Jürgen Henne, Rod Steiger als Pfandleiher, Nazermann in New York, ein Trauma in Spanish Harlem, Restsülze im Zahn, Jean Gabin, Isabelle Huppert, zwölf Geschworene, ein Augenartist mit Basedow-Tendenz, Rod Steiger als Kofferträger und Unschuldige mit schmutzigen Händen.
Rod Steiger als Pfandleiher im gleichnamigem Film von Sidney Lumet, 1967
Es gibt Schauspieler, die hampeln unentwegt über die Leinwand, kratzen sich die Nüsse, brüllen wie Godzilla, zirkulieren mit ihren Köpfen wie eine Kreissäge, doch der Zuschauer neigt sich bald sanft zurück, kratzt sich gleichfalls die Nüsse und lässt Hypnos und Morpheus ihr Werk verrichten.
Und dann gibt es natürlich auch Schauspieler, die schauen wortlos auf eine zerknorpelte Hauswand, drehen sich erstarrt und teilnahmslos eine Zigarette, fläzen im Schaukelstuhl oder puhlen die Restsülze aus dem Kariesgebiss, sie können sich natürlich auch die Nüsse kratzen und der Zuschauer schluckt, ist gebannt und erschüttert ob der außerordentlichen Schauspielkunst.
Keinesfalls eine neue Erkenntniss, eher die Normalität im Kino.
Natürlich können auch hampelnde, wie Godzilla brüllende Darsteller eine hochwertige Kunst bieten und Knorpelhauswandanstarrer mit Restsülze im Gebiss sich schauspielerisch auf grottigem Terrain bewegen.
Rod Steiger konnte machen, was er wollte, laut und lästig sein oder sich erstarrt vor einer knorpeligen Hauswand die Restsülze aus dem Kariesgebiss puhlen. Sein Status als einer der bedeutendsten Schauspieler der zweiten Jahrhunderthälfte sollte nie angetastet werden.
Gerade bei seiner Rolle als Pfandleiher in “Der Pfandleiher”, brilliert er als ehemaliger Professor in Leipzig, als jüdischer Überlebender des Holocaust, dessen Familie verschleppt, vergewaltigt, getötet, also zerstört wurde.
Dieses Trauma hat er bis nach Spanish Harlem in New York getragen und verstört seine Umgebung mit einer beispiellosen Wortaskese, mit Pessimismus und Hoffnungslosigkeit, die der sensible Zuschauer nur unter Schmerzen ertragen kann.
Und es bedarf eben keiner großen Manierismen, emotionaler Schüttelgesten und Hände ringender Anfälle. Bei Sol Nazermann (Rod Steiger) haben die Spuren einer irreparablen Erschütterung selbst die Fähigkeit und den Willen zu Ausbrüchen und zur berechtigten Darstellung des Schmerzes über ein unsägliches, zum Himmel schreiendens Unrecht getilgt.
Das Leid hat selbst seinen Schmerz gebrochen.
Er umpanzert sich mit Grobheit, äußerer Härte und radikaler Unzugänglichkeit.
Bis die Abläufe kulminieren und sich bei Nazermann durch einen Opfertod allmählich der Nebel lichtet. Die letzten Bilder zeigen ihn auf den Straßen von New York.
Steiger konnte locker die Inkarnation des Kotzbrockens darstellen, des cholerischen Autoritätsfanatikers und gespaltenen Intriganten mit tiefer Familienbindung. Er spielte den Ehemann von höllischer Vergeltungswut, den Western-Rowdy und den politischen Feingeist mit ausgeprägter Hybris.
Ich denke in diesem Zusammenhang auch an Jean Gabin und Charles Laughton, an Simone Signoret und Isabelle Huppert.
Im Angesicht der z.B. bemerkenswerten Kunst der I.H. können meinetwegen alle gegenwärtigen Modeschauspielerinnen, deren Schönheit die Erscheinung von I.H.zweifelsfrei überragt, hinter die Leinwand treten, den Mund halten und Bockwurst essen.
Und auf der Leinwand agieren dann noch Isabelle Huppert und Kati Outinen, eine der bevorzugten Darstellerinnen Aki Kaurismäkis. Wenn ich an “Das Mädchen aus der Streichholzfabrik” denke, türmt sich bei mir sofort die Gänsehaut auf.
Nach Studien in verschiedenen Schulen, u.a. auch mit Marlon Brando in einer Klasse, spielte Rod Steiger bald am Broadway (Ibsens “Volksfeind”), debütierte bei Fred Zinnemanns “Teresa” und erhielt eine Oscar-Nominierung für die Rolle des zwiespältigen Bruders Terry Malloys (Marlon Brando)in Elia Kazans “Faust im Nacken”. Wehalb der Originaltitel “On the Waterfront” diese Übersetzung erhielt, erschließt sich mir nicht. Bei “Faust im Nacken” denke ich irgendwie immer an John Wayne.
