Juergen Henne Kunstkritik

Jürgen Henne, der Couragierte, der sich immer mit vollem Namen nennt, sich stets in voller Größe zeigt(s.u.), die schambeladene Kommentar-Forcierung in seinem Blog, Westropolis und Gisela Hoyer mit Ingo Schulze auf der Leipziger Buchmesse

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Jürgen Henne, der sich immer mit vollem Namen nennt…. (s.o.)

Ich bedanke mich manierlich für die befriedigende Kenntnisnahme meines Blogs, für die kontinuierliche Forcierung der Kommentarbereitschaft, die aber mit hohem Feigheitspotential und ergiebiger Schambereitschaft nur meinen privaten Mail-Kübel füllt. Ich danke für Vergöttlichungen, für Ovationen, für wundervolle Beleidigungen und Dämonisierungen. Doch werde ich auf keinen einzigen Beitrag reagieren.

Denn ich erwarte Vergöttlichungen, Ovationen, Beleidigungen und Dämonisierungen als öffentliche Kommentare innerhalb meines Blogs. Vergöttlichungen und Ovationen werden bei mir nicht goldig umrandet, Beleidigungen und Dämonisierungen nicht gelöscht.

Denn mein Blog ist anders strukturiert als z.B. dieses unsägliche „Westropolis“-Forum, dessen Betreiber sanfte Kritiken auf Befehl des Kritisierten hechelnd beseitigen und die Forumsteilnehmer diesen Abläufen ähnlich hechelnd und beleidigend bieder applaudieren.

Ein Teilnehmer dieses Forums bekundete mir privat seinen flammenden Respekt zu meiner Offenheit, beschämte mich mit seiner Ode an meine Courage und betonte meinen Mut, mich mit vollem Namen als Gesprächspartner anzubieten.
Ich erschrak. Ich hatte also Mut, mich beim vollen Namen zu nennen. Sollte ich mit JüHe, HeJü, HüJe oder JeHe signieren oder jürHegennne oder HenJürgneen? Es wirkt also grandios, wie ich meinen vollen Namen angebe. Es ist nicht zu glauben. Ich habe ihm nicht geantwortet.

Auch deshalb mutieren Foren wie „Westropolis“ zu Hülsen von geliert-wabernder Grundkonsistenz, werden sich gegenseitig die Taschen des Viertelwissens zugespeichelt, entwickelt sich ein schlüpfriger Schlagabtausch von Gunstbezeugungen, mit der Erwartung, dafür ähnlich belohnt zu werden.

Auch deshalb werde ich auf keine einzige Mail reagieren.

Warum sollten aber auch in überschaubaren Gesprächsdimensionen die Grenzen überschritten werden, die in größeren Arenen markiert werden. Man denke nur an die grotesken Abläufe um die Bücher Ingo Schulzes. Denn Literatur und Schulze schließen sich aus.
Ich kann diese Bücher nicht lesen, mir droht Netzhautasthma. Deshalb beschritt ich mit ausgeprägter Toleranzbereitschaft meine masochistischen Nebenwege und verfolgte auf einem mitteldeutschen Kultursender einige Stunden Lesung aus Schulzes „Adam und Evelyn“.
Schon dieser unsägliche Buchtitel kostet titanische Kräfte der Überwindung. Aneinanderreihungen banaler Dialoge, lächerlich vorgetragenes Zeitkolorit, die Aufdrängung einer ungenießbaren Melange aus Politik und labernder Geschichtsschreibung machen das Buch zu einer sprachästhetischen und intellektuellen Zumutung. Dagegen bewegt sich ja Clemens Meyer im literarischen Gigantismus.

Das ist keine Frage des privaten Geschmacks, unterschiedlicher Sichtweisen und Erfahrungen, wie dann sülzend beschwichtigt wird. Dieses Buch ist unterirdisch. Ich habe aber vergeblich, zumindest in den Grenzen Mitteldeutschlands, warnende, qualitätssüchtige Stimmen gesucht. Sie gibt es, erreichen aber keine Öffentlichkeit und werden stranguliert.

Zunächst hüstelte man mit journalistischer Wichtigkeit, doch noch in zuverlässiger Tarnung, von dem ultimativen „Wenderoman“. Wenn dann genug gehüstelt wurde und die Gefahr des Fehlhüstelns beseitigt war, steigerte sich die stattliche Herde von Nachhüstlern zu einem orgiastischen Brechhusten, der jede Skepsis in Grund und Boden sumpfte.
„Adam und Evelyn“ ist aber kein Vorwenderoman, Wenderoman oder Nachwenderoman, kein vorderer Vorwenderoman oder mittlerer Mittelwenderoman, „Adam und Evelyn“ ist eine auf dreihundert Seiten aufgeblähte Zumutung.

Und wenn dann Nachhüstlerin Gisela Hoyer, Journalistin der „Leipziger Volkszeitung“ auf der Leipziger Buchmesse mit ihrer gefürchteten Inkompetenz vor Ingo Schulze und vor einem schon wochenlang manipulierten Publikum sich demütig verbiegt, seinen „Lockenkopf“ anflötet, seinen Charme lobt, aber unfähig, literarische Qualität zu beurteilen, könnte an die Seite der Finanzkrise auch eine gefühlte Kulturkrise treten.

juergenhennekunstkritik.wordpress.com

juergen-henne-leipzig@web.de

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März 4, 2009 - Posted by | Kunst, Leipzig, Presse, Verstreutes

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