Juergen Henne Kunstkritik

Jürgen Henne und die eher unregelmäßig bearbeitete, doch auffällig begehrte Serie: „“Jürgen Henne und Auffälligkeiten der Straße ohne Kosinus““und die gleichfalls gerühmte Serie:““Jürgen und Verstreutes.““

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Werbung für ein Konzert Roland Kaisers, März 2017, haftet an einer nahen Litfassäule, seit Februar 2016.

Bei dieser Hektar-Ausdehnung des Plakats bleibt für ein Jahr nur wenig Platz für andere Ankündigungen.
Vielleicht für John Mayall oder Elvis Costello oder Nick Cave oder John Cale…….

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Sicherlich habe ich noch für die Euphorie gegenüber Roland Kaisers Musik ein freundliches und tolerantes Verständnis.
Ich kann ja dieser Gefahr von  akutem Ohren-Scharlach entgehen, in dem ich das Veranstaltungs-Terrain während dieser Stunden großflächig meide.

Doch diese unvergleichlich dämliche Werbung (oben) trifft gnadenlos meine sprachästhetischen Gene.

„meine-da-ist-die-post-mit-drin-bank“

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Verstreutes

Mein Proviant auf dem Rückweg von Klütz zu einem enfernten Küstenort.
Eine Flasche Rotwein, erworben im Uwe-Johnson-Literaturhaus.
Eine vorbildliche Ausstellungsgestaltung.
Klütz ist das Jerichow in Johnsons „Mutmassungen über Jakob“, sollte man wieder einmal lesen.

Nicht zu verwechseln mit Jerichow in Sachsen-Anhalt und dem wundervollen, spätromanischen Prämonstratenser-Kloster.
Sollte man wieder einmal besuchen.
Auch eine Verbindung zum alttestamentarischen Trompeten-Jericho am Jordan sollte vermieden werden (eigentlich Schofaren). Ein „w“ wäre dabei entscheidend.

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Titelseite der LVZ am Ende der vergangenen Woche.
Peter Maria Schnurr vom Hotel „Falco“ muss für zwei Monate seine Fahrerlaubnis abgeben.

Genau das sind doch die Informationen, die intelligente Zeitgenossen über den gesamten Tag zur Stellungnahme fordern, zu manchmal zögernden, leichtfertigen, sicher aber auch mitunter aggressiv geführten Denkprozessen.
Sie sind der Anlass, sich wieder einmal existenziellen Fragen zu stellen, z.B.:

Mein Gott, Peter Maria, wie konnte das passieren, 107 Km/h hätten doch auch gereicht!

Und wie muss sich das Amtsgericht entscheiden?

Wird ein neues Kapitel der Rechtsgeschichte aufgeschlagen?

Und was wird mit der Zubereitung Deiner gerühmten Tapir-Knorpel auf blassem Blau-Aspik mit geschüttelter Falten-Flunder und doppelt versalzenem, lauwarmen Opossum-Harn.

Peter Maria, ich bin bei Dir?
Ich erwarte von der Zeitung eine kontinuierliche Berichterstattung.


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März 7, 2016 Posted by | Leipzig | Hinterlasse einen Kommentar