Jedenfalls für die damalige Zeit ein auffällig radikaler Film, der an originalen Schauplätzen von der Widerwärtigkeit gewerkschaftlicher Korrumption kündet.
Nach dem Pfandleiher bräuchte man keinesfalls den Regisseur zu wechseln, um unbescheiden anspruchsvoll die Filmstunden weiterzuführen.
Mit der Empfehlung von Lumets “Serpico”, “Nacht über Manhattan” und vor allem “Die zwölf Geschworenen” mit Henry Fonda, für mich ein überragender Streifen der Filmgeschichte, wird man keinen Zorn ernten.
“Waterloo” (1969) von Sergej Bondartschuk.
Rod Steiger als Augenartist mit auffälliger Basedow-Tendenz, als zwergiger Welteroberer mit der Hand kurz über seiner französischen Nudel.
Außerdem mit Christopher Plummer und Orson Wells.
Ich weiß tatsächlich nicht, ob ich diesen Streifen gesehen habe. Ich denke, er wurde am Beginn der 70er Jahre im Leipziger Filmtheater “Schauburg” gezeigt. Sicher als Breitwand-Produktion.
Mein erstes Breitwanderlebnis gönnte ich mir Mitte bis Ende der 60er Jahre, “Die schwarze Tulpe” mit Alain Delon, damals eine Sensation
“In der Hitze der Nacht” von Norman Jewison, 1967
Gleichfalls Regisseur von “Cincinnati Kid” mit Steve McQueen und dem göttlichen Edward G. Robinson.
Steiger fungiert zunächst als Über-Dödel, welcher der überragenden Intelligenz und der beispiellosen Erscheinung des schwarzen Kriminalbeamten (Sidney Poitier) nur dümmliches Unverständnis und Aggressivität entgegenbringt. Im Verlauf der Ermittlungen ändern sich die Dinge und zum Filmausklang trägt der weiße, grobschlächtige, unansehnliche, doch etwas geläuterte Rod Steiger dem schwarzen, feinsinnigen und ansehnlichen Sidney Poitier den Koffer zum Zug.
Wie Rod Steiger ständig mit seinen Sheriff-Zähnen auf Kaugummi herumdrischt, sich breitbeinig lärmend Autorität erarbeiten will und meisterhaft zwischen rassistischem Unfug, grober Ironie, unerwarteter Verlegenheit, aber auch Erstaunen und Scham pendelt, aufgelockert durch cholerische Intermezzi, erscheint mir in dieser Intensität nicht vergleichbar.
Aus heutiger Sicht wird man dem Film etwas Klischee-Bereitschaft bescheinigen. Doch sollte das Herstellungsdatum beachtet werden, eine Zeit, in welcher der Alltag Amerikas, zumindest im Süden, noch etwas anders geprägt wurde.
Der Film erhielt fünf oder sechs Oscars, u.a. für Rod Steiger, in diesem Fall kein Protest
Rod Steiger in “Amityville Horror”, von Stuart Rosenberg, 1979
Ein schönes Bild
Ich habe den Film nie gesehen und kenne von Rosenberg nur “Das Schiff der Verdammten” aus den 70er Jahren, das Drama um jüdische Emigranten, die in den USA und Kanada abgewiesen wurden und wieder nach Europa zurückkehren müssen. Ich denke, der Film hat mich tief beeindruckt, obwohl ich mich nur noch an Faye Dunaway und Max von Sydow erinnere.
Rod Steiger agierte weiterhin als Komarovsky in “Doktor Schiwago”, als Mussolini in “Omar Mukhtar” und spielte Louis Wormser in Chabrols bemerkenswerten Streifen “Die Unschuldigen mit den schmutzigen Händen.” Ein guter Film mit Romy Schneider, viele waren es ja nicht.
Jürgen Henne und die unregelmäßig bearbeitete Serie: “Filme, die keine Sau kennt, außer Jürgen.” Heute: “Freaks” von Tod Browning (1932)
Freaks. Meine DVD, aus Amerika bestellt.
Scheinbar in Deutschland nicht erhältlich, dachte ich zumindest vor einigen Wochen.
Doch aktuell nun doch in Deutschland und Großbritannien käuflich zu erwerben. Wahrscheinlich war ich wieder zu blöd.
Vergangene Woche trottete ich durch Leipzigs größte “Saturn”-Bude. Natürlich nur bescheiden hoffnungsvoll, irgendein Scheibchen musikalischen oder filmischen Zuschnitts zu finden, welches ich freudvoll nach Hause tragen könnte und auf das meine Unterhaltungselektronik nicht mit einer offensiven Brechorgie reagieren und ihren Stromfluss unterbrechen würde.
Natürlich erwarte ich nicht, dass “Freaks”, “Stalker” oder “Eraserhead” mir an jeder Bockwurst-Ecke aufgedrängt werden. Auch nicht bei “Saturn”.
