Juergen Henne Kunstkritik

Jürgen Henne und Lou Reed am 30. Juni 2012 in Dresden

Dresden, Elbe, Architektur, zwei Stunden vor dem Konzert Lou Reeds, 30.06.2012

Königsufer, Neustadt, Carolabrücke, Augustusbrücke, Brühlsche Terasse, Bratwurstbude (rechts,mittig), Radeberger Tränke (mittig,mittig), Canaletto, Carus…usw.
Zwischen 1973 u. 1977 siedelte ich in Dresden, auch zum Studium der Kunstgeschichte, in der damals dümmlichsten Hochschule Europas.

Ich kann Herkunft und Bedeutung jedes Steines dieser Stadt beschreiben, vielleicht mit Ausnahme der Fußballstadien.

Um diese Kenntnis der einzelnen Teile in der Silhoutte sollte sich aber jeder selbst bemühen. Mich drängt es nicht zu irgendwelchen architekturhistorischen Lektionen.
Der Aachener Dom, Vierzehnheiligen und die Zeche Zollverein sind auf alle Fälle nicht dabei.














Lou Reed im Konzert

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Als Beigabe für eine modernisierte Pioneer-Plakette sollte neben der Darstellung des menschlichen Körpers, des Standpunkts der Erde im Rahmen des Universums und atomarer Strukturen auch der Mitschnitt dieses Konzerts von Lou Reed in Dresden beigefügt werden.
Denn wer diese Musik gehört hat, kann den Erdbewohnern nicht feindlich gesinnt sein.
Mögen diese Mars-Heinis auch vier Nasen, sechs Hoden und keinen Blinddarm haben, es wäre gleichgültig.
Hauptsache, sie haben so richtig große Ohren, denn für diese Musik kann kein Amboss, keine Gehörschnecke üppig genug ausgeformt sein.
Lou Reed und Dresden. Nur vergleichbar, wenn Zappa noch auf der Cheopspyramide gespielt hätte, Hendrix in der Hand von King Kong oder Janis Joplin in meiner Badewanne.

Ich wünsche mir, dass in Bälde nochmals Lou Reed die Elbe daherkommt und in der Nähe der Augustusbrücke um ein Nachtlager bittet.
Man sollte es ihm als Belohnung für seine Energie, er ist immerhin schon 70, vor Giorgiones Venus in den Räumen der Alten Meister einrichten.
Vielleicht könnte er auch noch John Cale und Maureen Tucker mitbringen, die anderen, noch lebenden Kämpfer von Velvet Underground, die Kölnerin Nico, eigentlich Christa Päffgen und Sterling Morrison sind schon verblichen.
Doug Yule springt irgendwo in der Welt herum.
Eine Vereinigung von Velvet Underground mit einigen Konzerten und Reed, Cale, Tucker, Morrison gab es 1993. Und später eine DVD.
Man muss einfach John Cale bei „Heroin“ sehen, wie er mit beseelt schmerzhafter Gestik die Töne seiner Bratsche verschlingt.

Dresden nach dem Konzert.

Die Elbe fließt jetzt schöner






















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Juli 2, 2012 Posted by | Leipzig | Hinterlasse einen Kommentar