Juergen Henne Kunstkritik

Jürgen Henne und die unregelmäßig bearbeitete Serie: Geschichten, die das Jürgen und der Leben schreiben. Heute: „UCI-Schweinerei“, ersatzweise auch: „UCI-Sauerei“ oder „UCIer-haut auf die Eier“

Nova Eventis in Günthersdorf bei Leipzig. Links hinten: UCI-Kino.

Die Sandkunst im Vordergrund muss man mögen.

Vergangener Sonnabend, 17 Uhr. Inmitten dieser Filmsülze, die sich über Leipzig legt, es gibt natürlich vereinzelt kleinere Kinos mit erfreulichen Programmen, erhofften wir, in diesem Lichtspielheater durch die Wahl eines spanischen Films eine cineastische Oase zu finden.
Ich reihte mich vor der Kasse ein, mit wohlwollendem Verständnis für die aphatische Verkaufsstrategie des Mannes hinter dem Tresen.
Ich unterrichtete ihn dann, Karten für unseren frühabendlichen Wunschfilm erwerben zu wollen.
Doch mein wohlwollendes Verständnis formte sich unverzüglich zu einem Eispickel, wogegen Georgs Stangenwaffe zur Drachenmetzelei die Durchschlagskraft eines Kartoffelstampfers hatte, während ich die Kontrolle über Mimik und Gestik verlor.
Denn der Mann mit der etwas aphatisch organisierten Verkaufsstrategie verkündete hinter dem Kinokartenverkaufstresen, etwas apathisch, dass dieser Film für diese Zeit gestrichen wurde. Einfach gestrichen, obwohl noch die aktuelle Tageszeitung ihn ankündigte und kein Hinweis auf den Plakaten am und im Kino darauf verwies.

Ich näherte mich dem mitternächtlichen Verwandlungsstadium von David Naughton in London, jaulte in die Innenräume des Kinos und bekläffte eine weitere Angestellte in UCI-Uniform.
Ihre Antwort war erfreulich präzis.
Am Freitag zuvor, gleichfalls 17.15 Uhr, bekundeten scheinbar auffällig wenig Besucher ihr Interesse an diesem spanischen Film.
Man reagierte spontan und kreativ, schleuderte die Filmspule in die Mistecke und erweiterte am Sonnabend das ohnehin schon üppige Angebot von „Ice Age 4“ um eine weitere Vorstellung.
So einfach ist das.
Ich werde mir für das gesparte Geld eine DVD dieses Films kaufen.

Und außerdem in der vermeintlichen „Kinozeit“ vielleicht die 8. Sinfonie von Schostakowitsch hören. Oder 10x hintereinander „When I Was Young“ der Animals oder 5x hintereinander „American Woman“ der Guess Who. Vielleicht auch Taveners „Eternity`s Sunrise“, Faith No Mores „A Small Victory“ oder Pink Floyds „Animals“. Schön durcheinander, doch immer wieder gut.
Und alles ist besser als ein Kinobesuch bei UCI.
Selbst die Beseitigung der Pickel am Gesäß des Dobermanns meiner Straßennachbarn bringt mehr Erkenntnis.

Und die dümmlich-dreisten UCI-Programm-Änderungs-Heinis können sich ihre Nüstern an meinem Skrotum reiben. Doch möglichst nicht der Herr mit der etwas apathisch organisierten Verkaufsstrategie am Kinokartenverkaufstresen.

juergenhennekunstkritik.wordpress.com

juergen-henne-leipzig@web.de

Juli 9, 2012 - Posted by | Leipzig

Du hast noch keine Kommentare.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: