Juergen Henne Kunstkritik

Jürgen Henne, ein Nachtrag auf den vorgängigen Text vom 11. Juli und nochmals Jimi Hendrix, aber auch Joe Sachse, Frank Eißner, Eric Burdon, Canned Heat, eine spätpubertäre Autogramm-Euphorie und das Oelsardinenschnittchen auf einem menschlichen Auge

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Grafisches Blatt von Frank Eißner, ein hochbegabter Holzschneider in Leipzig, leider weitgehend unbeachtet, der scheinbar die Anbiederung an die publikumswirksame und kalkuliert markt- hofierende Herde der Leipziger Schule verachtet.
Es ist mitunter schon bizarr, wie Maler, die vor Jahren mit einer bemerkenswerten Eigenständigkeit verblüfften, den Rufen dieser Herde heute nachhecheln und deren Qualität dann in deprimierend unterdische Bereiche abdriftet z.B. Ulf Puder.
Es gab allerdings auch Künstler,bzw. Künstlerinnen, deren Bilder man ohnehin nur bei aggressiver Gutlaunigkeit als bedingt ansehnlich empfand und welche durch diese Anschmeichlungsaktionen die Grenze zur Unerträglichkeit bewältigt haben, z.B. Rosa Loy.
Man kann nur ungläubig und heftig den Kopf schütteln und eine Bänderdehnung riskieren.

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Jimi Hendrix, etwas vergilbt

Nachtrag zu „Musik und Ambiente“ („Rain“ in Leipzigs Opernhaus)

Frank Eißner (s.o.) behängte vor Jahren die Wände einer Bank, nahe der Leipziger Thomaskirche, mit seinen Bildern zur Musik von Jimi Hendrix. Joe Sachse, DDR-Gitarrist mit tatsächlich legendärer Grundausstattung schallte sich durch den Raum, beschenkte uns mit einem Medley aus „Voodoo Chile“, All Along The Watschtower“, Burning of The Midnight Lamp“ u.a.,wir knieten zwischen Schaltern und Geldautomaten ab, hofften, dass diese Minuten nie vergehen werden.

Plötzlich stand ein Krawattenheini der Bank vor mir, drückte ein Tablett gegen meine Brustwarzen und schleimte: „Na, vielleicht noch ein Schnittchen.“
Nie war die Gefahr größer, dass ein menschliches Auge mit einem Ölsardinenschnittchen hätte dekoriert werden können.

Nachtrag zu Coverversionen („Rain“ in Leipzigs Oper)

Von Eric Burdon, ohnehin ein Recke der Blues/Rock-Geschichte, gibt es, seit über fünfundvierzig Jahren und mit ständig wechselnden Musikern, eine stattliche Anhäufung markant gecoverter Titel.
Das reicht dann von John D. Loudermilks „Tobacco Road“ über „Nights In White Satin“ der Moody Blues, Ike u. Tina Turners „River Deep, Mountain High“ und dem „Paint It Black“ der Rolling Stones bis zu „To Love Somebody“ der Bee Gees!!

Aber auch seine eigenen Kompositionen wie „Inside-Looking Out“, „Good Times“, „Sky Pilot“, „Spill The Wine“, „When I Was Young“ oder „Don`t Bring Me Down“ treiben mir nach über vier Jahrzehnten massive Gänsehügel auf die Haut.

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Ein Ergebnis spätpubertärer Idolverehrung. Autogrammstunde Eric Burdons in der Mehring-Buchhandlung, damals noch am Augustus-Platz (2004). Vor mir agierte ein Herr mit etwa zwanzig Schallplatten, die alle signiert wurden. Ich gönnte es ihm mit heißen Herzen. Dann erhielt ich mein „To Jürgen“.

Mein einziges Autogramm. Bedauerlich, dass Jimi Hendrix, aber auch z.B. Bob Hite und Alan Wilson von Canned Heat nicht mehr leben. Vermutlich wäre mein Autogrammfundus umfangreicher, hätte ich in geografisch anderen Regionen gelebt.
„On The Road Again“ von Canned Heat platziert sich bei mir ganz locker unter den „Ewigen Top Five“.

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Juli 18, 2009 - Verfasst von juergenhennekunstkritik | Leipzig | | Noch keine Kommentare

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