Juergen Henne Kunstkritik

Jürgen Henne, Creams „Kopflastigkeit“, Creams „nervige“ Songs, ein Schwur, nicht auf die Bibel, doch auf die Musik von Clapton, Baker und Bruce, Ohio-Express und Middle of the Road, Cream und Dschungelcamp und eine Vierer-Packung von Chicago

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Musik der „Cream“ auf einem archaischem Tonträger der DDR-Bude „Amiga“ (1984) mit einer befriedigendem Song-Auswahl.

Darunter ein Hinweis der größten Leipziger Tageszeitung (LVZ) auf eine mitteldeutsche Fernsehsendung mit der affigen Überschrift „Band-Konzert“ (30. Januar, 23.05).
Das „Band-Konzert“ wurde von „Cream“ abgewickelt.

Um mögliche Seligkeit und freudige Unruhe vor diesem Flimmerbeitrag intelligent zu kanalisieren, ich vermute den Film-u.Fernsehstrategen NoWe als Verfasser, wird eine Salve betörender Musikkenntnis abgedröhnt.

NoWe ist scheinbar erschüttert über die „Kopflastigkeit“ dieser Musik, beklagt bei Cream den Einfluss von Jazz und Blues, wodurch der Rock scheinbar etwas „ruiniert“ wurde, lamentiert mit dem Aufruf u.a. gegen „Sunshine of your love“ und „White room“ über „nervige“ Songs der Gruppe und näselt entzückt über die vorgebliche Überschaubarkeit der Fans von „kopflastiger“ Musik.

Mich hat die Tonkunst von Cream stets flankiert, nun seit fast fünfzig Jahren und ich schwöre bei Clapton, Baker und Bruce, dass es so bleiben wird.

Weil man dem Autoren dieses Fernsehvorankündigungbeitrags nun tatsächlich keine Kopflastigkeit vorwerfen kann, vermindert sich mein Bedürfnis, ihn über Feinheiten der Musikgeschichte und das musikalische Umfeld der 60er Jahre, einschließlich über Creams Bedeutung zu unterrichten.
Er versteht es ohnehin nicht.

Ich denke, dass er es sich in der damaligen Zeit bei „Yummy Yummy Yummy“ (Ohio-Express), „Balla Balla“ (Rainbows), „Wooly Bully“ (Sam the Sham and the Pharaos) und „Sugar Sugar“ (Archies) heimelig eingerichtet hatte, vielleicht später abgeschmeckt mit etwas „Chirpy Chirpy Cheep Cheep“ (Middle of the road) und „Paloma Blanca“ der George Baker Selection.
Heute wird er sicherlich bei Bryan Adams und Bon Jovi selig hecheln, mehr Musik geht scheinbar nicht.

Mich fröstelt bei dieser Aufzählung.

Cream hat durch die Einbindung von Jazz und Blues die Musik erweitert, mitnichten ruiniert. Ach, lassen wir das.

Cream hat, schon mit der Wahl ihrer Formation, gewichtige Akzentverschiebungen bewirkt und beginnende Ödnis innerhalb des Mainstream-Rocks verhindert. Ach, was soll’s.
Nicht der Einfluß von Blues und Jazz „ruiniert“ die Rockmusik, eher hindern derartige Simpelbeiträge die Komplexität zeitgenössischer Populärmusik.

Rechts neben dieser musikhistorischen Sonderleistung wird neutral über diesen Dschungel-Quark berichtet, in doppelter Ausdehnung, na klasse!

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Die größte Zeitung Leipzigs hat am Tag zuvor an vorrangiger Stelle auf der Titelseite unsere großen Künstler,die Leipzig „die Ehre erweisen“ (eine dämliche Wortgruppe), als Herdenfoto angepriesen.
Das wird dem größte Kämpfer wider der Kopflastigkeit ein gerüttelt Maß Arbeit bescheren.

Ich habe doch keine Einwände gegen Cindy, Hansi, Neni, Davidi, Howie und Fischi, auch nicht gegen Bryani und Jovi.
Doch vermisse ich in Leipzig hochgradig ein musikalisches Äquivalent, welches ich bevorzuge.

Friedrichs wundervollen Hinweis nach der Seligkeit für alle, entsprechend der privaten Facon, kann ich deshalb nicht umsetzen, zumindest nicht in Leipzig.

Und ich werde jetzt einen Rundling von Cream in meine CD-Hütte einlegen und die Phonmenge derart in die Höhe treiben, dass am anderen Ende Leipzigs unser kleiner Musiksachverständiger in den Gardinen hängt.

Außerdem empfehle ich die 4-CD-Packung des Konzertmitschnitts von Chicago in der Carnegie Hall, 1971 in New York.
Das wäre dann Jazz-Rock, lieber Herr Musiksachverständiger.

juergenhennekunstkritik.wordpress.com
juergen-henne-leipzig@web.de

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Februar 2, 2014 - Posted by | Film, Leipzig, Medien, Presse

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