Juergen Henne Kunstkritik

Donovan und Jürgen Henne im Leipziger Haus Auensee sowie die eher unregelmäßig bearbeitete, doch auffällig begehrte Serie: „Jürgen Henne und die Musik des Schreckens“ oder „Musik, die niemals auf meiner Beerdigung gespielt werden darf“oder „Wenn diese Musik dennoch gespielt werden sollte, steige ich aus der Kiste und mutiere zu Brian de Palmas Carrie.“

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Haus Auensee, Donovan bei „There is a Mountain“, vor der Pause

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Haus Auensee, Pause, ohne Donavan

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Haus Auensee, Donovan, bei „Hurdy Gurdy Man“, nach der Pause

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Haus Auensee, Donovan, nach dem Konzert

Die Musik der Animals, Yardbirds, Cream, Rolling Stones, Pretty Things, Small Faces, Move, Vanilla Fudge, Byrds, Canned Heat, Spencer Davis Group, von James Brown, Jimi Hendrix, Janis Joplin, Van Morrison, Wilson Pickett, Bob Dylen, der frühen Jethro Tull, Led Zeppelin, Pink Floyd, Deep Purple trieben mich innerhalb der zweiten Hälfte der 60er Jahre zu pubertären Exzessen, während die entsprechenden Bravo-Abbildungen die Wände meines „sozialistischen Jugendzimmers“ überzogen, für reichlich Taschengeld erworben.
Doch legte ich Donovan mitnichten an der Peripherie dieser Leidenschaft ab.
Eine erkleckliche Reihe hochwertiger Songs bescherten mir nicht selten ausgedehnte Hochgefühle.
Und wenn jugendlich-visionär-pazifistische Tagträume von „Universal Soldier“ begleitet wurden, fand man sich ziemlich wichtig.

Das Konzert Donovans im Leipziger Haus Auensee vor einigen Tagen kann in die Rubrik „Ein Mann, eine Gitarre, ein Mikrofon und ein Sitzkissen“ eingeordnet werden und erfüllte seine Mission aufrichtig, ohne Schnörkel und lästiges Dekor.
Natürlich beengte mich manchmal das Gefühl, bei etwas ausgedehnten Rede-Einheiten missioniert zu werden.
Doch scheint Donovan immer noch seine Blumen aus San Francisco zu hegen.

Sonst gibt es nicht viel zu berichten, ist aber keineswegs ein Synonym für Ödnis.

Die Stimme hielt, mit vielleicht etwas übertriebenen Tremolo (bzw.Vibrato).
Seine Finger springen noch leichtfüßig über die Saiten, sie werden scheinbar noch nicht von Keith-Richards-Verknorpelungen gepeinigt.
Das Publikum steigerte sich von Freude über Begeisterung zu Euphorie.

Natürlich begann er mit „Catch the Wind“ (Orig.von der großartigen Buffy Sainte-Marie) danach in chronologisch ungeordneter Reihenfolge: „Season of the Witch“, „Lalena“, „Jennifer Juniper“, „Colours“, „Hurdy Gurdy Man“, „Sunshine Superman“, „Universal Soldier“ „There is a Mountain“, „Melloe Yellow“,….. einige aktuellere Titel und das unvermeidliche „Atlantis“, welches mich schon vor fünfzig Jahren ziemlich nervte.

Donovan begann pünktlich und nach korrekt zwei Stunden war Schicht.
Donovan sang und der Abend war schön, so einfach kann Leben sein.
Donovans Lieder werden niemals in der zweiten Reihe meines Musik-Regals abgelegt.
Donovan und Dylen, die großen D’s der Rockgeschichte, Drews (Jürgen) gehört nicht dazu. DJ Ötzi gleichfalls nicht.

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Großer schwarzer Rundling niederländische Herkunft mit der Musik Donovans, erworben in den 70er Jahren.
Um die 80 DDR-Mark, danach habe ich mich wahrscheinlich für einige Tage mit gesammeltem Bärlauch und trockenem Brot verpflegt.

Außerdem hat er sich sich kaum verändert, nur fünfzig Jahre älter (siehe oben).

Jürgen Henne und die Musik des Grauens…..

George Baker Selection: „Paloma Blanca“
Opus: Live is Life

Musik des Tages:
Donovan


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April 25, 2016 Posted by | Leipzig | Hinterlasse einen Kommentar