Juergen Henne Kunstkritik

Jürgen Henne, Ginger Baker, „Blind Faith“ von Blind Faith, 40 Minuten, 78 Sekunden, meine Inselmusik, mein Inselregal, mein Inselgepäck und John Bonham und Keith Moon im himmlichen Wartesaal

„Blind Faith“ von Blind Faith, die einzige Scheibe von Blind Faith, 1969.
Vorderansicht.
Erworben Mitte der 70er Jahre, vermute ich, für achtzig DDR-Mark.
Danach war im Kühlschrank wieder einmal Sahara für eine Woche.

„Blind Faith“ von Blind Faith.
Rückansicht.
Ginger Baker, Rick Grech, Eric Clapton, Steve Winwood (v.links n.rechts)

Und jetzt 40 Minuten und 78 Sekunden intensive Andacht für Ginger Baker, der sich vorgestern in das Drummer-Elysium verabschiedet hat.

Denn korrekt diese Zeitspanne rotiert das Album „Blind Faith“, eine der herausragendsten, in Vinyl gepressten Rock-Pop-Blues-Soul-Jazz-Musikwerke innerhalb der vergangenen fünfzig Jahre.
Und Ginger Baker hat darauf unsterblich getrommelt.

Es ist ja in keiner Sparte zwingend, dass sich robust-individualistisch agierende Experten sich für Abläufe auf Ebenen höchster Ansprüche zusammenfügen können.
Aber für „Blind Faith“ muss irgendein bethlehemischer Ersatzstern seine Kreise gezogen haben, um zwar keine Könige, keine Weisen oder Sterndeuter, aber vier brillante Musiker für eine einzige LP ins Tonstudio zu schieben.

Auch die Formationen sollte man zur Kenntnis nehmen, in deren Geschichte sie sich einzeln einkerbten, z.B. Spencer Davis Group, Yardbirds, Traffic, Cream, Alexis Korner Blues Incorporadet, Family, John Mayall Bluesbreaker….
Durchaus wesentlich Teile meiner möglichen Inselmusik.

Natürlich auch für die vier letzten Lieder von Richard Strauss mit Jessye Norman, gleichfalls vor einigen Tagen verschieden, wäre ein Platz in meinem Inselregal reserviert.
Die Musik von Karel Gott dagegen, auch er klopfte erst kürzlich am Petrustor an, würde ich zunächst wegen der lückenlosen Überfüllung meines Inselgepäcks nicht berücksichtigen.

Ich wünsche Ginger Baker eine gute Reise. Irgendwo oben werden sicher schon John Bonham und Keith Moon warten.
Dann kann wieder so richtig, nun als Terzett, auf die Gerätschaft gedroschen werden.


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Oktober 8, 2019 Posted by | Leipzig, Musik | Hinterlasse einen Kommentar