Mich interessieren aber diese kulturellen Entwicklungen und nebenbei kann ich meine masochistischen Nebengleise wieder einmal richtig ölen.
Doch derartig umfassend gebündelten Müll wie im “Geil ist Geil”-Stall, hatte ich nicht vermutet.Außerdem habe ich selten so eine beknackte Werbung zur Kenntnis nehmen müssen.
Ich neige eher zu Toleranz und kein Bud Spencer, keine Karl-May-Schinken oder Wallace-Verfilmungen, auch nicht “Ben Hur” vom anderen Wallace, treiben mein Verständnis an die Schmerzgrenze.
Auch Harry Potter, der Herr der Ringe oder der zeitgenössische Vampir-Kram können mit meiner Sensibilität rechnen.
Doch ein derartiger Fundus an gespielter, gesprochener, inszenierter und gesungener Sülze erscheint mir deprimierend.
Deshalb Null Cent bei den Ausgaben, so schön und preiswert kann sich eine Prommenade durch mediale Simpelhütten entwickeln.
Und ich bewahre meine Geilheit für andere Situationen.
Ein schaurig “schönes” Bild. “Freaks” im Grünen
Szene aus “Freaks” mit Hercules (Henry Victor), Cleopatra (Olga Braclanova)und Hans (Harry Earles).
Das Bild zeigt den Prolog zu einer der wundervollsten und unerträglichsten Szene der frühen Filmgeschichte.
In ihrer Intensität vergleichbar Mit Peter Lorres Schlussmonolog bei “M”.
Daisy während der Hochzeit von Hans und Cleopatra
Plakat
Der Film wird als Horror-Veranstaltung angepriesen. Kann ich nicht ganz nachvollziehen. Sicherlich sind Elemente dieses Genres nicht zu übersehen,wenn Horror etwas schlicht mit Grauen übersetzt wird.
(Ähnlich dürftig wie die Bezeichnungen Abenteuerfilm für “Stalker” und Tierfilm für “King Kong” in dämlichen Fernsehbroschüren)
Womöglich wurde von Browning nach “Dracula”(1930)ein ähnlicher Streifen erwartet, der sich bedenkenlos in die Rubrik Horror einordnen ließe.
Doch “Freaks” bewegt sich weitgehend auf realen Ebenen, die natürlich Grauen nicht ausschließen.
Denn Browning meidet eine kompromisslose, gezielte, konzentrierte Hinwendung zum Schrecken “an sich”. Das Grauen ist real, nicht konstruiert. Natürlich verfremdet, überzeichnet Browning manche Abläufe. Ein Zirkusfilm mit emotionalen Kitschorgien, der den alltäglichen Horror in ein Rundzelt und ein paar Wohnwagen trägt und Aktion, Thriller, Komödie und etwas Horror-Dekoration vereint.
Das normale Programm mit Liebe, Gier, Geilheit, Vergeltung wird gnadenlos ausgebreitet.
Frieda, die Zwergin liebt Hans, den Zwerg. Hans, der Zwerg liebt Cleopatra , “normal” gewachsen. Hercules, “normal” gewachsen aber schön bekloppt, vögelt mit Cleopatra, sie ist schön, verwerflich und zum Kotzen. Cleopatra und Hans heiraten, des Geldes wegen. Der kranke Hans wird dann mit einer Medizin versorgt, deren Inhalt sich nicht auf Kamille und Pfefferminze beschränkt. Hercules lacht immer dämlich vor sich hin. Eine gängige, eigentlich unaufdringliche Story.
Doch bald kommt ein Kodex der Freaks zur Anwendung: Wer Einem schadet, schadet allen, oder so ähnlich.
Und schon geht es richtig los. Die Schlussszene ist dann der wahrhaftige Horror, aber etwas albern und durchaus entbehrlich.
Brownings Film lechzt nicht nach Anteilnahme und Mitleid. Denn eine erweiterte Anzahl dieser Menschen wurde mit einem bemerkenswerten Selbstbewusstsein beschenkt.
Die Darsteller wählte man aus verschiedenen Theatern, in denen der Exhibitionismus ihrer Andersartigkeit zur täglichen Verpflichtung und zur Existenzsicherung gehört. Die Behinderungen sind also unmissverständlich greifbar.
Während eines Galeriegesprächs mit einem einarmigen Künstler sprach ich leichtfertig von einer Behinderung. Der Herr wollte mir sofort mit seinem übriggebliebenen Arm an die Kehle. Doch wie feinsinnig soll man denn einen derartigen Zustand ausdrücken?
Jedenfalls haben die Schauspieler bei “Freaks” sicher vor Ort schon ähnliche Situationen ertragen müssen. Sie sind also zumindest gewappnet gegen Vehöhnung, Erniedrigung und körperliche Zugriffe. Und die zwischenmenschlichen Abläufe sind in derartigen Miniwelten ohnehin mitunter recht gewöhnungsbedürftig.
