Juergen Henne Kunstkritik

Jürgen Henne, das Jahr der Ostsee (2011), Teil 2, ein Frühstücksei mit Manet im Freien, ein Spiegelei mit Pal Szinyei Merse im Grünen, des Fauns Begierden am Nachmittag, Kunst in der Tonne, Sonnenuntergang bei Käksdorf, nicht Keksdorf, die Ähnlichkeit des Sandregenpfeifers mit dem Flußregenpfeifer, Vorder Bollhagen und Hinter Bollhagen ohne Bollhagen, Unfairnis beim Tauziehen, Caro, der Kunstexperte, Adele Sandrock in Kühlungsborn und des Fischers Nebenjob.(auch Teil 1, 26.September) und als Zugabe einige misslungene Aufnahmen vom Konzert Bob Dylans und Mark Knopflers

Von Füsslis Alb in den frühen Tagesstunden bedrängt werden, mit Manet im Grünen das Frühstücksei aufschlagen, in der Gesellschaft von Pal Szinyei Merse sich ein zweites Frühstück im Freien gönnen, vielleicht mit Spiegelei, am Vormittag von Sterl in einen Steinbruch geführt werden, sich am Mittagstisch zwischen Koch, Dieb, Frau und Liebhaber zu einem Kalorienexzess einordnen, kotzend Mastroianni und Noiret zur großen Fresserei an die Vespertafel begleiten, danach womöglich mit Debussy die nachmittäglichen Bedürfnisse eines Fauns belauschen und abends unter einem Regenschirm mit Lale Andersen flanieren.
Und Füssli wartet dann schon wieder.

Eine derartige Tagesordnung kann verderblich sein.
Deshalb heute fast alle Filme, Bilder, Bücher, Noten auf einen Stapel, ab in die Tonne und eine schlichte, fast unkommentierte Fotoreihe vom Jahr der Ostsee. Teil 2.

Sonnenuntergang bei Käksdorf
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.Sonne, noch etwas tiefer abgetaucht. Bei Käksdorf
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Sonne, immer noch bei dem täglichen Abschiedsritus. Bei Käksdorf, mit Gräsern.

In diesem Naturschutzgebiet flattern noch Sandregenpfeifer, in Deutschland vom Aussterben bedroht.
Bemerkenswerte Ähnlichkeit mit dem Flussregenpfeifer, etwas weniger mit dem Wüstenregenpfeifer und dem Seeregenpfeifer.
Und ob in diesen Gebiet, unweit von Käksdorf, keinesfalls Keksdorf, sich gelegentlich auch Keilerschwanzregenpfeifer, Orangekehlregenpfeifer, Schwarzbrustregenpfeifer und Schwarzstirnregenpfeifer aufhalten, ist mir unbekannt.

Sonne gänzlich in der Luftlava versunken..

Umlauftechnisch schon in der Nähe von Wladiwostok. Bei Käksdorf, mit Gräsern.
Ich liebe diese nördlichen Ortsbezeichnungen. Käksdorf…..Keksdorf oder Biskuithagen oder Mürbchenmünde wäre ja verständlich, aber Käksdorf.
Unweit von Käksdorf, nicht Keksdorf, gibt es noch Klein Bollhagen, aber vor allem Hinter Bollhagen und Vorder Bollhagen. Die Frage nach Bollhagen ohne „Hinter“ und „Vorder“, also einfach Bollhagen, erbrachte kein Ergebnis. Doch weshalb Vorder Bollhagen und Hinter Bollhagen? Ein eingeklemmtes Bollhagen, einfach nur Bollhagen, wäre demnach nachvollziehbar. Gibt es aber nicht. Auch kein Mitte Bollhagen oder Dazwischen Bollhagen.
Und zu Klein Bollhagen würde ich nicht ungern ein Groß Bollhagen zuordnen. Doch fehlt mir die Ortschaft.

Ostsee mit Sand, Wasser, Himmel. Irgendwo. Vielleicht bei Käksdorf, nicht Keksdorf.
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Kindliche Kreativität bei Sonnenuntergang. Bei Rerik.

Seebrücke bei Rerik.
Keine Ahnung über des Schattens Herkunft. Meine Statur ist voluminöser. Vielleicht stand der abgehungerte DEFA-Holländermichel hinter mir. Oder Pinocchio auf einer Windhose.

