Juergen Henne Kunstkritik

Jürgen Henne und der Katalog zur Ausstellung „60 40 20 – Kunst in Leipzig seit 1949“ im Museum der bildenden Künste zu Leipzig, Hans Werner Schmidt, Peter Henne – Jürgen Henne und die Möglichkeit nostalgischer Körperkrümmungen

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Katalog zur Ausstellung „20 40 60 – Kunst in Leipzig seit 1949“ im Leipziger Museum der bildenden Künste, bis 10.Januar 2010. Die Unschärfe resultiert nicht aus meinem Dilettantismus bei fotografischen Aktionen, der durchaus vorhanden ist. Die Ablichtung enspricht dem tatsächlichen Titelbild.

Wenn mit nostalgisch triefender Gestik und weinerlichem Sprech-Timbre vergangene Zeiten angeschwärmt werden, in denen „alles besser war“, eile ich zum Kühlschrank, klaube mir eine Flasche mit erhöhter Drehzahl aus dem Getränkeregal, um die kommenden Minuten seelisch und intellektuell unverletzt bewältigen zu können. Meinen Gesprächspartnern entgeht diese Abwesenheit ohnhin, weil sie pausenlos, sich auf dem Boden krümmend, mit nostalgisch triefender Gestik und weinerlichem Sprech-Timbre…..
Dieses triebhafte Ablecken der Vergangenheit, damit natürlich eingeschlossen die Erniedrigung der eigenen Gegenwarts-Existenz, ist mir weitgehend zuwider.
Doch manchmal wäre ich gleichfalls zu einer Kurzkrümmung bereit.
Denn ein extrem oberflächliches Studium des Katalogs „20 40 60 – Kunst in Leipzig seit 1949“ könnte mich in diese Körperhaltung treiben.

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Auszug aus dem Literaturverzeichnis des Katalogs.

Meine Diplomarbeit von 1987 wurde mit meinem korrekten Namen aufgeführt. Ich jubilierte.
Der Jubel mutierte bald zu einer bösartigen, gewaltbereiten Maulerei. Denn meinen Text im Katalog zur 9. Leipziger Jahresausstellung 2002 gönnte man leichtfüßig „Peter Henne“. Dieser Zweitname wäre mir nach fast 60 Jahren sicherlich aufgefallen. Und eine Namensänderung zwischen 1987 und 2002 ist mir nicht erinnerlich.

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Zitat im Katalogartikel des Museumchefs Hans Werner Schmidt aus dem Text von „Peter Henne.“ Diesmal allerdings korrekt Jürgen Henne, dem wahren Genius dieses Artikels zugeordnet.
Das Zitat wurde durch zwei Fehler stranguliert, durch eine Wortmutation und mit der Zusammenführung weit auseinanderliegender Textstellen, vom Pausen-Schelm Schmidt mit heiterem Gemüt einfach durch ein Komma getrennt. Die Zwischensätze landeten kommentarlos in der Tonne.
Also drei Missgeschicke bei meiner kleinen Kataloganwesenheit. Erscheint mir etwas reichlich.
Außerdem wird mir durch eine entsprechende Zeichensetzung das Wort „Inhaltismus“ aufgeschwatzt. Eine derartige Grottensprache ist sicher für Hans Werner Schmidt eine alltägliche Durchnittsleistung. Bei mir verformt sich nach der Kenntnisnahme dieser Wortsülze die Netzhaut.
Ich scheue mich noch vor einem Gesamtstudium des Katalogs, denn ich denke, dass nur die Getränke-Regale in einem Kühlschrank für Godzillas Dimensionen die entsprechenden Umdrehungen bereithalten können, um diese gedruckte Zumutung zu überstehen.

Trotzdem war früher nicht alles besser, vielleich neigte man nur etwas auffälliger zu erhöhter Sorgfalt und selbstverständlicher Präzision.

November 15, 2009 - Posted by | Kunst, Leipzig

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