probleme des Zeitungswesens, ich war viele Jahre dabei.

Oft werden nur noch Kultur-Pfeifen eingesetzt, billig, gefügig und dumm.
Doch was nützt eine Zeitung, bei der ständig in der aktuellen Ausgabe ein Blatt beigefügt werden müsste, um die am Tag zuvor geschriebenen Peinlichkeiten zu korrigieren.

Es wird natürlich nichts korrigiert, schade um die journalistischen Quadratzentimeter zur Berichtigung. Die Zeilen gehören Thomas Barth, Helen Fischer und Sonja Zietlow.

Also dann vielleicht in Bälde bei einer ähnlichen Bearbeitung z.B. des Western-Genres unter dem Bild von Gary Cooper in „12 Uhr Mittags“ eine Verwechslung mit Karl Dall.
Oder es gelingt bei einer möglichen Weiterführung der Hannibal-Lecter-Story unter einem Szenen-Foto Jodie Fosters der Hinweis auf Cindy aus Marzahn

Das wäre so richtig lustig.

Journalistische Kostbarkeit, Teil 2

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Wenn ein Text den Leser mit der sprachlichen Einleitung „Die Zahlen sagen Jubel“ verführen will, widerstehe ich problemlos dieser Verführung.
Nach sechzig Jahren eigener und intensiver Lese-u.Schreibarbeit muss ich mir eine derartige Schrottigkeit bei Inhalten und Sprachästhetik aus fremder Feder nicht mehr zumuten.
Da lese ich lieber meinen eigenen Müll.

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September 19, 2015 Posted by | Leipzig | Hinterlasse einen Kommentar