Manchmal verirrt sich der Film in einem kleinen Nummernprogramm. Siamnesische Zwillinge, ein Mann ohne Unterleib,ein Darsteller ohne Extremitäten, der sich die Zigarette anzündet entfalten ein Potpourri ihrer Fähigkeiten, ihrer Normalität.
Sehr beeindruckend, doch vielleicht nicht notwendig. Zu plakativ.
Neben der Ausbildung berechtigter Zuneigungen zu den “Freaks” birgt der Film aber auch die mögliche Gefahr, Distanz und selbst Hass zu verstärken und Vorurteile zu unterstützen.
Eine gnadenlose Rache, die Realisierung von Bonmots des Alten Testaments, die erbarmungslose Aufrechnung von Gier und Mordversuch mit Mord und Verstümmelung ergeben eine Patt-Situation der Symphatieanteile.
Wobei sich die Reaktionen dieser Randgruppe und deren lebensnotwendiger Kodex sich sozialpsychologisch doch unschwer erschließen lassen.
In Amerika und Großbritannien war der Film lange verboten, in einigen Bundesstaaten der USA scheinbar bis heute.
Er ist nicht synchronisiert. Die Originalsprache ist merkwürdig, angereichert mit einigen deutschen Zwischentönen.
Doch würde ich inzwischen eine synchronisierte Version ablehnen.
Denn gerade die Sprache agiert mit ihren phonetischen und rhetorischen Eigenarten der einzelnen Darsteller, besonders auch in Anbetracht des noch jungen Tonfilms, als außerordentliches Wirkungsmittel.
Im Zusammenhang mit verbliebenen Darstellungselementen des gerade abgelösten Stummfilms ergibt sich eine bemerkenswerte Melange hochwertiger Filmkunst.
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Jürgen Henne und die unregelmäßige Reihe: “Filme, die keine Sau kennt, außer Jürgen.” Heute: “Kitchen Stories” von Bent Hamer und Schwäne und Schneehühner, ein Hauswirtschaftsforschungsinstitut, Bespeckung von Mausefallen, Wege zwischen Herd und Klo, Schuld und Sühne, Dostojewski und Thomas Mann und Marmeladow im Ethanol-Koma
Kitchen Stories (2003), Beobachter ohne Opfer
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“Meine Frau ähnelte bei der Hochzeit einem Schwan.
Mir gefallen keine Schwäne, mir gefallen eher Bären und Wölfe.
Hast Du schon einmal einen Bären gegessen.
Ich bin eher für Rindfleisch.
Bären schmecken so wie Elch und Schneehuhn.”
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Sicher keine vollständig exakte Wiedergabe, doch ziemlich ähnlich. Mir gefällt besonders die Geschmacksrichtung zwischen Elch und Schneehuhn. Könnte man auch gleich einen Zusammenhang zwischen Frosch und Kondor herstellen.
Ein Dialog der beiden Hauptakteure Folke und Isak, im Film “Kitchen Stories” von Bent Hamer. So herrlich schlicht, mit einer ergreifend archaisch-skurrilen Poesie.
Am Beginn der siebziger Jahre besuchte ich im Leipziger Elite-Kino “Casino” die Verfilmung von Dostojewskis “Schuld und Sühne.” Als abnorm getriebener Ekstatiker gegenüber russischer Literatur des 19. Jahrhunderts. Erschüttert und glückselig rang ich mich durch die über zweihundert Minuten.
Das Plakat am Kino warb mit Thomas Mann und dessen Urteil über “Schuld und Sühne: “Der größte Kriminalroman aller Zeiten.”
Zwangsläufig verließen dann zahlreiche Zeitgenossen die dunkle Hütte mit der fleckigen Leinwand, misslaunig und unausgeschlafen und rülpsten Ihren Unmut gegen die Außenwand des Kinos. Mit einer revolutionären Gegenposition: “Und sowas nennt sich nun größter Kriminalroman aller Zeiten.”
Ich habe diesen Film nun seit vierzig Jahren nicht mehr gesehen. Doch heute brachte der Postbote aus der Nähe von Lonjumeau meine Bestellung von “Schuld und Sühne”, in eben dieser Version einer alten, russischen Verfilmung mit pathetischen Sonderaktionen.
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Kitchen Stories, Beobachter und Opfer
Auch bei “Kitchen Stories” verließen einige Zweibeiner brabbelnd und maulend das Kino.
Vielleicht erwarteten sie ein Preiskochen zwischen Dirk Bach und Beckenbauer, oder ähnliches. Oder einen Kampf um die Herstellung der schmackhaftesten Iltishaxe, unter Ausschluß von Handtätigkeiten, nur mit Füßen und Genitalbereich.
