Juergen Henne Kunstkritik

Jürgen Henne im Museum of Modern Art in New York und Max Beckmann, Cy Twombly, Mark Rothko, Barnett Newman, Willem de Kooning, Joseph Beuys, Kasimir Malewitsch, Piet Mondrian, Robert Indiana

Jürgen Henne, im Hintergrund, mittig links, kurz vor dem Erschöpfungskoma, aber beglückt nach einem fast fünfstündigen Rundgang durch das Museum of Modern Art in New York. Zwischen  plastischen Arbeiten von Calder und Barnett Newman.

Jürgen Henne einige Stunden nach dem Rundgang, in entpannter, ästhetisch wohlgeformter Körperhaltung auf Long Island. Um eine derartige Hütte bezahlen zu können, werden wir bis Weihnachten uns weitgehend von Moos ernähren, bei ausufernder Leichtsinnigkeit vielleicht mit einem halben Kümmelkorn verfeinert. 

Ausgewählte Beispiele im Museum of Modern Art

Cy Twombly – für Jürgen Henne sicherlich der bedeutendste, noch lebende Künstler. Für einfältige Geister bieten  sich die Bilder Twomblys zu tiefschürfenden Bemerkungen wie „dieses Gekragel kann meine fünfjährige Tochter auch“ an. Nein, das kann sie eben nicht. Und der Sohn auch nicht, geschweige die Eltern.

Mark Rothko, amerikanischer Maler mit russischer Herkunft –  ein Magier malerischer Transzendenz mit höchster Virtuosität bei der Farbgestaltung und deren meditativer Ausstrahlung. Ich durfte mich vor einigen Monaten in München bei einer Personalausstellung Rothkos vor seinen Bildern verneigen. Ich versäumte nicht, diese Dankbarkeitsgeste zu zelebrieren.

Barnett Newman, Amerikaner – radikale Reduzierung, aber genügend für außerordentliche Kunst. Wann hat man je ein derartiges Rot gesehen. Entstanden durch den Auftrag zahlreicher Farbschichten.

Willem de Kooning, Amerikaner, gebürtiger Holländer – neben Pollock der Gigant des Abstrakten Expressionismus New Yorker Prägung. Ekstatisch- eruptive Farbkaskaden, Malprozess mit selbstständigem Wert. Von gemalter Körperlichkeit zu farbdynamischen Abstraktionen. Das Bild widerspiegelt exakt meine Mimik, als mir gewahr wurde, dass sich unsere Koffer zunächst einem Weiterflug von Paris nach New York verweigert hatten. 

Joseph-Beuys-Saal –  ich achte Ihn weniger wegen seiner Aktionsmätzchen und seiner Fett-Filz-Lappen, doch war er ein grandioser Zeichner von höchster Subtilität. Seinen Spruch „Jeder Mensch ist ein Künstler“ fand ich schon immer ziemlich blöd. Doch er ist auf alle Fälle einer.

Max Beckmann, in Leipzig geboren, in New York gestorben – er verweigerte sich jeder Einordnung in das Labyrinth der „ismen“des vergangenen Jahrhunderts. Ein grandioser Einzelgängers, der Klaustrophoben in die Panik treibt. Der Maler einer kastenartig zusammengepferchten Enge, in der Schutzlosigkeit, Isolation und Verständigungsaskese die Menschen in ein gewaltbereites „Welttheater“ treiben. Er aktiviert die Möglichkeiten eines Triptychons und nutzt Elemente der traditionellen Ikonographie(Vanitas). Und selten war ein Künstler derartig von seinem eigenen Gesicht besessen und malte es in unzähligen Zuständen seiner Physiognomie.

Kasimir Malewitsch, Russe  – auf dem Weg zur radikalen Ungegenständlichkeit. Hauptvertreter des Suprematismus. Malte „Weißes Quadrat auf weißem Grund“ und „Schwarzes Quadrat auf weißem Grund“ und trieb  das konservative Kunstpublikum zu einem kollektiven Brechreiz. Feierte die zweckfreie Kunst und definierte seine Arbeiten als „befreites Nichts.“ Doch dieses „Nichts“ ist meisterhaft.

 

Piet Mondrian, Holländer, gestorben in New York – gründete  1917 mit Theo van Doesburg in Leiden die Gruppe „De Stijl“. Ausdruck des Universalen als Verschmelzung von Verschiedenartigkeit und Individualismus. Einheit als Abstraktion, als Gleichgewicht von Linie und Fläche. Konzentration auf die Grundfarben Rot, Gelb, Blau. Erfahrung nicht als körperlich-fassbares Ereignis, sondern als kosmische Abstraktion. Nach Mondrians Tod fand man die Gegenstände auf seinem Schreibtisch ähnlich geordnet vor wie die geometrische Anlage seiner Bilder.

Robert Indiana, Amerikaner – es fällt nicht schwer, dieses Wort in Kopf und Herz zu installieren, wenn man durch dieses Museum schwebt.

Juergen-henne-leipzig@web.de

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Oktober 16, 2008 - Posted by | Kunst, Neben Leipzig, Verstreutes

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