Juergen Henne Kunstkritik

Jürgen Henne, Keith Haring, Warhol, Burroughs, Beuys, der Verlag Taschen und das Leiden am täglichen Dilettantismus

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Jürgen Henne leidet erbarmungswürdig an der täglichen Schluderei…..

….z.B. des Verlags Taschen und dessen Band über Keith Haring, 2009
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Seite 85:

„Zusammen mit dem Schriftsteller William S. Burroughs, den er (Keith Haring) 1987 kennen lernte und dessen Arbeiten Haring seit seiner Studienzeit schätzte…. “

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Seite 85, neben der obigen Information ein Bild mit der Unterschrift:

„Keith Haring, William S. Burroughs und Andy Warhol,
1985“
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Seite 93, innerhalb der biografischen Übersicht:

„1983 Haring reist erstmals nach Italien und stellt in der Galleria Lucio Amelio in Neapel aus. Er lernt den Schriftsteller William S. Burroughs kennen….“

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Vielleicht könnte man sich entschließen, als Zeitpunkt der ersten Begegnung zwichen Haring und Burroughs zusätzlich Ostern 1390 zu erwägen, vielleicht gemeinsam mit Störtebeker zu einem Terzett erweitert. Ich habe dem Verlag mit ungetrübter Höflichkeit geschrieben, der aber bis zur Stunde mit erbarmungsloser Ignoranz reagiert. Also auch in den künftigen Auflagen verröchelt diese Zusammenkunft irgendwo und irgendwann in den Grotten der Inkompetenz.

Aber auch die Welt der Tageszeitungen muss erst einmal unbeschadet bewältigt werden, doch nicht nur der Wurstblatt-Moloch fordert dabei titanische Kräfte, auch bei den „seriösen“ Blättern muss man sich tapfer an Dilettantismus, Schlamperei und Unvermögen vorbeiätzen.

Eigentlich bräuchte z.B. die Leipziger Volkszeitung täglich eine eigenständige Korrekturseite, um die journalistischen Unsauberkeiten, „Missgeschicke“ und schwer erträglichen Frontalmängel des Vortages zu berichtigen.

— Der alberne Spruch „Jeder Mensch ist ein Künstler“ von Beuys wird
in diesem Blatt geradlinig und siegesgewiss Andy Warhol zugeordnet.

–Das Original von „Summer in the City“ wird aus dem Oevre-Beutel der Lovin`Spoonful geplündert und als Urfassung Joe Cockers auf dessen Stimmbänder geklebt.

–Und Paula Modersohn-Becker überlebte ihren Mann Otto Modersohn um über fünfundzwanzig Jahre. Das ist nicht ganz richtig, denn Otto Modersohn überlebte seine Frau Paula Modersohn-Becker – um über fünfunddreißig Jahre…..und so weiter und so täglich.

Dabei nimmt man natürlich diese journalistische Nötigung nur in Rubriken zur Kenntnis, bei denen selbstbewusst vorgetragene Grundkenntnisse vorhanden sind. In den Sparten Sport oder Wirtschaft habe ich einen ähnlichen Überblick wie ein Leguan bei der Herstellung von kalorienreduzierten Schokoladenpudding. Doch ist meine Hoffnung recht dürftig ausgeprägt, bei DAX und Biathlon journalistisch besser bedient zu werden.

Dabei will man ja nicht den legendären Kümmel aus dem Käse stochern, doch etwas Verdrossenheit entwickelt sich schon.

juergenhennekunstkritik.wordpress.com

juergen-henne-leipzig@web.de

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März 16, 2009 - Posted by | Kunst, Leipzig, Presse

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