Ich bin ja ohnehin am skandinavischem Film recht haltbar angekettet und erfreue mich immer wieder an dessen europäischer Sonderstellung.
Das schwedische Hauswirtschaftsforschungsinstitut untersuchte in der Mitte der 40er Jahre das Verhalten von Singles in ihren Küchen. Angestrebt wurde die Veränderung der Bewegungsstrukturen, die Herstellung sinnvoller, zeitsparender, kraftunaufwendiger Abläufe bei der Bewältigung des alltäglichen Krams.
Einige Jahre später überrollte diese solidarische Zumutung auch den norwegischen Norden.
Der Film “Kitchen Stories” zeigt nun ein mehrmonatiges Beisammensein zwischen einem norwegischen Single und einem schwedischen Beobachter, der ohne wesentliche Unterbrechungen Blatt für Blatt mit obskuren Liniennetzen füllt. Hin und wieder greift er in seine Brotbüchse und zerrt lustlos an einem Wurstbrot.
Die Schuhe abgestreift, quält er sich eingepferscht auf einem Hochsitz, den Kopf knapp unter der Zimmerdecke und glotzt aufdringlich in den Raum.
Das norwegische Opfer bleibt weitgehend gelassen, beobachtet fast ungläubig das alberne Treiben und gönnt sich vereinzelt eine kleine Bosheit.
Schwedisch-norwegische Zwistigkeite werden aufbereitet: “Das versteht ihr nicht, ihr Schweden, ihr wart im Krieg auch nur stille Beobachter”.
Die läppichsten Tätigkeiten erhalten einen gefestigten Stellenwert und werden liebevoll detailliert von Hamer geschildert, z.B. die Bespeckung von Mausefallen, die Herstellung von Getränken und Rauchzeug.
Das arme norwegische Schwein und der bedeutungsvolle Schwede mit “wissenschaftlichem” Auftrag.
Doch bald löst sich diese Lineatur auf, die Rollen wechseln.
Wie immer im skandinavischem Film nervt auch “Kitchen Stories” nicht durch eine überbordende Kommunikationsbereitschaft.
Diese posivistischen Grundtendenzen lösen auch bald die Grenzen der reinen Geschäftstätigkeit auf und die beiden Solisten beginnen Erfahrungen im Duett zu erwägen.
Der Beobachter verlässt den Hochsitz und sie geben sich gnadenlos die Kante. Und sie unterhalten sich.
Aber nicht über den günstigsten Weg zwischen Herd, Topflappen, Ausguss, Tasse un Klo.
Und dann das Ende. Traurig, überraschend, alltäglich.
Hamer treibt die Emotionen nicht bis zur Lächerlichkeit.
Mit stillem Schritt, ohne Getrampel, welches im heutigen Film nicht selten auch einmal die Nüsse des Kinogängers trifft, biegt er die Geschichte nur wenig. Sie bleibt geradlinig. Auf Manöver,dem Ereignis durch entbehrliches Dekor Bedeutung aufzunötigen, verzichtet Hamer souverän.
Er skizziert das alltägliche Malheur, die Banalitäten, die Tristess, aber auch die glücklichen Fügungen, ohne auch nur im Ansatz sich einer banalen Filmsprache zu ergeben.
Und jetzt werde ich einige Minuten “Schuld und Sühne” sehen und habe mich zuvor um etwas Zweckpessimismus bemüht.
Denn nicht selten ist man bei einer lesenden, sehenden oder hörenden Wiederholung nach Jahrzehnten recht enttäuscht.
Auf alle Fälle erinnere ich mich an einen Vortrag des besoffenen Marmeladows, der mir das Herz brach.
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Claude Debussy, Aki Kaurismäki, ein russischer Ikonenmaler, die Kathedrale von Rouen, die Ästhetik einer Streichholzfabrik, Ausdünstungen eines Fernsehers, Renegades in Leipzig, Iris auf dem Pfad der Rache, das Vorspiel eines Fauns, Verstreutes zwischen Schrebergärten und Triebisch und ein Stuhlsturz zu Gohlis, aber ohne Kriegsfolgen
Meine Empfehlung für ein kulturelles Intermezzo nach der Drangsal täglich angebotener Medien-Zumutungen optischer und akustischer Ausführung, aus deren Tentakeln man sich trotz übermenschlicher Ignoranz nur qualvoll entfesseln kann.
Heute: Teil 1 “Prélude à l´après-midi d`un faune” von Claude Debussy
Claude Debussy
Um eine angemessene Klarsicht über meinen Vorrat an Tonträgern zu bewahren, bemühe ich mich bei Ordnungsfragen und sinnvollen Aufbewahrungskriterien zumindest oberflächlich, chronologische Abläufe und musikhistorische Marksteine zu beachten.
