Juergen Henne Kunstkritik

Jürgen Henne, Grünewald, Holbein, Bosch, Zander, Griesel, Triegel und mit Bildern Tübkes auf den Osterinseln

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Werner Tübke, Lebenserinnerungen des Dr. jur Schulze VII.
(Ausschnitt)

Dieses Bild ist das Grauen, zuverlässiges Material, um einen Frei-u. Feingeist in einen ästhetisch -plakativen Albtraum zu stürzen.

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s.o. (Ausschnitt)

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Vergelt`s Gott oder auch nicht, dass im Großraum Leipzig wichtige Ortschaften wie Chemnitz, Halle, Weimar, Dresden, Apolda, Berlin in überschaubaren Zeiten erreicht werden können, also zwischen Frühstückstoast und Abendsuppe.
Denn sie bieten, anders als die Siedlung Leipzig und deren Ausstellungsangebot, nach dessen Kenntnisnahme Frühstückstoast und Abendsuppe halbverdaut wieder nach oben drängen, ein bemerkenswertes Ausstellungs-u.Galerieprogramm.

Denn Leipzig muss sich zunächst mit Werner Tübke plagen. Wobei ich seine handwerkliche Genialität nicht bezweifeln möchte. Doch ich kann die Bilder nicht mehr ertragen. Zu DDR-Zeiten mit diesen Gurken gnadenlos dauerbelästigt, treibt mich der Renaissance-Bofel, hier etwas Bosch, da ein Häppchen Grünewald und Holbein, garniert mit Endlos-Zitaten aus der Kunstgeschichte in eine ewige Rezeptions-Apathie.

Dann gibt es in unserem Museum bald Leipziger Kunst 1949/2009, da schlafen mir jetzt schon meine Edelfüße ein. Natürlich mit Mattheuer und Tübke und sicherlich auch mit einigen Kostbarkeiten aus den Schreckens-Ateliers von Zander, Griesel, Triegel, Fischer-Art, Perlet und Ruckhäberle. Hoffentlich aber auch mit Arbeiten von Bernhard Heisig, zweifellos der bedeutendste Künstler Leipzigs der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts.

Und dann wird Neo Rauch das Leipziger Museum beherrschen, doch einfach zehn Jahre zu spät. Denn irgendwie wird bei Bildern Rauchs inzwischen nur noch gelangweilt abgewinkt. Und das ist schade. Denn seine Kunst im mittleren Stadium kann man getrost in die Rubrik „Weltkunst“ einordnen.
Doch Hans-Werner Schmidt ficht das alles nicht an. Er zieht sein Notprogramm durch und wird noch gefeiert. Doch ich befinde mich inzwischen auf den Straßen nach Altenburg, Halle, Weimar, Chemnitz…..

Und ich stelle mir vor, ich hause auf den Osterinseln mit diesen Steinschädeln und zweitausend Tübke-Bildern. Welches Oeuvre würde ich wohl in den Ozean werfen?

Juni 18, 2009 Verfasst von juergenhennekunstkritik | Leipzig | | Noch keine Kommentare