Leuchturm, Bastorf.
Steht einige hundert Meter im Land auf achtundsiebzig Meter Höhe, Leuchtmarke fünfundneunzig Meter, nach Travemünde Deutschlands größtes Leuchtfeuer.
Man kann dort auch Bockwurst und Eis essen.
Allerdings gibt es keine Sandregenpfeifer.

Flora und Meer, bei Heiligendamm.

Beachtenswert meine fotografische Sensibilität, mein feinsinniger Blick bei der Ubereinstimmung von Wolken und Pflanzen.
Bockwürste und Sandregenpfeifer wären mir aufgefallen.
Die Anwesenheit von Keilerschwanzregenpfeifer, Orangekehlregenpfeifer, Schwarzbrustregenpfeifer, Seeregenpfifer, Flussregenpfeifer und Schwarzstirnregenpfeifer kann ich nicht definitiv begründen. Doch vermeinte ich, ein Flöten zu vernehmen.

Leuchtturm, grün. Warnemünde.

Kunst und Möwe. Kühlungsborn.

Wismar. Haus und Tier von halblinks (weiblicher Löwe?)

Wismar. Haus und Tier von halbrechts (weiblicher Löwe)

Wismar. Tauziehergruppe auf dem ehemaligen Terrain des Mittelschiffs der Marienkirche.
Mir scheint, die Kräfteverteilung ist das Ergebnis eines unfairen Komplotts.
Von Karl-Henning Semmann, zweite Hälfte der achtziger Jahre.

Der dreiteilige Ausbund der Unfairnis.

Der Einzelkämpfer, dem man viel Glück im weiteren Leben wünscht.

„Diese Kirche ist einfach schön und groß“
Recht hat Caro aus Hannover, außergewöhnlich „fein beobachtet“ (Loriot, Szene mit dem Zugfahrplan).
Zumindest groß ist dieser architektonische Godzilla.
Die Georgenkirche in Wismar, wahrhaftig eine sakrale Bedrohung.
Vor allem wegen der aktuellen Instandsetzung, ohne Inventar, ohne strukturierende Wandauflockerungen. Man möchte zu einer Nudel abmagern, sich um die letzte Säule ringeln und still verharren.

Villa, Kühlungsborn. Adele Sandrock entspannte sich hier regelmäßig zwischen 1923 und 1932 von ihren mürrischen Brüllereien, die sie in ihren UFA-Filmen zelebrierte.
Sie war aber durchaus eine bemerkenswerte Schauspielerin.

Meine Kentnisse über sie wurden vorwiegend in Schwabes Rumpelkammer genährt. Eine DDR-Kultsendung vor gefühlten tausend Jahren.
Wenn aufgrund von Berichterstattungen zu irgendwelchen bekloppten Parteitagen sich die Aktuelle Kamera weit in den Abend verschob und die geliebte Rumpelkammer darunter litt, glühten beim sozialistischen Fernsehvolk die Zornesgene. Da störten fehlende Gummibärchen, Prinzenrollen und alle Milka-Tafeln dieser Welt auf dem Fernseh-Schlecker-Teller weniger.

Adele Sandrock spielte z.B. mit Liesl Karlstadt und Karl Valentin („Kirschen in Nachbars Garten“) und mit der ganzen Truppe um Lilian Harvey, Paul Hörbiger, Lil Dagover und Willy Fritsch in „Der Kongress tanzt.“
Meine jugendlichen Erinnerungen reduzieren sich aber nur noch auf eine einzige Szene mit Adele Sandrock. Vom Filmtitel habe ich keine Ahnung.

In Adeles herrschaftliches Haus kommt ein Bekannter oder Verwandter und äußert sich etwas geräuschvoll. Adele Sandrock reagiert leise, aber gefährlich: „Mein Freund, in diesem Haus schreie nur ich“ und endet mit einem infernalisch gebrüllten „sonst niemand.“ Die Fernsehröhren hatten Risse.

Nebenjob eines Fischers in Warnemünde. Warum bin ich kein Fischer?

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Zugabe: Bob Dylan und Mark Knopfler am Donnerstag in Leipzig

Arena Leipzig

Mark Knopfler, vorn

Mark Knopfler, ganz vorn

Bob Dylan, mit Hut

Bob Dylan, mit Hut

Oktober 28, 2011 - Posted by | Kunst, Leipzig, Musik, Neben Leipzig, Verstreutes

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