Schon immer hatte dabei die Musik Debussys das Privileg, den Abschnitt “Neue Musik” oder “Moderne” einzuleiten, deren Beginn inzwischen weitgehend einvernehmlich für die gesamte Kultur und Kunst auf die abschließenden Jahre des 19. Jahrh. festgelegt wurde.
Meine musiktheoretischen Kenntnisse sind in einem durchaus überschaubaren Rahmen angelegt und bei einer freundlichen Erläuterung des Charakters der Modernität Debussys mit Pentatonik, Tritonus, Quintparallelreihen oder Gamelanmusik und Mikrointervallen muss ich schamhaft in den Himmel starren und Verständnis nur vortäuchen.
Auch die Verbindungen Debussys zu slawischer und asiatischer Musik kann ich eher erahnen oder fühlen, doch nicht an den jeweiligen Notationen begründen.
Doch spürte ich schon seit meiner frühen Jugend, also kurz nach der Geburt von Robin Hood, die Eigenständigkeitin der Musik Debussys, das “Fremdartige”, die Rebellion, oft nur in leisen Tönen.
Ich bemühte mich bald eifrig, eine Grundstock von dessen Musik anzulegen, die aber im dunklen Mittelalter der DDR nicht gerade üppig angeboten wurde.
Ich fahndete nach “La mer”, und den “Images”, nach “Preludes” “Les Nocturnes”und “Estampes” und sah später “Pelléas et Mélisande”.
Doch blieb das “Vorspiel zum Nachmittag eines Fauns” nach Mallarmé ein zentrales Stück meiner Freude.
Und vielleicht wird man animiert, sich wieder etwas Mallarmé-Lektüre zu gönnen. Und wäre dann bald bei Rimbaud und Verlaine, am Beginn der literarischen Moderne und bei durchlesenen Nächten
Meine erste Debussy-Scheibe
Aus prähistorischen Zeiten, als der Abtastmechanismus sicherlich noch auf Kieselstein-Basis funktionierte.
Mit einem kalligrafisch recht ansehnlichen Schriftzug. Der weiße Akzent auf der Hülle resultiert aus meinem Dilettantismus gegenüber dem fotografischen Handwerk.
Gefüllt wird das Cover von Monets “Seerosen”. Der Euphorie für diese Bilder konnte ich nie folgen. Monets Oevre ist reichlich mit besseren Arbeiten gefüllt ( z.B. die verschiedenen Versionen der Kathedrale von Rouen. Ich besuchte sie 1991 bei unserer ersten Frankreich-Tour und verinnerlichte dann auch bald Monets Sicht auf dieses Bauwerk im Musée d´Orsay).
Cecile Ousset war damals eine recht begehrte Pianistin, deren Weg ich aber nicht weiter verfolgte und deren Lebenszeit sich dem achtzigsten Jahr nähern dürfte.
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Heute: Teil 2 “Das Mädchen aus der Streichholzfabrik” von Aki Kaurismäki
Aki Kaurismäki
Meine außerordentliche Zuneigung zum skandinavischen Film bündelt sich in den cineastischen Ausnahmeleistungen Aki Kaurismäkis.
Natürlich haben auch französische, englische, spanische, nordamerikanische und osteuropäische Filmemacher unvergessliche Streifen hinterlassen. So habe ich in unmittelbarer Vergangenheit wieder einmal Tarkowskis “Stalker” und “Andrej Rubljow” gesehen, Lumets “Pfandleiher” und die “Phantome des Hutmachers” von Chabrol, Viscontis “Tod in Venedig” und den “kleinen” aber herausragenden “Station agent” von Thomas McCarty.
Aber eben auch “Das Mädchen aus der Streichholzfabrik” kann sich auf dieser Edelgalerie der Filmgeschichte der vergangenen knapp fünf Jahrzehnte ohne Gewissenspein einordnen.
Alltagsszene.
Iris (Kati Outinen) bemüht sich, haushälterische Anforderungen befriedigend zu bewältigen. Mutter und Stiefvater pflegen ihre Nutzlosigkeit, öden aphatisch herum, pennen vor dem Fenseher und demolieren das Gesicht ihrer Tochter, die sich von ihrem kargen Gehalt ein Kleid kaufte.
Der Film beginnt mit einer Zelebrierung der Abläufe in einer Streichholzfabrik. Nervend, aber auch von hoher Ästhetik.
Die Aufgabe von Iris besteht in der Kontrolle einer ordnungsgemäßen Haftung der Etiketten auf den Schachteln. Sicherlich keine Verrichtung, die einen glückseligen Nachtschlaf begünstigt und die morgentliche Trennung vom Bett schwungvoll beflügelt.
Und immer wieder diese unerträgliche Monotonie, diese Spachlosigkeit und emotionale Askese, bei der die akustischen und optischen Ausdünstungen eines Fernsehers als Entschädigung für fehlende Sozialkontakte fungieren.
