Juergen Henne Kunstkritik

Jürgen Henne und die eher unregelmäßig bearbeitete, doch hoch begehrte Serie „Jürgen und die täglichen Abgründe im täglichen Journalismus“ und Adolph Menzels Arm, Max Liebermanns Arm, Paul Cezannes Arm, richtige Arme, falsche Arme, schöne Arme, Norbert Wehrstedt und der kotzende Max




Nachtrag zu meinem Text vom 19.Februar.
Es gab Missverständnisse.
Mich nerven mitnichten die Reaktionen auf die Fragen, die dümmlichen Fragen selbst erzeugen meine Qualen.

„Freuen Sie sich, dass Sie im zweiten Durchgang weiter gesprungen sind?……u.s.w.




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LVZ, 19. Februar

Adolph Menzel, Wilhelm II. und ein „richtiger Arm kann gar nicht lang genug sein….“ (siehe oben)

Diese Zusammenstellung irritiert mich, Herr Wehrstedt.

Ich will ja nicht greisenhaft nörgeln.
Als staatlich anerkannter und mit staatlichen Mitteln versorgter Senior sollte man sich eher den letzten, großen Dingen nähern und nicht den alltäglichen Ärgernissen journalistischer Zumutungen.

Doch diese Sorte von Ärgernissen treibt mir den Rentnerschweiß zwischen die Hoden.

Denn abgesehen davon, dass Menzel um das reichliche Zeitmaß einer Generation von Liebermann getrennt ist,
hat die Situatation mit dem Maler des unvergleichlichen Balkonzimmers und des letzten deutschen Kaisers nie stattgefunden.
Denn Max Liebermann wird diese feine Reaktion zugeschrieben.
Natürlich sprach er nicht von einem „richtigen Arm“, der gar nicht lang genug sein kann.

Richtiger Arm, falscher Arm, was für ein Nonsens. Denn ein „richtiger“ Arm, der zu lang ist, ist dann mitnichten „richtig“ und vielleicht auch nicht mehr ganz gesund.

Eduard von Gebhardt, Professor an der Düsseldorfer Kunstakademie und Max Liebermann trafen sich vor Paul Cezannes Bild „Knabe mit roter Weste“ und Gebhardt murrte über die mangelnde Präzision bei der Anatomie des Arms.

Darauf Liebermann: „Der Arm ist so schön gemalt, der kann gar nicht lang genug sein.“
Also keinesfalls ein „richtiger Arm“, eher „Der Arm ist so schön gemalt“.
Erahnen Sie den Unterschied, Herr Wehrstedt.
Und keinesfalls Menzel, eher Liebermann.
Erahnen Sie wiederum den Unterschied, Herr Wehrstedt.

Auch als Anschleimerei eines Studenten Liebermanns ist diese Anekdote überliefert.

Vielleich gibt es noch andere Versionen, ich weiß es nicht.
Aber der Liebermannsche „Duktus“ ist nicht zu überhören.
Selbst ein flacher Einblick in die Wesensarten Menzels und Liebermanns würde diese Eindeutigkeit vertiefen.

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Mein Arm bei der Apfelernte.
Ein richtiger Arm, der gar nicht lang genug sein kann. Weil er so schön ist.

Und wenn Sie zukünftig verführt werden, Herr Wehrstedt, ein weiteres Zitat von Liebermann zu verwenden (z.B. „Ich kann gar nicht so viel fressen, wie ich kotzen möchte“.),so ordnen sie es bitte nicht Adolph Menzel zu oder Robin Hood oder Karl Dall.

Maaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaax Liiiiiiiiiieeeeeeeebeeeeeeeermaaaaaaaaan ist die Lösung, Herr Wehrstedt, Maaaaaaaaaaaaaaaaaaax Liiiiiiiiiieeeeeeeeeeeeeeeeeeebeeeeeeeeeeeeeeeermaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaan.


Malerei des Tages

Tiepolos Fresken in der Würzburger Residenz.
Fragonards Erotik bei der „Schaukel“.

Musik des Tages

Clash, „Should i stay or Should i go“ („Combat Rock“)
Iggy Pop, „The Passenger“ („Lust for Life)


juergenhennekunstkritik.wordpress.com
juergen-henne-leipzig@web.de
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Februar 23, 2016 - Posted by | Leipzig

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