Juergen Henne Kunstkritik

Jürgen Henne, die alltägliche Mühsal und Mürbchen, Schweinsohren, Frettchen, Elche, Doppelstockbusse

Jürgen Henne auf der Suche nach einem Bäcker, bei dem man unbehelligt ein Mürbchen und ein Schweinsohr kaufen kann.

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Bei einem Gohliser Bäcker bitte ich um ein Mürbchen und ein Schweinsohr, ohne Schokolade, um als Zuckerasket meinen notwendigen Grundbedarf an diesem Stoff abzudecken. Routiniert mit der Kuchenzange vom Mürbchenturm und vom Schweinsohrentablett gehoben, sorgfältig verpackt, erhalte ich Mürbchen und Schweinsohr mit der bäckrigen Empfehlung: „Na, dazu vielleicht noch Brote und Brötchen?“

Ich erstarrte. Ich wollte nur sanft ein Mürbchen und ein Schweinsohr zwischen meinen Zähnen zerbröseln, um meinen Zuckerspiegel zu normalisieren. Und nun vielleicht noch Brote und Brötchen? Nicht sanft zerbröseln, sondern aggressiv in der Mundhöhle zerkneten? Nicht etwa: „Na, vielleicht noch ein kleines halbes Vollkornbrot und zwei Sesambrötchen, auch ein Kümmelbrötchen hätten wir noch.“ Nein, sie sprach von Broten und Brötchen.
Ich schaute etwas skeptisch auf Mürbchen und Schweinsohr und verließ den Laden. Habe ich die Statur von Godzilla?

Vielleicht in Bälde bei einem Fleischer nach der Bitte um 150 Gramm Hausmacher-Leberwurst: „Na, dazu vielleicht noch Elche und Frettchen ?“

Oder ich kaufe ein Rad und muss vernehmen: „Na, dazu vielleicht noch einen Panzer und ein paar Doppelstockbusse?“

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Dezember 2, 2009 Posted by | Leipzig | Hinterlasse einen Kommentar