Die erste Äußerung im Film wird nach etwa zehn Minuten abgestöhnt.
Diese Abläufe sollten eigentlich das menschliche Mitleids-Gen aktivieren und Gedanken über gesellschaftliche Grenz-Deponien, die ihren Status als soziale Randgruppen sicher schon erweitert haben, vehement ankurbeln.
Doch verkrampft weitgehend dieses Gen, denn anders als ihr Bruder, der einen Ausbruch aus diesem widerwärtigen Scheintot im elterlichen Millieus vollzog, unterwirft sich die Hauptakteurin dieser emotialen Vermüllung und kann nur zu Extremmaßnahmen greifen, zu einer totalen Zerstörung, die von ihr natürlich auch mit gespenstischer Apathie abgewickelt wird.
Karismäki philosophiert in Bildern, mit Gesichtern und der Tristess eines Ambientes. Große Gesten und ausufernde Gemüts-Tornados gönnt er nicht seinen Schauspielern. Die Sphäre der Empfindunglosig -u. Gleichgültigkeit, von sozialer Betäubung und eine Aktionsbereitschaft, die sich dem Koma nähert, entwickelt sich außerhalb der Sprache.
Nach der Gesichtmassage durch ihren Stiefvater rebelliert Iris kurz. Sie geht mit dem gekauften Kleid zum Tanz, stöpselt mit einem Tanzpartner, wird schwanger und aus der elterlichen Wohnung geworfen, ihr Stöpselpartner reagiert beängstigend gleichgültig auf die Schwangerschaft und Iris beginnt, sich einen Pfad der Rache zu ebnen, natürlich alles ziemlich apathisch.
Bemerkenswert auch die finnische Filmmusik, die für mitteleuropäische Hörtraditionen recht gewöhnungsbedürftig ist. Außerordentlich erfreulich ist die Verwendung des Songs “Cadillac” der Renegades, 1965 in Birmingham gegründet.
Die Band agierte vorrangig in Finnland, “Cadillac” entwickelte sich auch in Deutschland-West zumindest zu einem mittleren Hit (um 1964/65) und in Leipzig, Deutschland-Ost, zu einer Kultnummer, bei der wir wie die Blöden rotierten, Schlagzeug und Gitarre nachmimten und überhaupt uns der ersten Phase einer Wohnungsdemolierung näherten.
Iris bei der Zubereitung eines Trankes.
Der Blick auf die kleine Schachtel zerstört den Glauben an die Möglichkeit, es könnte Waldmeister-Limonade sein.
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Verstreutes
Das Flüsschen Triebisch in Meißen, etwa fünfunddreißig Kilometer lang.
Nach dem Besuch des Grafikmarktes vor einigen Tagen, der eine recht ansehnliche Auswahl anbot. Doch im Angesicht dieser fließenden Harmlosigkeit wieder Erschütterung, völlige Verständnislosigkeit und großen Respekt vor ungezügelten Wassermassen.
Links am oberen Ende der Hauswand-Lisene der Stand des Hochwassers von 2002.
Ergänzung meines Textes vom 11. Mai 2011.
Hunderte Teilnehmer schlurfen organisiert durch einen Leipziger Schrebergartenverein.
Ich falle vom Stuhl.
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Jürgen Henne, Silvester 2010 auf dem Darß und Ilja Muromez, vereiste Skrota, Weihnachtsbäume im Sand, ein Elysium an der Steilküste, Bunkerarchitektur im Salzwasser, historistische Ambivalenzen, Blumen für Schubert und Schönberg, eine Seemannskirche in Prerow, Neogotik in Wustrow und unverzichtbare Gestirne im Zeichen der Sonne
Wegweiser zwischen Ahrenshoop und Wustrow, 29. Dezember 2010
Reitest Du nach links, findest Du Reichtum und Macht, reitest Du nach rechts, findest Du Ruhm und Glück, reitest Du aber geradeaus, findest Du den Tod.
Ich glaube, besonders in russischen Märchen wurde der Held an Kulminationspunkten der Handlung mit derartigen Alternativen behelligt. Iwan, Oleg oder Wladimir wählten dann natürlich immer die Todes-Allee und retteten Mütterchen Rußland.
Ich erinnere mich dabei an den Film “Ilja Muromez” von 1956, in dem der edle Bogatyr eine ähnliche Wahl treffen musste und bald einen Dummhut von erschütternder Unansehnlichkeit bezwang, die Tataren in die Steppe jagte, wonach er in das russische Walhalla aufgenommen wurde.
Die Entscheidungsdramatik bei dem obigen Wegweiser bleibt überschaubar. Denn die Wahl zwischen Ahrenshoop und Wustrow bietet keine wirkliche Alternative. Denn beide geografischen Hinweise führten in diesen Tagen in das winterliche Paradies.
