Juergen Henne Kunstkritik

Jürgen Henne, Valerie Fritsch, Klaus Kastberger, Nora Gomringer und der Bachmann-Wettbewerb 2015

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Bachmann-Wettbewerb 2015

Ich habe alle Beiträge gehört und gesehen.
Vor wenigen Minuten lobte eine Journalistin im Deutschlandradio Kultur die positive Atmosphäre unter den Juroren und begründete ihr Urteil damit, dass man sich weitgehend einig war und Streitereien vermieden wurden.
Nur Klaus Kastberger aus Graz zerstörte mitunter die sorglose Stimmung und wollte sich scheinbar streiten, dieser Rüpel.
Rüpel hat die Journalistin natürlich nicht gesagt, doch das Kastberger auch manchmal zu Penetranz neige.

Wenn ich das höre, bekommt meine Haut die Struktur des hässlichsten Gänserichs Mitteleuropas.
Kastberger versucht, diese harmonische Einöde zu durchbrechen und endet auf der Streckbank für aufsässige Nörgler.

Mir wird übel und ich werde in meiner Vermutung bestärkt, dass Literaturkritik, Kunstkritik…sich ganz anderen Kriterien unterwerfen müssen als der Qualität, über die auch gestritten werden muss.
Seit vielen Jahren beschäftige ich mich mit diesen Tendenzen und habe auch öffentlich versucht, wenigstens eine gemäßigte Aufmerksamkeit zu erlangen.

Während jeder Nachbereitung im Radio mit einem Auszug des Vortrags von Bachmann-Preisträgerin Nora Gomringer wird bislang ausschließlich folgene Passage gewählt:

„Tach
Hallo, Herr Thomas. Ob ich ihnen ein paar Fragen stellen dürfte?
Ich störe auch nicht lange.

Ja.

Darf ich reinkommen.

Ja.

Bei Herrn Thomas ist alles durcheinander, einschließlich Herrn Thomas.“

Bei „Ja“ und „Ja“ brüllte sie dann wie ein misslauniger T.Rex und machte eine dummes Gesicht ins Publikum. Es entwickelte sich eine heitere Grundstimmung.

Ich denke jetzt einmal leichtsinnig, dass für derartige Rückblicke und Zusammenstellungen die glanzvollsten Abschnitte ausgelesen werden sollten.
Ich fand das Humorpotential überschaubar und der schauspielerische Nebeneffekt kann sich im Hörfunk ohnehin nicht entfalten.
Aber warum sollte man sich um diese Abläufe kümmern. Hauptsache Nora brüllt.

Den sprachlich edelsten und geistvollsten Text versendete die Österreicherin Valerie Fritsch. Doch weder brüllte sie noch zappelte sie auf dem Stuhl herum.

Die intelligentesten und konstruktivsten Jury-Beiträge lieferte Klaus Kastberger. Außerdem wollte er sich ein wenig streiten.
Und ich habe recht. So einfach ist das.

Die womöglich unappetitliche Zusammenarbeit von Verlagen, Buchhandel, Juroren…..bei Preisverleihungen läßt mich frösteln.

Valerie Fritsch erhielt wenigstens den Publikumspreis.
Das Publikum war klüger als die Jury.
So einfach ist das.
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juergenhennekunstkritik.wordpress.com
juergen-henne-leipzig@web.de
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Juli 6, 2015 - Posted by | Leipzig, Literatur, Medien, Neben Leipzig

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