Ich denke dabei an Zeitgenossen meiner Altersstruktur, die schon vor dem ersten Herbstwind von einer Schnee-Phobie heimgesucht werden, deren Nasensekret kristallisiert und deren Skrotum vereist.
Die Sehnsuchtsaugen und Temperaturrezeptoren gieren dann zu südlichen Koordinaten, um dort bis zum mitteleuropäischen Frühling zu überwintern.
Sie hüpfen dann am glühendem Strand und mit inzwischen aufgeweichtem Skrotum um den Weihnachtsbaum und lassen sich bald die hitzige Januarsonne auf das Gesäß prallen.
Ich gönne ihnen diese Eintönigkeit der Jahreszeiten, suhle mich derweil im mitteleuropäischem Pulverschnee und freue mich dann richtig auf den Frühling.
Und sie atmen mir nicht den Schnee weg.
Jürgen Henne beim Eintritt in sein Elysium nördlichen Zuschnitts, wenige Meter vor der Steilküste und bei dreizehn Grad im Minusbereich. Gefühlt könnte man noch eine Null beifügen. Ich beginne, mich wohlzufühlen.
Jürgen Henne beim Verlassen seines Elysiums nördlichen Zuschnitts. Ich fühle mich wohl.
Rudimente der Bunkerarchitektur über der Steilküste zwischen Ahrenshoop und Wustrow zur Verteidigung des Sozialismus, gegen schwedische Heringe und norwegische Flatterflundern.
Evangelische Kirche in Wustrow.
Ziemlich monumental für ein Fischerdorf auf dem Darß. Dann aber verständlich durch die Kenntnis, dass in Wustrow vor über einhundertundfünfzig Jahren eine Seefahrtsschule gegründet wurde. Auf dem Friedhof lümmelt dann auch die Elite seemännischer Kompetenz.
In Wustrow dominiert eher eine eher “städtische” Wohlstands-Architektur, von Reichtum getragen. Anders als in Ahrenshoop mit den Traditionen einer Künstler-Kolonie.
Ich liebe Ahrenshoop.
Ahrenshoop bildet die Grenze zwischen Fischland und Darß und gleichzeitig von Mecklenburg und Vorpommern.
Die Kirche in Wustrow wurde neugotisch konstruiert, Backstein auf künstlichem Hügel, einschiffig, kreuzförmiger Grundriss, polygonal geschlossene Querarme, quadratischer Westturm.
Ich neige eher nicht zu einer Beschwörung von Architektur mit historistischen Tendenzen.
Doch als wir neunzehnhundertundneunzig mit Januar-Grippe, mit Begrüßungsgeld und übermüdeten Grün-Gesichtern in Wien aus dem Zug stiegen, sahen wir sofort die Votiv-Kirche und erstarrten.
Ferstels Bau muss, unabhängig von neugotischen Strukturen, als Architektur von hoher Qualität und Eigenständigkeit eingeordnet werden.
Danach liefen wir zum Zentralfriedhof, wir liefen hin und fuhren nicht hin, wir liefen zurück und fuhren nicht zurück, denn der Wert des Begrüßungsgelds hatte natürlich Grenzen und wir legten deshalb nur eine Blume auf die Gräber von Franz Schubert und Arnold Schönberg. Doch das musste sein.
Sozialistische Bunkerarchitektur im Salzwasser
Prerow, evangelische Kirche, Seemannskirche, Kanzelaltar von 1728, im Brüstungsrelief stehender Christus mit Kreuz, auf dem Gesims Petrus und Paulus, auf den Wandkonsolen Moses und Aaron.
Prerow, Seemannskirche, Taufgehäuse aus Holz, 1740, in Form eines Rundtempels, an der Brüstung vierflügelige Cherubine, in der Bekrönung Jesus als guter Hirte.
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Südlicher Eingang der Seemannskirche in Prerow
Grabstelen auf dem Kirchhof der Seemannskirche in Prerow, vorrangig 18/19.Jh., um 1690 die älteste Stele.
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Ahrenshoop, Kirche, Weihe am 14. Oktober 1951, Holzbau mit Rohrdach, Architektur wie ein Boot, um 180 Grad gedreht. Holzbildhauerei aus einer Pappel vom Bauplatz. Altarwand mit Holzkreuz und dem Spruch des Johannesevangeliums: “Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater denn durch mich”.
Eigentlich eine ziemliche Anmaßung.
Sonne mit eisiger Ostsee
Ostsee, Holz und Eis
Ostsee, Eis und zwei unverzichbare Gestirne
Jürgen Henne, der Möwenflüsterer……..sprachlich und gedanklich ein saublöder Einfall. Schlichte Gemüter würden sich dafür bejubeln.
Nochmals Bunkerarchitektur im Salzwasser, bzw. auf Salzeis. Weil es so schön ist, diese Steinhaufen im Prozess der Verrottung genießen zu dürfen.
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